oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 7,25 eintauschen?
Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens [Ungekürzte Ausgabe] [Broschiert]

Ulli Lust , Johann Ulrich
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 29,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 4 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 7,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Wird oft zusammen gekauft

Kunden kaufen diesen Artikel zusammen mit Baby's in black. The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe EUR 20,00

Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens + Baby's in black. The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe
Preis für beide: EUR 49,95

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Broschiert: 463 Seiten
  • Verlag: Avant-Verlag; Auflage: 2., Auflage (8. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939080365
  • ISBN-13: 978-3939080367
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 16,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 62.748 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ulli Lust
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Ulli Lust auf Amazon

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

FAZ: Meine italienische Geisterfahrt Der umfangreichste Comic, der bislang in Deutschland gezeichnet wurde, stammt aus einem dunklen Berliner Hinterzimmer. Von links fällt spärliches Licht durch eines der beiden Fenster auf den Zeichentisch, an dem Ulli Lust 460 Seiten gestaltet hat. Ihr Blick beim Zeichnen geht auf die Wand. Dort hängen dicht an dicht Skizzen und Kopien fertiger Seiten – Erinnerungshilfen an Schlüsselszenen, Figurenstudien, Recherchematerial. Es sind Relikte einer fünfjährigen Arbeitsphase, in der die zweiundvierzigjährige Zeichnerin sich mit Haut und Haaren einem autobiographischen Großprojekt verschrieben hat: Es heißt „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“. In zwei Wochen wird dieser Comic in die Läden kommen. Er ist eine Sensation. Nicht, weil er so dick ist, sondern weil Ulli Lust eine Geschichte zu erzählen hat, die ihresgleichen sucht. Es ist ihre Geschichte oder, besser gesagt: die Geschichte der jungen Frau, die Ulli Lust war, als sie noch Ulli Schneider hieß, als Punkerin in Wien lebte und einen Tag nach ihrem siebzehnten Geburtstag beschloss, mit einer Freundin nach Italien durchzubrennen. Zwei Monate später war sie wieder zu Hause. Doch was in der Zwischenzeit geschah, hat ihr Leben geprägt und verändert: „Ich habe für meine Erlebnisse auf der Italien-Reise jahrelang in Schande gelebt.“ Ulli Lust sagt es mit einem Lachen. Sie sitzt vor ihrem Schreibtisch. Durch das Fenster fällt der Blick hinaus auf eine Waldlandschaft mitten in Berlin, doch das ist nur der wild bewachsene breite Zwischenraum von einem Häuserblock zum anderen. Ulli Lust kam 1995 aus Wien in die deutsche Hauptstadt. Da hatte sie seit ihrer italienischen Reise bereits fünf Jahre als Kostümbildnerin und zwei Jahre als Modezeichnerin hinter sich. Es waren zudem drei Bilderbücher aus ihrer Feder erschienen, doch nun wollte sie mit Ende zwanzig ein Grafik-Design-Studium aufnehmen. Berlin schien der richtige Ort für einen Neubeginn. Ulli Schneiders erste Arbeit als Buchillustratorin war 1993 beim hiesigen KinderBuchverlag herausgekommen. „Marco und der Drache“ hieß sie, gezeichnet nach einem fremden Szenario. Dann ging das in der DDR ehedem erfolgreiche Verlagshaus in den ökonomischen Nach-Wende-Strudeln unter, und Ulli Schneider fand in Tyrolia, einem Innsbrucker Verlag, ihre neue publizistische Heimstatt in der alten österreichischen Heimat. Doch als 1995 ihr selbstverfasstes Bilderbuch „Ein Stück Himmelblau“ erschien, war es Zeit, neu anzufangen. Seitdem ist die