Kurzbeschreibung
Hexen und Magier, Wahrsagerinnen und Giftmischer, schwarze Messen und Teufelsbeschwörungen - im Paris des Sonnenkönigs brodelt es unter der glänzenden Oberfläche. In ihrem farbenprächtigen und spannenden neuen Roman schildert Judith Merkle Riley mit dem für sie charakteristischen Augenzwinkern den authentischen Skandal um die 'Affaire des Poissons' im 17. Jahrhundert.
Der Verlag über das Buch
Ein farbenprächtiger und spannender Historienroman zur Zeit des Sonnenkönigs
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Klappentext
Die Hexe von Paris Roman um die dunkel wabernde Welt des Aberglaubens und politisch-amouröser Verstrickungen. Paris, Mitte des 17. Jahrhunderts.
Marie Bosse, eine professionelle Hexe, wird verhaftet und ein Skandal ausgelöst, der bis zum Hof des Sonnenkönigs reicht. Die Polizei entdeckt ein weitverzweigtes Netz von Zauberern, Magiern und Orakelpriestern. Als Ludwig XIV. erfährt, daß auch seine Mätresse, die Marquise de Montespan, an der Feier schwarzer Messen beteiligt ist und sich über Hexen Aphrodisiaka und Gifte beschafft, befiehlt er das Ende der Untersuchungen ...
Ungemein facettenreich werden die Geschehnisse aus der Sicht der von ihrer Mutter verstoßenen und von ihrem Onkel geschändeten Geneviéve Pasquier geschildert, die in jungen Jahren zur gefragten Wahrsagerin in höfischen Kreisen aufsteigt.
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Über den Autor
Judith Merkle Riley lebt in Südkalifornien. Sie ist Dozentin für Politikwissenschaft am Claremont MCKenna College und an der Claremont Graduate School of California. Judith Merkle Riley ist verheiratet und zweifache Mutter. Alle ihre historischen Romane wurden Weltbestseller.
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Taschenbuch
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Auszug
Bei meinem Eintritt in die Welt schien ich über kein besonderes Talent zu verfügen. Schon gar nicht über jenes ungewöhnliche, das mich in das geheime Reich führte, dessen größte Zierde ich einmal werden sollte. Meine ersten Schreie ertönten an einem grauen Wintermorgen zu Beginn des Jahres 1659 in Paris. Meine Mutter hatte zuvor einen Tag und eine Nacht in den Wehen gelegen, ohne den exzellenten Rat der beiden ärztlichen Gehilfen zu befolgen, die sie ermahnten: »Pressen, Madame, pressen! « Dabei drückten sie ihre Schultern auf die schmale Bettstelle, die man vor das Feuer gerückt hatte. Der berühmte Auguste-Philippe Brunet, Heilkundiger und Angehöriger der medizinischen Fakultät des College Saint-C'Ome, hatte bereits den langen Haken aus seinem Etui genommen, um damit wenigstens die Mutter zu retten. Da stieß die Hebamme, die ihm zur Seite stand einen Schrei aus und zog doch noch mit ihrer Hand das schrumpelige Ergebnis der vorangegangenen Wehen hervor. Und als sie erschrocken das Blut betrachtete, das sich auf die Laken ergoß, rettete der berühmte Heilkundige meiner Mutter ein zweites Mal das Leben: Nachdem er ein kleines Schaf in das Schlafgemach hatte bringen lassen, gab er Befehl, sie in das frisch abgebalgte Fell zu hüllen. Auf diese Weise wurde ich ein Kind der modernen Wissenschaft, und alle jubelten, mit Ausnahme des Schafes.
»Madame Pasquier, es ist ein gesundes Mädchen«, verkündete der Heilkundige, die winzige Ursache seiner Bemühungen beäugend, als die Hebamme mich, frisch gewaschen, meiner Mutter zur Begutachtung übergab.