„Heureka" ist ein Rundumschlag durch die Philosophie, die Naturwissenschaften und die Gesellschaftswissenschaften: 270 Seiten Reise durch Zeit und Raum auf den Spuren herausragender Ideen. Ausgangspunkt des mutigen Projektes von Macrone, die seiner Ansicht nach wichtigsten „Ideen des westlichen Denkens in kondensierter Form" zu vermitteln, ist die Ansicht, daß Wissen nicht nur Macht ist (Francis Bacon), sondern auch Spaß machen soll. Mit diesem Buch ist es ihm gelungen, abstrakte Dinge und Zusammenhänge ebenso kurzweilig wie informativ darzustellen und so zu ihrer Verbreitung beizutragen. Gleichzeitig stellt er Kernideen aus sehr unterschiedlichen Wissens- und Wissenschaftsbereichen so dar, daß einerseits der Laie neue Dinge erfährt, andererseits der Fachmann sich nicht (zu sehr) ärgert, daß wesentliche Aspekte durch die Kürze der Darstellung unterschlagen werden. Dieses Kunststück gelingt dadurch, daß die Darstellung des jeweiligen Konzeptes mit einer beispielhaften Umsetzung verbunden und auch auf die kritischen Punkte eingegangen wird. Die Auswahl der Begriffe und Konzepte erscheint zwar nicht völlig frei von Willkür, zumal Macrone sich nach eigener Aussage vorrangig auf jene Ideen konzentriert hat, die in der populären Literatur und in „kultivierten Gesprächen" gehäuft anzutreffen sind. So wäre neben Parkinsons Gesetz beispielsweise auch das Peter-Prinzip, der Aufstieg bis zu individuellen Stufe der Unfähigkeit, eine Darstellung wert gewesen. In seiner Gesamtheit ist das Buch auf jeden Fall ebenso lehrreich wie amüsant zu lesen. Nicht nur, daß es einen Überblick von der Erbsünde über die Maschinenstürmerei und den Quantensprung bis zur virtuellen Realität bietet; es regt zugleich dazu an, sich mit den dargestellten Ideen intensiver zu befassen. Dennoch bleiben nach der Lektüre zwei Fragen offen: Erstens nach jenen gesellschaftlichen Kreisen, in denen kultivierte Gespräche über „den ersten Beweger" oder „Gödels Unvollständigkeitssatz" stattfinden. Zweitens nach den 80 weiteren Erklärungsversuchen der Welt neben dem archimedischen Prinzip, die einem der Untertitel des Buches verspricht. Selbst nach mehrmaligem Nachzählen und Durchnumerieren der skizzieren Ideen endet man stets bei nur 79 Darstellungen. Wie ist das zu erklären?