Bilderbuchillustratorin passé, und Ulli Schneider heißt nach dem Mädchennamen ihrer Mutter Ulli Lust. An der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee fand sie schließlich ideale Bedingungen: nur zwölf Studierende pro Semester, insgesamt kaum mehr als vierzig im Studiengang. Und unter ihren meist viel jüngeren Kommilitonen einige, die sich dem Comic verschrieben hatten. Gemeinsam mit ihnen entstand neben dem Studium die Zeichnergruppe „Monogatari“ – benannt nach dem japanischen Wort für „erzählte Geschichte“. Dreidreiviertel Jahre Netto-Lebenszeit Das ist der Anspruch der Gruppe: erzählen, mit allen Mitteln, die der Comic bereithält. Also Vorrang des Inhalts gegenüber der Form und vor allem: vom Leben erzählen. Monogatari hat einige der berühmtesten deutschen Comiczeichner der letzten Jahre hervorgebracht: Markus Witzel alias Mawil mit seinem autobiographischen Band „Wir können doch Freunde bleiben“, Kai Pfeiffer und Tim Dinter mit ihren gezeichneten Reportageserien aus Berlin, Jens Harder, der in diesem Jahr seine fast vierhundertseitige Evolutionsgeschichte „Alpha“ in Frankreich veröffentlicht hat. Ulli Lust aber blieb im Hintergrund. Man findet einige Kurzgeschichten in Anthologien wie „Pommes d’amour“, „Flitter“ oder „Alltagsspionage“, aber selbst ihr schöner Sammelband „Fashionvictims, Trendverächter“, in dem sie 2008 all die Bildkolumnen und Minireportagen zusammengestellt hat, die sie im vergangenen Jahrzehnt gezeichnet hat, fand nur geringe Beachtung. Sie hatte aber auch einfach zu wenig Zeit, um sich um eigene Projekte zu kümmern, denn „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ verschlang alle Energie. Drei Tage zeichnete sie im Schnitt an jeder Seite. Macht zusammen 1380 Tage oder dreidreiviertel Jahre Netto-Lebenszeit, Urlaub oder andere Arbeit nicht gerechnet. Die ersten Kapitel wurden zudem noch einmal neu gezeichnet. Denn Ulli Lust begann wie üblich damit, ihre Bleistiftvorzeichnungen mit Tusche in Reinform zu bringen. Auf der Internetseite „Electrocomics“, die sie gemeinsam mit Kai Pfeiffer als Forum für Netzcomics betreibt, stellte sie von 2005 an kapitelweise die fertigen Seiten des Mammutvorhabens vor – mit einer Buchpublikation rechnete sie noch gar nicht. Doch die sauberen Zeichnungen schienen ihr irgendwann nicht mehr passend zum Inhalt, der in „Heute ist der letzte Tag deines Lebens“ erzählt wird. Und Inhalt ist wichtiger als Form. So arbeitete sie fortan allein mit Bleistift, um einen rauheren, spontaneren Strich zu erreichen. Das Ergebnis spricht für sich. Doch die ersten Kapitel musste sie neu zeichnen, weil die Tusche ja nicht wieder abgekratzt werden konnte. Wieder ein paar Monate Mehrarbeit. Es ist alles wirklich so passiert Die erzählte Zeit umfasst etwa zwei Monate, von Mitte August bis Mitte Oktober 1984. In diesen acht Wochen reisen Ulli und ihre Freundin Edith von Wien per Auto-Stopp, Eisenbahn und bisweilen zu Fuß von Wien über Villach an die italienische Grenze, die sie illegal überqueren (Österreich war 1984 noch nicht Mitgliedsstaat der EU). Es geht weiter nach Verona, in die Adria-Badeorte Cattolico und Pescara, nach Rom und über Neapel nach Sizilien, wo in Palermo Höhe- und Tiefpunkt der Geschichte erreicht werden – Höhepunkt, weil Ulli Lust hier in einer Intensität erzählt, die selbst die vorherigen, weiß Gott schon nicht glatten Kapitel noch in den Schatten stellt; Tiefpunkt, weil Ulli und Edith dort in die Fänge der Mafia und in Kontakt mit harten Drogen geraten. Edith prostituiert sich, und dieser Schock und das Erlebnis, eines Nachts im Gefängnis zu landen, als nach den Aussagen des festgenommenen Mafiapaten Tommaso Buscetta eine große Razzia stattfindet, lassen Ulli wieder zurückfinden in ein Leben, das sie zuvor als spießig abtat. Ist