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Roman um die dunkel wabernde Welt des Aberglaubens und politisch-amouröser Verstrickungen. Paris, Mitte des 17. Jahrhunderts.
Marie Bosse, eine professionelle Hexe, wird verhaftet und ein Skandal ausgelöst, der bis zum Hof des Sonnenkönigs reicht. Die Polizei entdeckt ein weitverzweigtes Netz von Zauberern, Magiern und Orakelpriestern. Als Ludwig XIV. erfährt, daß auch seine Mätresse, die Marquise de Montespan, an der Feier schwarzer Messen beteiligt ist und sich über Hexen Aphrodisiaka und Gifte beschafft, befiehlt er das Ende der Untersuchungen ...
Ungemein facettenreich werden die Geschehnisse aus der Sicht der von ihrer Mutter verstoßenen und von ihrem Onkel geschändeten Geneviéve Pasquier geschildert, die in jungen Jahren zur gefragten Wahrsagerin in höfischen Kreisen aufsteigt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Erzählerin des Buches, die fünfzehnjährige Genevieve Pasquier, humanistisch gebildet, aber durch einen Klumpfuß verunstaltet, wird von ihrer Familie verstoßen. La Montvoisin nimmt sie auf, denn schon vor Jahren hat sie bemerkt, dass die junge Zynikerin, die selber nicht an übernatürliche Erscheinungen glaubt, die Gabe des Wasserlesens besitzt.
Genevieve wird bis zur Unkenntlichkeit "umgestylt" und zur gesuchtesten Wahrsagerin von Paris. So kommt sie auch an den Hof des Sonnenkönigs. Bekanntlich war schon ohne Zauberei der Hof von Ludwig XIV ein gefährlicher Ort, an dem für ein wenig Einfluss und Stellung ziemlich hemmungslos gemordet und denunziert worden ist. So geht das, was so günstig für Genevieve begonnen hat, bald gründlich schief. Der Hexenring wird - auch das eine historische Tatsache - zerschlagen und hunderte von "Hexen" verbrannt. Was vorher geschieht, reicht vom unerwünschten Heiratsanrtrag eines widerlichen Satanisten über einen Wahrsagerwettbewerb bis hin zur Präparation ihres Onkels, der sie einmal vergewaltigt hatte, als Skelett zum Aufstellen.
Das Buch ist stilistisch ein wenig anders als die Bücher mit Margaret von Ashbury ("Die Stimme" etc.), aber unverkennbar ein Merkle-Riley. Die gründliche und exakte Recherchearbeit ist dem Buch anzumerken, die historischen Daten sind korrekt, trotzdem ist das Buch nicht trocken, sondern faszinierend und spannend. Die etwas abrupte Erzählweise und die häufigen Sprünge von Ort und Zeit haben mich vielleicht ein wenig gestört, aber wirklich nur ein wenig. Ein Buch zum Immer-wieder-Lesen.
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