Randy Susan Meyers, die Autorin von "Heute und in Ewigkeit" hat jahrelang mit Opfern häuslicher Gewalt und gefährdeten Jugendlichen gearbeitet.Ihrem Roman merkt man diesen Hintergrund an und herausgekommen ist ein beeindruckendes Debütwerk, dass berührt, aber auch Mut macht,
Die Hauptprotagonisten dieses Buches,Lulu und Merry, erzählen in abwechselnder Reihenfolge, die Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend, die ihren Anfang in den 70iger Jahren in New York nehmen.
Lulu erlebt als knapp 10jährige mit, wie ihr Vater im Streit ihre Mutter mit einem Messer ersticht und ihre 5jährige Schwester schwer verletzt. Dieses traumatische Erlebnisse begleitet die beiden Geschwister ein Leben lang.
Nach diesem Trauma beginnt für die beiden Geschwister eine Odyssee. Von der Großmutter zur Tante abgeschoben, die sehr deutlich macht, dass sie die "Mörderkinder" nicht unter ihrem Dach haben will, landen Lulu und Merry schließlich in einem Waisenhaus.Nach einem langen Aufenthalt in dieser Einrichtung werden sie in eine Pflegefamilie aufgenommen, doch emotionaler Halt bleibt ihnen in all dieser Zeit fremd.Erst als Erwachsene beginnen sie das Erlebte aufzuarbeiten, jeder für sich auf seine Art.
Die Schilderungen der beiden Mädchen, bzw. Frauen berühren den Leser unweigerlich und man kann sich dem Sog dieses Buches nicht entziehen. Die Mädchen gehen recht unterschiedlich mit diesem traumatischen Erlebnis um und auch ihr Verhältnis zu ihrem Vater gestaltet sich recht konträr.Was gleichermaßen bei den Mädchen festzustellen ist, sind die gleichen Verhaltenweisen, die Kinder nach solch einem Erlebnis aufweisen.Angepasstes Verhalten, um den Mitmenschen nicht zur Last zu fallen, andererseits aber ein tiefes Misstrauen den Menschen gegenüber.Selbstverletzungen, Bindungsunfähigkeit, Helfersyndrom und ein immer wieder festzustellendes Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten.Was diese Menschen häufig aber am meisten quält, ist ein Gefühl,an diesem Ereignis Schuld zu tragen, was sie ein Leben lang begleitet.
Die Schilderungen dieser Geschichte, die so ,oder ähnlich bestimmt häufiger passieren als wir ahnen, auch wenn es nicht immer mit einem Mord endet,werden gut nachvollziehbar von der Autorin in Szene gesetzt. Ihr Schreibstil ist flüssig und häufig auch sehr humorvoll, trotz des ersten Themas, was dem Ganzen manchmal die Spitze nimmt.Das Buch ist aber auch hoffnungsvoll geschrieben und hat mich etwas an "Das Schloss aus Glas" erinnert, dem autobiographischen Roman von Jeanette Walls.Wem dieses Buch gefallen hat, wird auch "Heute und in Ewigkeit" mit Interesse lesen.
Mir hat dieses Debütwerk ausnehmend gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.