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Heute ist nicht mein Tag [Taschenbuch]

Catherine Alliott , Dinka Mrkowatschki
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Klappentext

"Ein explosiver Cocktail aus Witz, Frivolität, gesundem Menschenverstand und einer Wahnsinns-Lovestory! Einzigartig!"
Time Out

"Dieses Buch darf man sich nicht entgehen lassen!"
Bookseller

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Catherine Alliott ist in Hertfordshire geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Studium an der Warwick University zog sie nach London, wo sie als Werbetexterin arbeitete. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wieder in ihrer Geburtsstadt. Ihre heiteren Frauenromane wurden schon mehrfach ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Alf sah mich mit seinem einen gesunden Auge an. Es war braun und besorgt und fast schon so glasig wie das andere. Mit gerunzelter Stirn versuchte er das alles auf die Reihe zu kriegen.
»Was - Sie wollen damit sagen, er hat Sie verlassen oder so was?«
»Genau, Alf.«
»So richtig echt? Hat die Fliege gemacht?« »So scheint es.«
Er kämpfte sichtlich mit diesem Rätsel. »Und - und wie? Kommt er dann gar nie mehr?«
Mir stockte der Atem bei dieser Bloßstellung der Brutalität meines Mannes. Ich schluckte. »Nein, Alf, offensichtlich nicht. Totale Fahnenflucht scheint tatsächlich sein genereller Spielplan zu sein.« Ich schob mein Kinn vor und quälte mir irgendwie ein Grinsen ab.
Alf kratzte seinen ergrauten alten Kopf, und dann begann der Groschen, der bei ihm bestenfalls langsam fiel, seinen schneckengleichen Abstieg. Schließlich plumpste er mit ohrenbetäubendem Knall.
»Ja, da laust mich doch!« Er gaffte mich schockiert an.
Ich leckte mir die Lippen. »Genau.«
Ich überließ ihn mit offenem Mund seinem Schock und drehte mich betont forsch den beiden anderen Bauarbeitern zu. Die zwei hatten bis jetzt während dieses gnomenhaften Austausches geschwiegen. Ich vermute, wohl mehr aus Mitleid und Verlegenheit, als aus Mangel an Verständnis.
Alfs Bruder, Mac, der Vorarbeiter, der Boss und das Gehirn des Teams, beobachtete mich sehr genau; seine blauen Augen schätzten diese dramatische Veränderung der Lage ab, während Spiro, der emotionelle junge Grieche in meinem seltsamen Maurertrio, Schwierigkeiten hatte, sein zitterndes Kinn unter Kontrolle zu bringen. Sein schwarzer, trauriger Schnurrbart hing noch schlapper, und seine dunklen Augen füllten sich bedrohlich. Man muss natürlich erwähnen, dass Spiro schon zum Taschentuch griff, wenn es nach Regen aussah.
»Er sie verlasst?«, gackerte er ungläubig. »Ihr Mann Sie verlasst? Allein, hier, mit junge Kind und schreckliches, zusammenfallendes Haus und schlechtes Abflüsse und Ratten und abblätterndes Putz und -«, er riss die Augen auf und starrte mich entsetzt an, »so furchtbar ausschauend?«
»Das Haus, hoffe ich doch, Spiro, nicht ich«, scherzte ich nervös.
Er runzelte die Stirn. »Ti?«
»Ähm, vergessen Sie es. Ja, also, natürlich, Sie haben Recht, das Haus ist in furchtbarem Zustand, aber wir sind schließlich mitten beim Neuelektrifizieren und Neuinstallieren, nicht wahr?«, sagte ich fröhlich. »Wir legen alles frei, Spiro, legen es bloß, bis auf die Knochen. Es wird noch schlimmer, bevor es besser wird, aber wenn es erst einmal ausgeschlachtet ist ...«
»Sie sind ausgeschlachtet!«, brüllte er. »Ich bin ausgeschlachtet! Ich kann nicht glauben, was für eine Sorte Mann Sie das antut! Was für eine Sorte von -von Bestie!« Damit riss er sich seinen Teewärmerhut vom Kopf und begrub sein Gesicht darin. Ich hatte den plötzlichen Drang, ihn ihm aus der Hand zu reißen und genau dasselbe zu tun. Stattdessen tätschelte ich seine Schulter.