das alles wirklich so passiert? Ja, bekräftigt Ulli Lust, nur den Namen von Edith habe sie geändert, um der heute wieder in Wien lebenden Frau keinen Schaden zuzufügen. Gesehen haben sich beide seit damals nicht mehr. Als Ulli Lust nach ihrer Freilassung aus der kurzen Haft und der zwischenzeitlichen Rückkehr nach Rom schließlich im Oktober 1984 wieder daheim ankam, war Edith ihr schon zuvorgekommen und hatte dort die eigene Drogensucht und Prostitution der Freundin untergeschoben. Das begründete die Schande, in der Ulli fortan zu leben hatte. Niemand wollte ihr glauben, dass es bei einmal Heroin geblieben war und von Prostitution keine Rede sein konnte, dafür aber von Vergewaltigung und Belästigung. „Ganz schön dumm, aber einfach eine gute Geschichte“ Heute erzählt Ulli Lust davon derart ruhig, dass man der feingliedrigen Frau jedes Wort glauben muss. Die Zeit und wohl auch der Abstand zur österreichischen Heimat haben den Zorn gemindert, der sie lange umgetrieben hat. In Berlin hat sie eine neue, ihre eigene Welt errichtet, und in deren Mittelpunkt steht die künstlerische Arbeit am Erzählen von dem, was andere Welten ausmacht. Ulli Lust versteht sich als Beobachterin, und so ist es auch im Falle ihrer selbst: Das eigene Handeln, damals wie heute, wird genau reflektiert, aber unmittelbar abgebildet. Dazu braucht es den Ruhepol des Ateliers, in dem es als einziges Zugeständnis ans sonstige Leben eine Matratze auf dem Boden gibt, über der eine rotkarierte Tagesdecke liegt – „hier: mein Arbeitsbett“, scherzt die Zeichnerin. Das Hinterzimmer befindet im ersten Stock eines Mietshauses in Prenzlauer Berg, nicht weit um die Ecke ist der Helmholtzplatz, wo die Zeichnergruppe Monogatari ihr Gemeinschaftsatelier unterhält. Doch Ulli Lust arbeitet lieber hier, wo sie auch wohnt, zwischen Büchern und zahlreichen Pinselbechern auf den Regalen. Sie teilt die Wohnung mit dem Monogatari-Kollegen Pfeiffer, der lange Überzeugungsarbeit geleistet hat, um sie zu bewegen, die italienischen Erlebnisse aufzuzeichnen. Genau ein Vierteljahrhundert nach der Reise ist die Sache nun fertig, und Ulli Lust zieht Bilanz: „Ich habe mich aus dieser Schande wieder herausgekämpft, und dann hatte ich mit der ganzen Disziplin und Kraft, die ich gewonnen habe, und meinem tollen Kunststudium nichts Besseres zu tun, als die ganze Story wieder zu erzählen.“ Sie lacht. „Das ist ganz schön dumm, aber es ist einfach eine gute Geschichte.“ Darauf hat der deutsche Comic gewartet Auf solche Geschichten hat nicht nur der deutsche Comic gewartet, aber er ganz besonders. Zur Zeit schwelgt die Branche hierzulande im Graphic-Novel-Boom, also im - zunächst vor allem publizistischen, noch nicht wirklich ökonomischen - Erfolg von Comics, die keine Rücksicht auf Formate oder Umfänge mehr nehmen, sondern so erzählen, wie es der Stoff eben erfordert. Vorbild dabei sind Romane, deshalb die Bezeichnung „Graphic Novel“, die irreführend ist, weil die Verlage mittlerweile fast alles unter diesem Rubrum veröffentlichen, was nichts ins gängige Heft- oder Albenschema passt. Also Literaturadaptionen genauso wie Biographien oder nun Ulli Lusts Erlebnisbericht, der viel eher Anspruch darauf erheben dürfte, als Memoiren oder Reportage bezeichnet zu werden denn als Roman. Dennoch kann man dem kleinen ehrgeizigen Avant-Verlag, der „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ in sein Programm genommen hat, nicht genug dafür danken. Wer schon einmal umfangreiche Comics im Internet gelesen hat, weiß, wie viel mühsamer diese Lektüre ist. Ulli Lust hatte zudem fürs Netz ihre Seiten meist in ein Comic-Strip-Format umgearbeitet und damit spezifische Möglichkeiten der Seitenarchitektur, die nur eine Buchseite zur Verfügung stellt, vernachlässigen müssen. Die nun wied...

