Peter Beil war ein sehr bekannter und beliebter Schlagersänger und Trompeter. Er ist Caroline Beils Vater und er starb nach langer Krankheit. April 2006 - ein schwerer Schlag - Peter Beil ist an Lungenkrebs erkrankt. Caroline war die erste, die davon erfuhr und sie ging den schweren Weg mit ihrem Vater gemeinsam.
Was sie während der Krankheit alles erlebte, mit ihrem Vater, mit der Krankheit und mit dem Gesundheitssystem, all dies läßt sie den Leser des Buches wissen.
Inhalt und Gliederung - sowie gleichzeitig meine Meinung zur Umsetzung des Stoffes:
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Das Buch ist in 5 Kapitel untergliedert.
Im ersten Kapitel schreibt Caroline Beil anfangs gleich davon, wie sie von der Krankheit ihres Vaters erfährt, wie sie diese Nachricht aufnimmt und wie ihr Vater dies alles verkraftet und versucht, es besonders ihr nicht so schwer zu machen, indem er anfangs, als sie ihn fragt, was der Arzt gesagt hat, meint, der hätte nichts gesagt ....
Sie beschreibt, wie ihr Vater ihr die Diagnose vorliest, wie niederschmetternd und medizinisch unverständlich sich das alles anhört, aber welche weitreichende Bedeutung diese geschriebenen Worte für alle haben....
Das, was er dann sagt: "Karzinom ...- das klingt nicht gut." Was bedeutet das alles? fragt mein Vater, und mein Magen verkrampft sich. Was heißt Pleura, was sind Infiltrate?
Kein Arzt hat mit ihm gesprochen, sie haben ihm die Unterlagen mit dem Befund ausgehändigt, schon allein dies ist eine Frechheit .... so finde ich .... er solle damit zu seinem Hausarzt gehen ....
Kapitel 2 beschreibt u.a. das Kennenlernen Caroline Beils Eltern. Sie heiraten 1966 und auch 1966 kommt sie zur Welt. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend, die unbeschwert ist und keinesfalls von Geldmangel geprägt ist.
Aber sie schreibt auch immer zwischendurch, wie sie sich mit der Krankheit auseinandersetzt, sie lässt sozusagen das Leben ihres Vaters und ihr eigenes Leben bis zum Ausbruch der Krankheit Revue passieren. Sie beschreibt, wie sie versucht, sich so viel wie möglich Informationen zusammenzutragen, um zu verstehen, um evtl. helfen zu können, um zu begreifen, was man gegen diese heimtückische Krankheit tun kann.
Beratungsstellen, Adressen, Krebsforschung, Einzelne Krebsarten und und und ....
mit all diesen Themen setzt sie sich auseinander.
Sie schreibt, wie sie mit anderen Menschen chattet und ihnen in dieser Zeit nahe ist, die die gleichen Probleme haben und ich finde, dass Menschen, die auch selber oder in ihrer Familie solche Probleme haben, dieses Buch sicher auch für sich lesen sollten.
Nie die Hoffnung aufzugeben ist für Caroline Beil das oberste Prinzip gewesen, leider hat es nicht geholfen, aber es hat sie sicher stark gemacht - das lese ich aus den Zeilen heraus. Und sie hat halt alles menschenmögliche getan, um ihrem Vater das Leben - seine letzte Zeit auf Erden - so lebenswert wie möglich zu machen.
Sie schreibt auch von Auftritten ihres Vaters in der Hitparade z.b. und wie gibt dem Leser ihre innersten Gedanken preis. Ich finde dieses Buch sehr interessant, sehr zu Herzen gehend geschrieben.
Man kann das Buch, obwohl es eigentlich auch eine Art Biografie ist, auch als Lebenshilfen zum Thema Krebs bezeichnen.
Caroline Beil lässt den Leser daran teilhaben, wie sie versucht hat, sich mit der Krankheit zu identifizieren, sie sagt aber auch aus, dass sie teilweise Behandlungsmethoden wie z.b. mögliche Varianten von Therapien verwehrt hat, weil zu große Nebenwirkungen auf ihren Vater zugekommen wären. Ob das richtig oder falsch war, mag ich nicht beurteilen, sie haben das gemeinsam so entschieden und das ist für mich richtig so.
Sicher hat nicht jeder die gleichen Ansichten und mancheiner wird Caroline Beils Verhalten, ihre Gedanken usw. nicht teilen, nachvollziehen oder verstehen können, aber ich finde, sie ist ehrlich zu sich selbst, sie lässt den Leser an ihrem Leben, an ihren Gedanken teilhaben und man erfährt als Leser auch, was man als Nichtinvolierter sicher nie für möglich halten könnte, dass so banale Themen wie ein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk im Angesicht einer solchen tödlichen Krankheit noch an der Tagesordnung sein können. Aber, wie sagt man so schön: DAS LEBEN GEHT WEITER ....
und auch dies wird dem Leser während des Lesens klar. Die allzu menschlichen Züge des Kranken und der Familienangehörigen.
Frau Beil schreibt aber nicht nur über die Krankheit, sondern man erfährt auch viel aus dem Leben der Beils.
Ich finde das Buch sehr interessant und ehrlich geschrieben und vergebe daher 100 von 100 möglichen Punkten.