Eher zufällig stieß ich im ARD-Musikantenstadl auf den Auftritt dieses jungen 'Newcomers'. Als überzeugter Volksmusik-Verachter und 27-jähriger 'Anti-Heileweltler' konnte ich dennoch nicht anders, als den Song 'I sing a Liad für di' gut zu finden. Er macht gute Laune und der Tanzstil des Herrn G. ist - nun ja - speziell... ;-) Also kurzerhand die Single bestellt, angehört und überzeugt. Man möchte es eigentlich nicht gut finden, aber man kann nicht anders und hört den Song ein zweites, drittes und viertes Mal. Inzwischen dürfte ich fast die 100er-Marke erreicht haben. OK, gibst Du Herrn Gabalier eine Chance, dachte ich mir und bestellte die CD 'Herzwerk' zu einem unschlagbar günstigen Preis.
Beim ersten Hören war ich etwas gelangweilt, da doch sehr viele langsamere Songs dabei sind, was ich nach dem Smash-Hit aus dem Stadl nicht erwartet hatte. Aber auch beim Album ist es so, dass man es ein paar Mal gehört haben muss, um zu erkennen, dass jeder Song seinen ganz eigenen Stil hat und einige Songs sogar an große Klassiker erinnern ('Dahoam' z. B. erinnert extrem an 'The Joker' und 'Du bist Licht in meinem Leben' beinah an den König-der-Löwen-Soundtrack), was dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Die Songs gehen dermaßen ins Ohr, dass man die Melodien nach ein paar Malen Hören auswendig kennt und sich dabei erwischt, wie man sie im Alltag vor sich hin summt. Gabaliers Stimme ist angenehm rau und nie aufdringlich. Textlich bewegt sich die CD zwischen Belanglosigkeit und tiefgründiger Nachdenklichkeit. Faszinierend dabei: Die enge Verbundenheit des Künstlers zu seiner Heimat.
Schön, dass sich noch Leute trauen, zu ihrer Heimat zu stehen. In Deutschland ist das leider nicht immer selbstverständlich, aber die Österreicher machen es vor.
Dass Andreas Gabalier seine Songs größtenteils selbst schreibt, ist in meinen Augen ein weiterer Pluspunkt. Der Sound im Allgemeinen kommt nicht ganz so traditionell daher und überschneidet sich stellenweise mit Schlagersound oder gar Rockmusik. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf neue CDs.
Fazit: Endlich ein Künstler, der es auch jungen Leuten 'erlaubt', Volksmusik gut zu finden. Klasse!