Kurzbeschreibung

Zwei Mädchen, die glauben wenn man nichts mitnimmt auf die Reise, dann hat man auch nichts zu verlieren.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(2)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die gebürtige Österreicherin und Comiczeichnerin Ulli Lust erzählt in "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" ihre eigenen Geschichte - bzw. wenige Monate daraus. Das hätte in die Hose gehen können. Ist es aber nicht. Denn Ulli Lust hat etwas zu erzählen. Als 17jähriger Punk haut sie mit einer Freundin nach Sizilien ab und erlebt eine ganz andere Welt. Männer, Machos, falsche Freunde, die sizilianische Mafia - die Reise bringt viele Überraschungen mit. Ungeschönt zeigt die Autorin, dass sich auch hinter der scheinbar abgeklärten Punkerin eine etwas naive Romantikerin verbarg, die auf der Reise einige harte Lektionen lernen musste.

20 Jahre hat Ulli Lust dies Geschichte für sich behalten um sie jetzt in dieser fast 500 Seiten starken Grafic Novel aller Welt zu präsentieren. Die FAZ hat das Buch als "großen Wurf" bezeichnet - dem möchte ich mich anschließen.

Die Autorin zeichnet übrigens schon seit Jahren Comicreportagen und gehört zu den Vorreitern des dokumentarischen Comics im deutschsprachigen Raum. Außerdem betreibt sie den elektronischen Comicverlag http://www.electrocomics.com/, auf dem auch eine 17seitige Leseprobe zu "Heute ist der letzte Tag deines Lebens" zu finden ist. (>> http://bit.ly/3r8kor) Die 17 Seiten haben mich sofort neugierig auf mehr gemacht:)
Und ein Versprechen zum Schluß: Auch weniger comicaffine Menschen werden an dieser Geschichte ihre Freude haben!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Sommer 1984: Es ist stockfinstere Nacht. Irgendwo in einem österreichisch-italienischen Waldstück jubeln Ulli und Edi, die sich stundenlang und ohne Orientierung durch den Morast gekämpft haben. Die 17-jährigen Punker-Mädchen haben soeben einen Grenzstein entdeckt und freuen sich wie die Schneekönige. Sie haben es geschafft, von Wien herkommend - ohne Ausweis und Geld und nur mit einem Schlafsack und je einem T-Shirt zum Wechseln im Gepäck - und auf ihrem Weg nach Süden die grüne Grenz erreicht. Auf die beiden wartet eine zweimonatige Odyssee, auf der Freundschaft immer wieder auf harte Proben gestellt wird. Während die geradezu nymphomane Edi sich jeden Typen anlacht, bekommt es Ulli es mehr als einmal mit aller Gewalt am einen Leib zu spüren, was bedeutet, von rammelgeilen Männern, von denen man finanziell abhängig ist, zum Sexobjekt gemacht zu werden.

