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Herzzeit: Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Herzzeit: Ingeborg Bachmann - Paul Celan. Der Briefwechsel (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Ingeborg Bachmann , Paul Celan , Bertrand Badiou , Hans Höller , Andrea Stoll , Barbara Wiedemann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 399 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (12. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351846115X
  • ISBN-13: 978-3518461150
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 86.658 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Ingeborg Bachmann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein dramatisches, tief erschütterndes Lebenszeugnis, das keinen Leser unberührt lässt.«

(Michael Braun Der Tagesspiegel )

»Das literaturgeschichtliche Ereignis des Bücherherbstes« (Julian Schütt Weltwoche )

»Eine Liebe, wie sie wohl nur in der Nachkriegszeit kultiviert werden konnte, verband die beiden Unbedingten Ingeborg Bachmann und Paul Celan, eine Liebe, die nicht Bestand hatte, dafür aber einige der schönsten Liebesgedichte hervorbrachte, die die deutsche Literatur im 20. Jahrhundert zu bieten hat.« (Jürgen Serke Die literarische Welt )

»Solch ein Buch erscheint nur alle paar Jahrzehnte.« (Helmut Böttiger Deutschlandradio )

»Aus einem grossen Rätsel der Literatur ist der Roman zweier Leben geworden. ... Wenn der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan in seiner tiefen Trauer und seinen poetisch umschriebenen Freuden schon jetzt nachzulesen ist, dann ist das ein literarisches Abenteuer. Herzzeit, wie der Band nach einem Gedichtwort Celans heisst, ist ein Schlüsselroman unter umgekehrten Vorzeichen: Exemplarisch waren diese beiden Leben und so beispiellos wie die Verzweiflung, die sie verband.« (Paul Jandl Neue Zürcher Zeitung )

»Und ja, es geht uns etwas an. Die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan ist ein exemplarischer Fall. Einerseits, weil die Verbindung ein Werk – nämlich das Bachmanns – in seinen Anfängen prägte. Andererseits, weil die Beziehung nicht nur eine private war, sondern auch eine historische: zwischen Exilant und Österreicherin, zwischen jüdischem Opfer und Nazi-Kind. ... Wer diese Briefe liest, watet knietief im großdeutschen Verhängnis und ist danach klüger geworden. Auch darin, wie man in Klugheit verzweifeln kann.« (Elke Schmitter Der Spiegel )

»So etwas hat man von Bachmann wie von Celan bisher noch nicht gelesen.«   (Helmut Böttiger Süddeutsche Zeitung )

»Atemloser und verzweifelter haben zwei Liebende kaum je um Worte gerungen: Im erstmals zugänglichen Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan wird das Private politisch und literaturhistorisch bedeutsam.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung

Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Lange war ihre Liebe ein großes Geheimnis, jetzt ist sie dokumentiert. Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter, ist das bewegende Zeugnis zweier Menschen, die sich liebten und gegenseitig verletzten, die einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten. Fast zwanzig Jahre lang kämpfen sie in ihren Briefen um die Liebe und Freundschaft des anderen, wiederholt herrscht Schweigen, immer wird der Briefwechsel wiederaufgenommen – bis es 1961 endgültig zum Bruch kommt.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Uhren - tief in uns 19. April 2010
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Sie haben sich im Mai 1948 in Wien kennen gelernt: die Philosophiestudentin Ingeborg Bachmann und der staatenlose Jude Paul Celan aus Czernowitz. "Der surrealistische Dichter ...hat sich...in mich verliebt...", schreibt sie ihren Eltern. Und an Paul: "...und nehm Deinen fremden, dunklen Kopf zwischen meine Hände und möchte Dir Steine von der Brust schieben, Deine Hand mit den Nelken freimachen und Dich singen hören". Er - ganz Dichter - eröffnet den Briefwechsel mit dem wunderbaren Gedicht "In Aegypten", in dem bereits alles das anklingt, was sein Leben bedeuten sollte. Er nimmt die Geliebte mit hinein in seine Jüdischkeit. "Du sollst die Fremde neben dir am schönsten schmücken /...mit dem Schmerz um Ruth, um Mirjam und Noemi..." heißt es da.

Dieser Briefwechsel - er währte vom Mai 1948 bis Herbst 1967 und wird ergänzt um die Korrespondenz zwischen Paul Celan und Max Frisch und Ingeborg Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange - ist ein Dokument einer ganz großen und sehr schmerzlichen Liebe, ein Dokument der Hingabe, der Trennung, des Sich-Wieder-Findens, ein dramatisches und bewegendes, ja, berührendes Lebenszeugnis. In den Kontext zum Briefwechsel gehört auch Celans Gedichtband "Mohn und Gedächtnis" mit der berühmten "Todesfuge" (1952). Lange wurde gerätselt, was es mit dieser Liebe der beiden bedeutenden Dichter auf sich hatte, wie diese Beziehung sich in Werk und Leben der beiden niedergeschlagen hat. Endlich haben wir Klarheit.

