Coffin, gerade nach einer Messerattacke aus dem Krankenhaus entlassen, wird mit einem erneuten Angriff konfrontiert: Vor seinem ehemaligen Wohnhaus finden die neuen Bewohner die abgetrennten Gliedmaßen einer weiblichen Leiche. Die Indizien und die folgenden Ereignisse weisen darauf hin, dass jemand richtig Vergnügen daran hat, Coffin zu schaden.
Coffin ist keine der üblichen Ermittler-Figuren. Seine Position bei der City of London Police ist so hoch, dass er eher Einsätze koordiniert als selber Ermittlungsarbeit leistet. Er hat eine Reihe cleverer und hartnäckiger Beamter in seiner Abteilung, die für Ergebnisse sorgen. Dafür steht bei Coffin das Privatleben im Vordergrund, das vom aktuellen Fall in Mitleidenschaft gezogen wird.
Butler stellt dem Buch zwei Intros vor: Sie erläutert Coffins Privatleben und Laufbahn und zitiert aus den (realen) Tagebüchern Samuel Pepys dessen Notizen über das Viertel, in dem Coffin lebt und arbeitet. In den ersten Kapiteln musste ich konzentriert lesen; viele Personen tauchen schnell hintereinander auf und kleine Andeutungen aus der allwissenden Erzählerperspektive nehmen Ereignisse vorweg, die zusätzlich sortiert werden müssen. Solche kleinen Tipps ziehen sich auch durch das gesamte Buch.
Mir gefällt der Fall sehr gut, da er vielschichtig ist und es außer leisen Ahnungen kaum möglich ist, das Durcheinander aus Toten und Verschwundenen korrekt zu entwirren. Zudem spielt sich der Fall in einem kleinen Umfeld ab, in dem sich viele der Protagonisten beruflich oder privat kennen. Verloren hat das Buch am Ende auf nur wenigen Seiten, da viele der Schichten auf merkwürdig künstliche Art zusammenhängen und mir nicht alle Lösungen plausibel erschienen. Dennoch: Nicht mein letzter Butler.