was wird nicht alles geschrieben über alte völker - und die meisten autoren schwören stein und bein, daß es haargenuso war, wie sie es beschreiben, auch wenn von vornherein klar ist, daß sich einige jahre später sowieso das gegenteil heraustellen wird. genau diesen fehler machen die beiden autoren dieses buches nicht. sie sagen von vornherein offen und ehrlich, daß heute noch vieles spekulation ist und nicht genau bewiesen. zwischendrin füllen sie die lücken nicht mit ihren eigenen "wahrheiten", sondern bleiben sich treu und geben einfach die lücke zu. genau das ist die art, wie geschichts-sachbücher glaubwürdig und lesenswert werden.
wer sich entschließt "die hethiter" zu lesen, hält ein sachbuch in der hand, das nicht mit millionen von fußnoten und 400 seiten anhang (die meisten quellen nützen dem gemeinen sachbuchleser nämlich absolut nichts, weil er überhaupt nicht an diese bücher und quellen rankommt) nervt, sondern erhält einblick in das werden und vergehen einer ehemaligen supermacht, an der sich selbst die ägyptischen pharaonen die zähne ausgebissen haben.. es wird die außenpolitik beleuchtet und die inneren probleme (allein die "wechsel" auf dem hethitischen thron wären ein eigenes buch wert), es wird vom täglichen leben und der kultur berichtet bis hin zu so banalen sachen wie der königsküche. in gestalt von friedensverträgen, kriegen, gegenkriegen und handelsbeziehungen werden indirekt kurze blicke auf die nachbarn geworfen.
wer die "banalitäten" überspringen will, kann das tun, denn die autoren haben ein einfaches ordnungssystem verwendet, das mir persönlich sehr gut gefällt: kapitel mit gerader zahl - eigenheiten der kultur und des alltagslebens; kapitel mit ungerader zahl - chronologische darstellung der geschichtlichen fakten.
insgesamt ein lesenwertes buch, das die neuesten erkenntnisse zusammenfaßt, dem puzzle einige teile hinzufügt, in flotter moderner sprache geschrieben und das den versuch (genauso sollte man es verstehen!!) macht, den nebel um diese einstige großmacht ein bischen zu lüften.