»Kommen Sie, Spiro«, murmelte ich. »Sie sind süß, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Alles wird gut werden, ehrlich.« Ich wartete, während er sich sammelte, sich heftig die Nase in den Hut schnäuzte und sich diesen dann in ungewöhnlichem Winkel wieder auf den Kopf klatschte. Seine dunklen Augen blitzten.
»Alle Männer sind Schweine«, informierte er mich unmissverständlich, schüttelte wütend den Zeigefinger. »Alle Männer.«
Also dagegen hatte ich nichts einzuwenden. Ehrlich gesagt, fand ich seine Inbrunst ziemlich gut. Vielleicht könnten wir beide unsere verrotzten Hüte aufsetzen, losziehen und die Schweine gemeinsam umlegen. Spiros Blut war auf jeden Fall feurig, und wenn es in Wallung geriet, mein lieber Scholli.
Mac räusperte sich jetzt ostentativ. Er spuckte zielgenau auf den Boden neben mir.
»Also dann werden Sie das alles hier aufgeben, nicht wahr?«
Ich richtete mich vor meinem Vorarbeiter, dem ewigen Pragmatiker, der immer sofort zur Sache kam, auf und sah ihm trotzig ins strahlende Blauauge. Er war nicht viel größer als ich, um die fünfzig, drahtig und, im Gegensatz zu seinem bärenhaften Bruder Alf, sehr ausgeschlafen, äußerst helle.
»Wie meinen Sie das, Mac?«
»Na ja, jetzt wo alles im Eimer ist, werden Sie doch nicht weitermachen wollen, oder? Sie werden sich doch diesen ganzen Schlamassel nicht aufhalsen wollen, nur für Sie und Claudia, oder?«
Er machte eine abfällige Kopfbewegung in Richtung der Baustelle, die uns einkreiste, die Entschuldigung für eine Küche, in der wir standen, mit der offenen Balkendecke, die von einer flatternden blauen Plane geschützt war, dem durchweichten Beton zu unseren Füßen, den verrotteten Schiebefenstern mit ihren kaputten Kordeln, den Resopal-Einbauten im Stil der Sechziger - von denen die Hälfte schon von den Wänden gerissen war, der Rest klammerte sich noch hartnäckig fest - und schließlich dem großen, klaffenden Loch in der hinteren Wand, auf die Spiro aus Versehen mit dem Presslufthammer losgegangen war, nachdem er gehört hatte, dass Griechenland aus dem Weltcup geflogen war. Anschließend war er so zerknirscht gewesen, dass keiner von uns es fertig brachte, ihn deshalb zu beschimpfen. Ja, dieser »Schlamassel« war mein Zuhause.
Ich räusperte mich. »Ehrlich gesagt, Mac, genau deshalb hab ich euch gebeten, eine Pause zu machen und das Werkzeug kurz aus der Hand zu legen. Die Sache ist nämlich die: Ich bin absolut entschlossen weiterzumachen.« Ich reckte mich steil zu meiner vollen Größe von einsneunundfünfzig auf, steckte meine kurzen, dunklen Haare penibel hinter die Ohren und versuchte krampfhaft, tapferer auszusehen, als ich mich fühlte. »Absolut entschlossen. Die bloße Tatsache, dass mein Mann es für angemessen hielt, sich vom Acker zu stehlen, spielt keine Rolle. Was mich betrifft, wir machen weiter wie geplant. Wir werden die Küche restaurieren, diese schrecklichen Schränke rausreißen, die Wände neu verputzen, alle kaputten Fenster ersetzen, die neuen Schränke einbauen und dann, wenn wir damit fertig sind, werden wir oben anfangen. Okay?«
»Sie ist so tapfer«, flüsterte Spiro mit erstickter Stimme, den Wollhut wieder im Mund. Ich konnte ihn nicht ansehen. Ich schob mein Kinn vor, fühlte mich plötzlich wie ein kleiner Churchill.