Begonnen hatte die Beziehung am 20. Mai 1948 in Wien. Wenige persönliche Treffen waren danach zu verzeichnen: Ende 1950 war Ingeborg Bachmann etwas zwei Monate bei Celan in Paris, ein weiteres Mal im Februar/März 1951 für ein paar Tage; im März 1952 haben sie sich bei der Tagung der Gruppe 47 getroffen. Jahre des Schweigens folgten. Erst 1957 dann eine weitere persönlichen Begegnung, so in Köln. Hier kam es zu einem Neubeginn der Beziehung. Lyrische Beweise: das Gedicht "Rheinufer" von Ingeborg Bachmann ("Wasserstunde, der Schuttkahn/fährt uns zu Abend...". Und Paul Celan "antwortete" mit dem wunderbaren Gedicht "Köln: Am Hof" ("Herzzeit, es stehn/die Geträumten für/die Mitternachtssziffer...Ihr Dome ungesehn,/ihr Wasser unbelauscht,/ihr Uhren tief in uns"). Die kommenden Treffen wurden jedoch bald spärlicher, ein letzter Brief dann Ende 1961.

Der Versuch eines gemeinsamen Lebens in Paris oder anderswo scheiterte, musste scheitern. Sie haben sich "gegenseitig die Luft genommen".Und doch: die Bachmann kämpfte um Paul, wenn auch letztlich vergebens. Sie schreibt von der "großen Sehnsucht nach ein wenig Geborgenheit" und "Du warst...beides für mich: das Sinnliche und das Geistige".

Natürlich war diese Beziehung nicht nur eine Privatsache. Hat sie doch etwas mit dem historischen Verhängnis zu tun, das die Bachmann nur als indirekt Betroffene, Celan als direkt Betroffener, als Opfer (er hat seine Eltern im KZ verloren), als das er sich sein ganzes Leben lang gefühlt hat: traumatisiert und ständig verfolgt, erlebt und erlitten hat. Dazu sein "Niedergeschlagenheit über die politischen Zustände in Deutschland". Das hat auch etwas mit der Goll-Affäre zu tun. Celan habe von Yvan Goll "abgeschrieben". Ungewollt ist diese Geschichte von dem Literaturwissenschaftler Richard Exner ausgelöst worden; von Claire Goll wurde ein einfacher Vergleich dann instrumentalisiert und so zu einer Affäre, die für Celan zu einem lebensbestimmenden Thema wurde.

Immer wieder nahm er in seinen Briefen Bezug darauf, bat darum, forderte, eindeutig für ihn Stellung zu beziehen. Ingeborg Bachmann versuchte zu helfen, zu vermitteln, auch zu beschwichtigen. Paul Celan war nicht zu beruhigen und übertrug die Affäre auf die gesamte politische Befindlichkeit der jungen Bundesrepublik. Der Plagiatsvorwurf sei infam man suche die Veröffentlichung seiner Gedicht zu hintertreiben, Böll habe ihn hintergangen, Max Frisch ebenfalls, die Stimmung sei durchgängig gegen ihn. Hier spielte sich ein Drama von antikischem Ausmaß und großer literarischer und geschichtlicher Dimension ab.

Am Ende starb Paul Celan, der sich am 20. April 1970 in Paris das Leben nahm, auch daran. Und Ingeborg Bachmann? Am 17. Oktober 1973 verstarb sie nach einem tragischen Brandunfall in Rom.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das vielleicht beste, was ein Buch werden kann: Sehr sehr beeindruckende Dokumentation einer chancenlosen Liebe in schweren Gewässern. Akribisch genau bearbeitete Briefsammlung (Bachmann/Celan. Celan/Max Frisch. Bachmann/Gisèle Celan-Lestrange). Sowohl die Tiefe und Offenheit dieser Liebe im schwierigsten Umfeld ist beeindruckend als auch, was man nebenbei mitbekommt über den Betrieb des Literaturschaffens in der Nachkriegszeit. Total fesselnd!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von empe
Format:Taschenbuch
Dem Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan folgen zu dürfen, bewirkt ein Aufrütteln und Aufwachen der eigenen Gefühlswelt. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die sich liebend und doch nicht in Zweisamkeit verbunden seit dem Kennenlernen im Jahre 1948 bis zum Tod von Paul Celan im Jahre 1970, also 22 Jahre lang, in offener und vertrauter Ehrlichkeit schriftlich, telefonierend, aber auch immer wieder persönlich treffend, treu begleiten. Die Zeit der Nachkriegsjahre war schwierig, der Literaturbetrieb ebenso und auch all die unausweichlichen persönlichen und fremd gesteuerten Hindernisse zeichnen verantwortlich für eine unerfüllte aber doch lebenslange Liebe, der sich der Leser kaum entziehen kann.

Eine ausgezeichnete Recherche, eine vortreffliche chronologische Aufarbeitung der Briefe, eine übersichtliche Zeittafel, die authentische Wiedergabe des Zeitgeschehens sowie die zusammenfassenden Kommentare "Lass uns die Worte finden" und "Das Briefgeheimnis der Gedichte" runden diese seltsame Liebesgeschichte ab und zeichnen das Autorenteam daher im höchsten Maße aus.
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