Das im Klappentext treffend als «komödiantisches Drama über den Preis der Freiheit, Geschlechterkonflikte und Vertrauensverluste» umrissene Werk «Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens» hat es wirklich in sich: Auf 450 (!) Seiten erlebt die Leserschaft eine Achterbahn der Gefühle und bekommt eindrücklich mit, was es heisst, wenn Ideale und Wünsche immer wieder aufs Neue an der Realität brutalst Schiffbruch erleiden. «Heute ist der letzte Tag...» stellt neben der Dokumentation der Befindlichkeit der damaligen Aussteigerszene und mit seinem Thema der äusseren Reise, die immer auch eine innere ist, auch ein Buch übers Frau-Sein, über das Recht am eigenen Körper dar. Für den einen oder anderen mag die in schwarzweiss mit olivgrün als einziger Farbe kolorierte Grafik gewöhnungsbedürftig wirken; für den Ausdruck von Emotionen zeigt sich der Scribble-Look jedoch als geradezu ideal. Das mit seiner direkten und offenherzigen Art aufwühlende Werk ist nur zu empfehlen. (Comic-Check)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jameson
Format:Broschiert
Ulli zieht mit 15 Jahren aus einem Dorf in die Großstadt Wien. Dort erliegt sie den Verlockungen der Großstadt. Partys und die Punkszene bestimmen ihren Tagesablauf.
So grenzt sich Ulli immer mehr von ihrem vorherigen Leben und damit von ihrer Familie ab. Sie lernt Edi kennen, die schon einmal versucht hat, über die grüne Grenze nach Italien zu gelangen. Doch der Versuch scheiterte. Als Bardamen versuchen sie Geld zu verdienen, um einen erneuten Anlauf nach Italien nehmen zu können.
Ulli und Edis Handlungen sind von Naivität, wie sie Teenagern nun mal eigen sind, geprägt. Naivität ist und bleibt ein roter Faden der Handlung. Sie findet im Laufe der Handlung lediglich auf anderen Ebenen statt.
Gleichzeitig atmet man als Leser förmlich die Atmosphäre der 80er Jahre, als sich Ulli als Punk plötzlich Skinheads gegenübersieht. Gleichzeitig wirken Momente, in denen über Schillinge und Lire diskutiert wird, nahezu nostalgisch. Auch ein Hauch von Philosophie darf nicht fehlen, als Ulli Edi erklärt, dass sie jeden Tag angeht, als sei es ihr letzter. Diese Einstellung wurde durch den frühen Tod der kleinen Schwester ausgelöst, der sie in jungen Jahren zweifellos geprägt hat. Von diesen völlig verschiedenen Ansätzen verfügt der vorliegende Band über einige Momente, die fast übergangslos in den Plot eingebaut sind, so das Lesegefühl intensivieren, den Leser förmlich an die Handlung fesseln und nie erlauben, unaufmerksam zu werden. Dabei vernachlässigt Ulli Lust auch nicht humoristische Anmerkungen, indem sie sich über ihre eigenen Geographiekenntnisse lustig macht. So finden sie, nachdem sie sich im Dunkeln durch Wald und Morast gekämpft und gewühlt haben, einen Grenzstein. Typisch für die Intensität der Erzählung, die in dieser Form wohl nur von einer Autobiographie geboten werden kann, ist, dass man als Leser förmlich das Dunkel spürt und gemeinsam mit den beiden Protagonisten durch den Wald irrt.
Edi ist eine Nymphomanin, die mit jedem ins Bett geht. 1984 war AIDS noch nicht das Thema, das es heute ist.
Ulli und Edi wollen in Italien überwintern und sich nach Sizilien durchschlagen. Sie trampen und trotz aller Sprachbarrieren, die erst am Ende des Bandes abgebaut werden, gelangen sie immer weiter nach Süden. Hierbei greift Ulli Lust auf ein interessantes Stilmittel zurück. Das für Ulli und Edi unverständliche Italienisch wird in den Sprechblasen als eine Art Wellenlinie dargestellt, deren Inhalt für den Leser ebenso nicht nachvollziehbar ist. Natürlich machen sie viele Männerbekanntschaften und machen fast genauso viele sexuelle Erfahrungen, die aber zumindest für Ulli meist negativ verlaufen. Zwischen Ulli und Edi treten erste Konflikte auf, die allein schon darauf basieren, dass Ulli aus negativen Erfahrungen Lehren zieht, während sich Edi fortwährend die Welt schön redet. Dennoch sind sie auch aufeinander angewiesen, auch wenn sich die Rollen verschieben. Edi ist zwar die ältere, aber Ulli übernimmt mehr eine Art Führungsrolle, während sich Edi gleichzeitig an Ulli anlehnt. Über Rom, wo sie eine längere und relativ unbeschwerte Zeit verbracht haben, erreichen sie Palermo. Dort lernen sie Andreas kennen, der ein Junkie ist, und kommen selbst in Kontakt mit Drogen. Der dubiose Francesco bringt die Gruppe auseinander und sorgt dafür, dass sie sich an einem Treffpunkt verpassen. Ratlos kehrt Ulli nach Rom zurück und hofft, dass sie dort Edi und Andreas wieder treffen kann.
Wieder in Rom lernt Ulli Dieter und Marc aus Gambia kennen. Langsam beginnt sie die ersten Brocken italienisch zu lernen. Sie merkt jedoch, dass Rom für sie allein kein sicheres Pflaster ist. Sie reist wieder nach Palermo und von dort nach Sizilien. Ulli Lust versäumt es nicht, auch zeichnerisch darzustellen, dass es nun für Ulli ungleich schwerer ist, sich allein durchzuschlagen, obwohl sie sich die Erfahrungen von Andreas angeeignet hat. Ullis Mimik wirkt nun ernster.
Auf Sizilien wird Ulli vergewaltigt. Man kann als Leser seinen Hut nicht häufig und tief genug ziehen, dass Ulli Lust um dieses Ereignis keinen Bogen macht, sondern es zwar zeichnerisch verfremdet, aber dennoch schonungslos, schildert. Unverkennbar ist, dass eine Frau in den 80er Jahren auf Sizilien längst nicht gleichberechtigt ist und primär dafür da ist, Männern zu dienen. Ulli lernt Heinz und Frankie kennen und kommt Frankie zusammen. Als sie Edi und Andreas wiedertrifft, macht sie mit Frankie Schluss. Edi und Andreas sind in Palermo schon so etwas wie eine Institution. Sie haben keine Angst vor der Polizei, weil sie sich des Schutzes des Capos sicher sind. So geraten sie in die Kreise der Mafia, was ihnen fast zum Verhängnis wird. Insbesondere diese Kapitel sind nicht nur besonders intensiv, sondern auch unglaublich spannend erzählt. Sie rauben dem Leser den Atem, wobei Edis scheinbar grenzenlose Naivität, zu der sich nun ein handfestes Drogenproblem gesellt, unbeschreiblich ist. Dies führt auch zur Trennung von Ulli und Edi bzw. Von Andreas und Edi. Als Edi und Andreas von der Polizei festgenommen und abgeschoben werden, erkennt Andreas, dass auf die Mafia nun wohl schwerere Zeiten zukommen werden. In Rom geht Ulli zur österreichischen Botschaft. Dort erfährt sie, dass sie ihre Eltern als vermisst gemeldet haben und sie polizeilich gesucht wird. Dies wird ihr erst in diesem Moment auch bewusst.