»Aufgeben?«, jodelte ich. »Du lieber Himmel, nein. Ich habe dieses Haus erworben mit der alleinigen Absicht, es wieder in seiner früheren Pracht erstehen zu lassen, und das ist immer noch mein Plan, mein Traum.« Da schau einer an, jetzt war ich Martin Luther King, aber ich war nicht mehr aufzuhalten. »Und ich werde auch nicht sparen«, warnte ich, ließ meine Predigt zu priesterlicher Vollendung anschwellen. »Ich möchte nicht schludern und Dinge überstreichen, nur um irgendwie fertig zu werden, damit ich es verhökern kann, denn ich werde es nicht verhökern! Ich werde darin leben, und ich werde sehr lange Zeit darin leben und - und wenn mir danach ist, Rokoko im Badezimmer zu haben oder ... oder - Wenn ich ...«, ich sah mich hektisch um, »das Gästezimmer vergolden oder Pavillons im Garten haben will, dann werde ich das verdammt noch mal machen lassen. Was mich betrifft, ist das immer noch ein Haus für die Ewigkeit, und ich möchte, dass es wirklich gut wieder hergestellt wird. Ich möchte die alte Täfelung passend ergänzen, die Bilderleisten anbringen, die Schnicks und die Schnacks und Was-sonst-Nochs haben, den ganzen verdammten Zirkus eben. Das große Schlafzimmer muss völlig erneuert und durchdacht werden ...« Ich verstummte, als meine Stimme bei diesem Satz ins Wackeln geriet.
Um mich herum gab es verlegenes Füßescharren im Dreck und Gesichter, die sich auf den Boden konzentrierten. Eine Minute später hatte ich mich wieder im Griff. Ich schluckte energisch.
»Hört zu, Jungs. Ich wollte euch reinen Wein einschenken«, sagte ich leise. »Ich wollte euch informieren, weil es, wie ich weiß, schon Gerede gab.« An dieser Stelle richtete ich den Blick auf Mac, »und ich weiß, dass Sie sich alle... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Alf sah mich mit seinem einen gesunden Auge an. Es war braun und besorgt und fast schon so glasig wie das andere. Mit gerunzelter Stirn versuchte er das alles auf die Reihe zu kriegen.
»Was - Sie wollen damit sagen, er hat Sie verlassen oder so was?«
»Genau, Alf.«
»So richtig echt? Hat die Fliege gemacht?« »So scheint es.«
Er kämpfte sichtlich mit diesem Rätsel. »Und - und wie? Kommt er dann gar nie mehr?«
Mir stockte der Atem bei dieser Bloßstellung der Brutalität meines Mannes. Ich schluckte. »Nein, Alf, offensichtlich nicht. Totale Fahnenflucht scheint tatsächlich sein genereller Spielplan zu sein.« Ich schob mein Kinn vor und quälte mir irgendwie ein Grinsen ab.
Alf kratzte seinen ergrauten alten Kopf, und dann begann der Groschen, der bei ihm bestenfalls langsam fiel, seinen schneckengleichen Abstieg. Schließlich plumpste er mit ohrenbetäubendem Knall.
»Ja, da laust mich doch!« Er gaffte mich schockiert an.
Ich leckte mir die Lippen. »Genau.«
Ich überließ ihn mit offenem Mund seinem Schock und drehte mich betont forsch den beiden anderen Bauarbeitern zu. Die zwei hatten bis jetzt während dieses gnomenhaften Austausches geschwiegen. Ich vermute, wohl mehr aus Mitleid und Verlegenheit, als aus Mangel an Verständnis.
