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Hethiter: Die unbekannte Weltmacht [Taschenbuch]

Birgit Brandau , Hartmut Schickert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2004
Sie waren wie die Ägypter eine Großmacht, gefürchtet wegen ihrer Streitwagen-Armeen, bewundert wegen ihrer Technologie und Kultur: die Hethiter. Birgit Brandau und Hartmut Schickert begeben sich auf die Spuren jenes Volkes, dessen Reich auf dem Zenith seiner Macht endete. Ein faszinierendes Panorama der alten Welt des Vorderen Orient tut sich auf, ein Blick in die Zeit der Babylonier, der Pharaonen, der Trojaner – und in die Geschichte des wohl rätselhaftesten Volkes von allen. »Aufwendig recherchierter, klug konzipierter, aufs Lesbarste geschriebener Archäologie-Report.« (Stuttgarter Nachrichten)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492239781
  • ISBN-13: 978-3492239783
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 38.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Eine Entdeckungsreise in eine untergegangene Welt. Besichtigt wird die frühantike Hochkultur der Hethiter, die immer noch Rätsel und Geheimnisse birgt. Das trotz allem überraschend umfangreiche aktuelle Wissen über Geschichte und Kultur dieses indogermanischen Volkes, das im 2. Jahrtausend v.Chr. (ca. 1550-1220) im östlichen Kleinasien (das heutige türkische Staatsgebiet und angrenzende Länder) ein Großreich errichtete, soll mit dem vorliegenden Band einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht werden. Ein lohnenswertes Unterfangen, da sich außer einigen archäologischen Titeln (z.B. über die hethitische Hauptstadt Hattusa. Stadt der Götter und Tempel, heute Bogazköy, von Peter Neve) nur fachspezifische Literatur mit den Hethitern befasst.

Ausgebreitet wird das Panorama einer hoch entwickelten Gesellschaft, deren umfassende Fähigkeiten und Kenntnisse faszinieren und in manchen Bereichen nahezu modern anmuten: ihre Leistungen hinsichtlich einer reibungslos funktionierenden und alle Lebensbereiche umfassenden Verwaltung (Archive mit zahllosen Keilschrift-Tontafeln), im Rechtswesen (älteste erhaltene Verfassung der Menschheit, Verträge mit anderen Reichen wie z.B. Ägypten), in der Metallverarbeitung und Vorratshaltung (Rezepte), in Handel und Diplomatie, im Kriegshandwerk, in der Architektur (Tempel und Paläste von monumentalen Ausmaßen, Mauerfestungen) und Literatur (auch Geschichtsschreibung), Hofzeremoniell etc.

Selbst als Fremde in das spätere Kerngebiet ihres Reiches gekommen, dem sie durch Kriegszüge und friedliche Vertragsabschlüsse weitere Herrschaften hinzufügten, blieben die Hethiter den integrierten Völkern gegenüber weitgehend tolerant und um die Einheit und den Zusammenhalt ihres monarchischen Feudalstaates bemüht. Die entscheidende Initiative und verfassungsrechtlichen Maßnahmen hierzu ergriff der hethitische König Telipinu (um 1500 v. Chr.) mit Einführung und Durchsetzung der dynastischen Erbfolge im Königshaus.

Die Darstellung folgt einer chronologischen und einer strukturellen Linie, was eine kursorische Lektüre ermöglicht. Möchte man sich über die reine Ereignisgeschichte informieren, hält man sich an die ungeraden Kapitel; interessiert man sich beispielsweise für Sprache, Alltagsleben oder Verwaltung, wendet man sich den geraden zu. Anmerkungen erklären ausgewählte Begriffe und Gegenstände, Personen oder Ereignisse. Ein Anhang mit Literaturverzeichnis und vergleichender Zeittafel (Hattusa, Ägypten, Babylonien, Assyrien) sowie farbige Fotografien hethitischer Bauwerke und Kunstgegenstände vervollständigen den Band. Das Register ist aufgrund seiner Lückenhaftigkeit nur bedingt hilfreich.

