Lorentz Drache hat eigentlich alles in seinem Leben erreicht: Nur noch ein Streifen auf seiner Uniform trennen ihn vom Co-Pilot"-Titeltausch in Pilot" und er bewohnt ein riesiges Appartement im 12. Stock eines Mietshauses. Lorentz Drache sollte glücklich sein ... aber er fällt ... er fällt tatsächlich, eigentlich sollte es für einen Piloten kein Problem sein zu fallen, doch diesmal ist es anders. Anstelle einer Maschine um sich herum und den Armaturen vor der Nase, fällt er splitterfasernackt das Mietshaus hinab. Wer ihn über die Balkonbrüstung gestoßen hat - daran kann er sich nicht mehr erinnern - doch seltsamerweise fällt er nur ganz langsam und erhält somit einen Einblick in die 11 restlichen Parteien des Hauses, zu denen es eine Menge zu erzählen gibt ...
Ich habe seit Langem nichts Amüsanteres mehr gelesen. Der Protagonist Lorentz Drache verleiht, dank seiner Direktheit und der ordentlichen Portion Sarkasmus, der ganzen Story einen unvergleichlichen Charme. Zielstrebig saust er Balkon für Balkon hinab und ist sich doch keiner Schuld bewusst, warum sich die anderen Bewohner so abweisend verhalten. Ob nun der schrullige Herr Lehmann mit seinen gefühlten 150 Jahren aus der 7. Etage, der Lorentz regelmäßig den Stellplatz klaut, die biologisch abbaubare Annika Oskar aus der 5. Etage, die ihre WG mit umweltschonenden Aktionen den letzten Nerv raubt, oder aber die Hastenteufel aus der 3. Etage, deren kläffender Köter Rommel überall dorthin macht, wo er nicht soll - in diesem Haus scheint einiges anders zu laufen. Und bevor Lorentz Drache scheinbar unaufhaltsam auf ein Date mit dem Bordstein zusteuert, gilt es einige Dinge klarzustellen.
"Heute ziehst du aus" - Lesen, Kopfschütteln, Lachen! Lorentz Drache ist die Personifikation des schwarzen Humors. Und dieses Buch ist die Materialisierung eines wirklich beeindruckenden roten Fadens.
Was? Sie kennen Kriss Rudolph nicht? - Dann wird es aber Zeit! Ich bin begeistert!