Alfs Bruder, Mac, der Vorarbeiter, der Boss und das Gehirn des Teams, beobachtete mich sehr genau; seine blauen Augen schätzten diese dramatische Veränderung der Lage ab, während Spiro, der emotionelle junge Grieche in meinem seltsamen Maurertrio, Schwierigkeiten hatte, sein zitterndes Kinn unter Kontrolle zu bringen. Sein schwarzer, trauriger Schnurrbart hing noch schlapper, und seine dunklen Augen füllten sich bedrohlich. Man muss natürlich erwähnen, dass Spiro schon zum Taschentuch griff, wenn es nach Regen aussah.
»Er sie verlasst?«, gackerte er ungläubig. »Ihr Mann Sie verlasst? Allein, hier, mit junge Kind und schreckliches, zusammenfallendes Haus und schlechtes Abflüsse und Ratten und abblätterndes Putz und -«, er riss die Augen auf und starrte mich entsetzt an, »so furchtbar ausschauend?«
»Das Haus, hoffe ich doch, Spiro, nicht ich«, scherzte ich nervös.
Er runzelte die Stirn. »Ti?«
»Ähm, vergessen Sie es. Ja, also, natürlich, Sie haben Recht, das Haus ist in furchtbarem Zustand, aber wir sind schließlich mitten beim Neuelektrifizieren und Neuinstallieren, nicht wahr?«, sagte ich fröhlich. »Wir legen alles frei, Spiro, legen es bloß, bis auf die Knochen. Es wird noch schlimmer, bevor es besser wird, aber wenn es erst einmal ausgeschlachtet ist ...«
»Sie sind ausgeschlachtet!«, brüllte er. »Ich bin ausgeschlachtet! Ich kann nicht glauben, was für eine Sorte Mann Sie das antut! Was für eine Sorte von -von Bestie!« Damit riss er sich seinen Teewärmerhut vom Kopf und begrub sein Gesicht darin. Ich hatte den plötzlichen Drang, ihn ihm aus der Hand zu reißen und genau dasselbe zu tun. Stattdessen tätschelte ich seine Schulter.
»Kommen Sie, Spiro«, murmelte ich. »Sie sind süß, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Alles wird gut werden, ehrlich.« Ich wartete, während er sich sammelte, sich heftig die Nase in den Hut schnäuzte und sich diesen dann in ungewöhnlichem Winkel wieder auf den Kopf klatschte. Seine dunklen Augen blitzten.
»Alle Männer sind Schweine«, informierte er mich unmissverständlich, schüttelte wütend den Zeigefinger. »Alle Männer.«
Also dagegen hatte ich nichts einzuwenden. Ehrlich gesagt, fand ich seine Inbrunst ziemlich gut. Vielleicht könnten wir beide unsere verrotzten Hüte aufsetzen, losziehen und die Schweine gemeinsam umlegen. Spiros Blut war auf jeden Fall feurig, und wenn es in Wallung geriet, mein lieber Scholli.
Mac räusperte sich jetzt ostentativ. Er spuckte zielgenau auf den Boden neben mir.
»Also dann werden Sie das alles hier aufgeben, nicht wahr?«
Ich richtete mich vor meinem Vorarbeiter, dem ewigen Pragmatiker, der immer sofort zur Sache kam, auf und sah ihm trotzig ins strahlende Blauauge. Er war nicht viel größer als ich, um die fünfzig, drahtig und, im Gegensatz zu seinem bärenhaften Bruder Alf, sehr ausgeschlafen, äußerst helle.
