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Heute kommt Johnson nicht: Kolumnen 2005-2008
 
 
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Heute kommt Johnson nicht: Kolumnen 2005-2008 [Gebundene Ausgabe]

Peter Bichsel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (18. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518420267
  • ISBN-13: 978-3518420263
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 279.124 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Peter Bichsel
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer die Geschichten en bloc liest, hält plötzlich inne, denkt nach über sich und die Welt und schaltet einen Gang zurück. Ein Plädoyer für Langsamkeit und Bedächtigkeit steckt in beinahe jedem dieser Texte, und man sieht ihn sitzen in der Beiz hinter einem Glas Rotwein, Peter Bichsel, der die Welt »nicht beobachtet«, wie er selbst einmal schrieb, sondern sie »nur betrachtet«.« (Sandra Leis Der Bund )

Kurzbeschreibung

Vom Warten ist in Peter Bichsels Kolumnen immer mal wieder die Rede. Es gibt mancherlei Arten und viele Geschichten dazu, Minutennovellen, Fabeln, Anekdoten. Heute ist es Johnson, der nicht kommt, dessen Platz in der Kneipe, eher zufällig, frei bleibt und an ihn erinnert. Dabei wartet der Erzähler nicht eigentlich auf ihn, Johnson, eher ist es ein Warten an sich – das ihn an einen anderen erinnert, Rolf, auf den er schon lange wartet, ein Gestorbener, der ihm einmal einen wartenden Spatz auf dem Dachfirst gegenüber zeigte und später eine Fabel fast wie von La Fontaine dazu erzählte, die der Schreibende erst nachträglich begreift. „Ob Vögel das Warten kennen? Ob Menschen das Warten können? Johnson kommt heute wohl nicht. Es ist Mittwoch, am Mittwoch kommt er selten. Aber auf Rolf warte ich oft, auch wenn ich weiß, daß er nicht mehr kommt.“ Erneut läßt sich verfolgen, wie erfindungsreich und überraschend der Erzähler jedesmal neu zu einer Kolumne ansetzt, wie er, nicht selten antäuschend und hakenschlagend, zum um so größeren Vergnügen des Lesers ein Ende, Ende auch diesmal, ansteuert und erreicht.

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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Formulieren sei für ihn bereits ein Versuch, die Angst zu überwinden, hat der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel in Rahmen der Beantwortung eines Fragebogens für eine Zeitung einmal gesagt. Bichsel ist ein Autor, der immer wieder offen über eigene Depressionen spricht, über seine Mühe mit seiner Rolle als Schriftsteller, seine Ohnmacht über die gegenwärtigen Zustände und seine Frucht vor einer schimärenhaft sich abzeichnenden, als bedrohlich wahrgenommenen Zukunft und die von ihm schäbig genannte Hoffnung, das alles nicht mehr erleben zu müssen - aus diesen Quellen setzt sich die Angst zusammen, die sich in vielen seiner Texte gespiegelt findet.

Solidarität mit den Menschen, die er in seinen oft kurzen Geschichten schildert, ist Peter Bichsels ganz private Utopie, mit der er sich über Wasser hält, mit der er verhindert, dass er sich als Schriftsteller passiv ins Schweigen ergibt. Schweigen ist seine Sache nicht, auch wenn er an den Zuständen leidet. Immer wieder verteidigt er die Sprache als politisches Instrument. Er postuliert das Erzählen von Geschichten im Dienst jener solidarischen Utopie, indem es die Existenz fraglich hält, und die Kommunikation als ein existentielles Bedürfnis verteidigt. Erzählen, zuhören und dabei den anderen ihre Geschichten lassen, das ist die von Bichsel praktizierte Toleranz, die so überhaupt nichts mit der Toleranz zu tun hat, die Henryk M. Broder unlängst in seinem Buch "Kritik der reinen Toleranz" scharfsinnig beschrieben hat.

Bichsel versucht, auch in den kurzen Geschichten im vorliegenden Buch aus den Jahren 2005-2008 zu schweigen und zu erzählen zugleich. Er ist ein Meister der Kunst der kleinen Form und hat ihr in der deutschsprachigen Literatur zu hohem Ansehen verholfen. Wie er Gefühle, Gedanken, Lebenseinblicke oder Weltanschauungen auf eine konzise, präzise und prägnante Weise verdichtet, ist höchste Dichtkunst.

Mit den vorliegenden Kolumnen aus der "Schweizer Illustrierten" erweist sich Bichsel wieder einmal als ein genialer Beschreiber seiner großen kleinen Welt.
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