Die Stärken des Buches sind die allgemein verständliche und quellennahe Schilderung, die sich auf neueste Forschungsergebnisse stützt und die Ausführungen zu weit über die hethitische Geschichte hinausgehenden, parallel verlaufenden historischen Entwicklungen. Ein Wermutstropfen sind jedoch die bemüht locker-(fahr)lässigen Formulierungen und zum Teil haarsträubenden politischen und kulturgeschichtlichen Vergleiche zu späteren Epochen, wo gerne auch mal aktuell-zeitgeschichtliche Bezüge hergestellt werden. Dies mag zwar in einzelnen Fällen der Plastizität dieses schwer zugänglichen Abschnittes der Weltgeschichte dienen, geht jedoch auf Kosten der Glaubwürdigkeit. --Osseline Kind -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Aufwendig recherchierter, klug konzipierter, aufs Lesbarste geschriebener Archäologie-Report.« Stuttgarter Nachrichten

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen geschichte ohne die übliche arroganz 23. Juni 2004
Von baidong
was wird nicht alles geschrieben über alte völker - und die meisten autoren schwören stein und bein, daß es haargenuso war, wie sie es beschreiben, auch wenn von vornherein klar ist, daß sich einige jahre später sowieso das gegenteil heraustellen wird. genau diesen fehler machen die beiden autoren dieses buches nicht. sie sagen von vornherein offen und ehrlich, daß heute noch vieles spekulation ist und nicht genau bewiesen. zwischendrin füllen sie die lücken nicht mit ihren eigenen "wahrheiten", sondern bleiben sich treu und geben einfach die lücke zu. genau das ist die art, wie geschichts-sachbücher glaubwürdig und lesenswert werden.

wer sich entschließt "die hethiter" zu lesen, hält ein sachbuch in der hand, das nicht mit millionen von fußnoten und 400 seiten anhang (die meisten quellen nützen dem gemeinen sachbuchleser nämlich absolut nichts, weil er überhaupt nicht an diese bücher und quellen rankommt) nervt, sondern erhält einblick in das werden und vergehen einer ehemaligen supermacht, an der sich selbst die ägyptischen pharaonen die zähne ausgebissen haben.. es wird die außenpolitik beleuchtet und die inneren probleme (allein die "wechsel" auf dem hethitischen thron wären ein eigenes buch wert), es wird vom täglichen leben und der kultur berichtet bis hin zu so banalen sachen wie der königsküche. in gestalt von friedensverträgen, kriegen, gegenkriegen und handelsbeziehungen werden indirekt kurze blicke auf die nachbarn geworfen.

wer die "banalitäten" überspringen will, kann das tun, denn die autoren haben ein einfaches ordnungssystem verwendet, das mir persönlich sehr gut gefällt: kapitel mit gerader zahl - eigenheiten der kultur und des alltagslebens; kapitel mit ungerader zahl - chronologische darstellung der geschichtlichen fakten.

insgesamt ein lesenwertes buch, das die neuesten erkenntnisse zusammenfaßt, dem puzzle einige teile hinzufügt, in flotter moderner sprache geschrieben und das den versuch (genauso sollte man es verstehen!!) macht, den nebel um diese einstige großmacht ein bischen zu lüften.

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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein phantastisches Sachbuch 9. Oktober 2006
Genauso müssen Sachbücher aussehen, die nicht für eine Handvoll von Wissenschaftlern, sondern für ein breites Publikum geschrieben sind. "Die Hethiter" lesen sich so spannend und locker wie gute Belletristik und liefern dabei zuverlässig alle Informationen, die die Forschung bislang über das lange vernachlässigte Volk der Hethiter herausgefunden hat. Und das ist eine ganze Menge: Die Hethiter sind eines der faszinierendsten Völker der Frühgeschichte und haben sich vor allem in ihrem Rechtsverständnis grundlegend von den anderen vorderasiatischen Mächten unterschieden. Vergleiche zur Moderne, wie sie die Autoren ziehen, sind deshalb meines Erachtens absolut angebracht. Neben Recht und Politik vernachlässigen die beiden Autoren aber auch den Alltag nicht und liefern Informationen bis hin zu - sehr leckeren - Rezepten zum Nachkochen. Dabei machen sie nicht den Fehler vieler populärwissenschaftlicher Sachbuchautoren, nämlich zu sehr zu vereinfachen und Zweifel zu ignorieren. Brandau und Schickert sagen deutlich, was Stand der Forschung ist und was bislang noch Spekulation.

Kurz und gut: Bei einem derart gutes Buch über ein derart interessantes Thema kann ich jedem halbwegs Geschichtsinteressiertem nur eine Empfehlung geben: Lesen!
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