»Wie meinen Sie das, Mac?«
»Na ja, jetzt wo alles im Eimer ist, werden Sie doch nicht weitermachen wollen, oder? Sie werden sich doch diesen ganzen Schlamassel nicht aufhalsen wollen, nur für Sie und Claudia, oder?«
Er machte eine abfällige Kopfbewegung in Richtung der Baustelle, die uns einkreiste, die Entschuldigung für eine Küche, in der wir standen, mit der offenen Balkendecke, die von einer flatternden blauen Plane geschützt war, dem durchweichten Beton zu unseren Füßen, den verrotteten Schiebefenstern mit ihren kaputten Kordeln, den Resopal-Einbauten im Stil der Sechziger - von denen die Hälfte schon von den Wänden gerissen war, der Rest klammerte sich noch hartnäckig fest - und schließlich dem großen, klaffenden Loch in der hinteren Wand, auf die Spiro aus Versehen mit dem Presslufthammer losgegangen war, nachdem er gehört hatte, dass Griechenland aus dem Weltcup geflogen war. Anschließend war er so zerknirscht gewesen, dass keiner von uns es fertig brachte, ihn deshalb zu beschimpfen. Ja, dieser »Schlamassel« war mein Zuhause.
Ich räusperte mich. »Ehrlich gesagt, Mac, genau deshalb hab ich euch gebeten, eine Pause zu machen und das Werkzeug kurz aus der Hand zu legen. Die Sache ist nämlich die: Ich bin absolut entschlossen weiterzumachen.« Ich reckte mich steil zu meiner vollen Größe von einsneunundfünfzig auf, steckte meine kurzen, dunklen Haare penibel hinter die Ohren und versuchte krampfhaft, tapferer auszusehen, als ich mich fühlte. »Absolut entschlossen. Die bloße Tatsache, dass mein Mann es für angemessen hielt, sich vom Acker zu stehlen, spielt keine Rolle. Was mich betrifft, wir machen weiter wie geplant. Wir werden die Küche restaurieren, diese schrecklichen Schränke rausreißen, die Wände neu verputzen, alle kaputten Fenster ersetzen, die neuen Schränke einbauen und dann, wenn wir damit fertig sind, werden wir oben anfangen. Okay?«
»Sie ist so tapfer«, flüsterte Spiro mit erstickter Stimme, den Wollhut wieder im Mund. Ich konnte ihn nicht ansehen. Ich schob mein Kinn vor, fühlte mich plötzlich wie ein kleiner Churchill.
»Aufgeben?«, jodelte ich. »Du lieber Himmel, nein. Ich habe dieses Haus erworben mit der alleinigen Absicht, es wieder in seiner früheren Pracht erstehen zu lassen, und das ist immer noch mein Plan, mein Traum.« Da schau einer an, jetzt war ich Martin Luther King, aber ich war nicht mehr aufzuhalten. »Und ich werde auch nicht sparen«, warnte ich, ließ meine Predigt zu priesterlicher Vollendung anschwellen. »Ich möchte nicht schludern und Dinge überstreichen, nur um irgendwie fertig zu werden, damit ich es verhökern kann, denn ich werde es nicht verhökern! Ich werde darin leben, und ich werde sehr lange Zeit darin leben und - und wenn mir danach ist, Rokoko im Badezimmer zu haben oder ... oder - Wenn ich ...«, ich sah mich hektisch um, »das Gästezimmer vergolden oder Pavillons im Garten haben will, dann werde ich das verdammt noch mal machen lassen. Was mich betrifft, ist das immer noch ein Haus für die Ewigkeit, und ich möchte, dass es wirklich gut wieder hergestellt wird. Ich möchte die alte Täfelung passend ergänzen, die Bilderleisten anbringen, die Schnicks und die Schnacks und Was-sonst-Nochs haben, den ganzen verdammten Zirkus eben. Das große Schlafzimmer muss völlig erneuert und durchdacht werden ...« Ich verstummte, als meine Stimme bei diesem Satz ins Wackeln geriet.
Um mich herum gab es verlegenes Füßescharren im Dreck und Gesichter, die sich auf den Boden konzentrierten. Eine Minute später hatte ich mich wieder im Griff. Ich schluckte energisch.
»Hört zu, Jungs. Ich wollte euch reinen Wein einschenken«, sagte ich leise. »Ich wollte euch informieren, weil es, wie ich weiß, schon Gerede gab.« An dieser Stelle richtete ich den Blick auf Mac, »und ich weiß, dass Sie sich alle gefragt haben, wo der >Chef< ist. Ehrlich gesagt sind mir die... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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