Ulli und Andreas sind unfreiwillig Zeuge eines historischen Ereignisses geworden. Die Vormachtstellung der Mafia auf Sizilien beginnt zu bröckeln.
Mit Ende des Comics legt Ulli Lust noch einmal an Intensität zu, auch wenn das unglaublich erscheint. Sie fällt förmlich aus allen Wolken, als sie erfährt, dass sie polizeilich gesucht wird und insbesondere, warum sie gesucht wird. Die Rückkehr ins Elternhaus zeigt, dass sie wohl einige Zeit gebraucht hat, um wieder in ein anderes Leben zurückzukehren. Dies veranschaulicht Ulli Lust mit einem einzigen Panel, als sie Ulli nicht im Bett, sondern auf dem Boden schlafen lässt.
Dass Ulli Lust ihre Zeit in Italien so schildert, nötigt ihren Lesern jeden Respekt ab, denn sie tut dies schonungslos und jederzeit ohne Rücksicht auf ihre eigene Person. Bei dieser Schonungslosigkeit verwundert es nicht weiter, dass Ulli Lust Edis wirklichen Namen nicht enthüllt. Diese Graphic Novel ist eine Bereicherung für die Comicwelt und zeigt, dass Comics heute erwachsener sind denn je. Nicht umsonst hat Ulli Lust für Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens den Publikumspreis beim diesjährigen Comic-Salon in Erlangen gewonnen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de