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Herztier [Taschenbuch]

Herta Müller
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 251 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (19. Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596175372
  • ISBN-13: 978-3596175376
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 54.170 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Herta Müller
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Rumänien in den achtziger Jahren: Eine Gruppe von Freunden leistet Widerstand gegen das Terrorregime Ceausescus, sie schreiben oppositionelle Gedichte und dokumentieren die alltägliche Überwachung durch die Securitate. Allmählich aber werden sie selbst Opfer der Verfolgung. Als drei von ihnen in den Westen ausreisen, geht dort der Terror weiter.

Über den Autor

Herta Müller wurde 1953 in einem deutschsprachigen Dorf im Banat/ Rumänien geboren. Nach einem Publikationsverbot und Repressionen durch die Securitate konnte sie 1987 nach Berlin ausreisen, wo sie heute auch lebt. Zu ihren bekanntesten Werken gehören der Erzählungsband "Reisende auf einem Bein" und der Roman "Der Fuchs war damals schon der Jäger".

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
119 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biene Maya 2013 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Titel "Herztier" ist eine neologistische Anlehnung an das rumänische Wort inimal, das eine Verschmelzung der Worte inima (Herz) und animal (Tier) darstellt.

Erzählt wird die Geschichte einiger junger Menschen im vorrevolutionären Rumänien (Temeschwar in den 80ern). Die kunstvolle Verschlingung der poetischen Sprachbilder mit der erschütternden Geschichte erzeugen eine ungeheuere Dichte, die den Leser von Beginn an in ihren Bann zu schlagen vermag.

Nach dem Selbstmord Lolas, einer Kommilitonin der Erzählerin, lernt diese drei Männer kennen: Edgar, Kurt und Georg. Die jungen Leute verbindet eine Art Seelenverwandtschaft und sie bleiben auch nach dem Studium in Kontakt. In der Maschinenfabrik, in welcher die Protagonistin eine Arbeit als Übersetzerin antritt, lernt sie die junge Rumänin Tereza kennen und freundet sich auch mit ihr an. All dies geschieht vor dem Hintergrund des Ceausescu-Regimes. Die Beschreibung der Lebensumstände, die ständigen Schikanen durch den rumänischen Geheimdienst Securitate und die daraus resultierende Unmöglichkeit ein normales Leben führen zu können, liefern ein bedrückendes Zeugnis vom Nicht-leben-Können in einer menschenverachtenden Diktatur. Verrat und die ständige Angst davor, Beschattung und Verhöre führen zur vollkommenen Zerrüttung der Charaktere. Auch die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland lässt die Gehetzten keine Ruhe finden. Das Auge der Macht sieht überall hin.

Die beklemmende Atmosphäre wird zusätzlich durch die vielfältige Krankheits- und Todesmotivik (rätselhafte "Selbstmorde", Krebs, Wahnsinn...) getragen, die das Buch wie ein roter Faden durchzieht. Wo ein normales Leben nicht möglich ist, bleibt dem Menschen nur die Flucht in den Irrsinn oder in den Tod...
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101 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Herztier von Herta Mueller habe ich mehrmals gelesen. DieSprache ist sehr bildhaft, derb, einfach wunderbar. Ohne jedeSpekulation, aus dem Bauch heraus werden Personen, Gespraeche, Handlungen beschrieben. Die Direktheit mit der die Autorin schreibt ist verblueffend, faszinierend. Die Tage, Jahre, vor der blutigen Revolution in Temeswar 1989 werden anhand der Citoyen dieser mehrsprachigen alten kakanischen Stadt beschrieben. Das persoenliche Erleben ist nicht zugedeckt, erdrueckt, durch die grausame Finsterniss im rumaenischen Balkankeller Temeswar vor 1989. Die verbogenen Lebenslaeufe sind anhand der grell gezeichneten Frauenfiguren einfuehlsvoll beschrieben. Es ist nicht der harte Sound in Herta Muellers Romansprache der die Figuren antreibt, es ist das Erlebte der Autorin selbst das hier zu Sprache wird. Das die nationalkommunistische rumaenische Balkandiktatur aus dieser mehrsprachigen Stadt eine tote Oeffentlichkeit bis zum Dezember 1989 gemacht hat wird anhand der Figuren deutlich. Das Unheilvolle liegt in der Atmosphaere dieser 1980er Jahre. Die Romanzeit der Autorin ist diese Zeit in dieser alten kakanischen Stadt, die seit 1918, einer der vielen europaeischen missglueckten Grezverschiebungen, rumaenisch als oeffentliche Administrationsprache hat. Aehnlich wie Franz Kafka ist die Autorin sehr sensibel, was die oeffentliche und veroeffentlichte Sprache der Figuren betrifft. Im Hintergrund ist der Mundgeruch der rumaenischen Securitete /Staatsgeheimpolizei, zu spueren. Ich habe einige Lesungen der Autorin mitgemacht, in Heidelberg und Stuttgart. Herta Mueller liest vor vollem Haus. Ihr Publikum hat sie ueberall in der Bundesrepublik und den deutschsprachigen Laendern. Ihr Roman Herztier ist eine Homage an die mutigen, lebenshungrigen Citoyen der multikulturellen Stadt Temeswar der 1980er Jahre. Herta Mueller wurde 1987 "ausgebuergert". Ohne sie ist diese Stadt um eine Literatursprache aermer. Es ist heute eine andere Stadt, ohne die Bewohner die vom Nationalkommunistischen Rumaenien als Devisenbringer gegen Kopfgeld verkauft wurden. Der Schmerz ist den Roman-Figuren eingebrannt. Es sind authentisch, glaubwuerdige Bewohner einer osteuropaeischen Region vor 1989. Herta Muller hat die Aufmerksamkeit und Auszeichnungen nach 1987 verdient. Ihre Romansprache ist der Sound dieser Zeit. Ich habe bei ihr auch bei den Literatur-Lesungen nie einen Hauch von Spekulation welcher Art auch immer, gespuert. Ihre Direktheit praegt ihre Wortstellung. Auch in den Interwiews. Ihr Roman ist mir sehr lieb geworden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
beeindruckend 6. Juni 2010
Format:Taschenbuch
Dieses Buch hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. In die Erschütterung über die erzählten Ereignisse mischt sich die Bewunderung für die schriftstellerische Leistung. Besonders die Sprache begeistert, deren Meisterschaft sich nicht in einer glatten, melodiösen Eleganz, sondern in einer direkten und manchmal auch rauen Kunstfertigkeit offenbart.

Der Roman zeichnet ein Bild von der Verfolgung und Bedrohung der Ich-Erzählerin in dem Rumänien unter der Herrschaft Ceausescus. Es trägt autobiographische Züge und gibt wegen der eigenen Erfahrungen der Autorin ein eindrückliches Bild eines für Empfindungen offenen und reflektierenden Menschen in einer Zeit, in der das Überleben in Würde unmöglich scheint. Es lässt den Leser die Angst, die Beklemmung und das Misstrauen, die Ungerechtigkeit und die Willkür unter dem Terrorregime nachempfinden.

Doch auch für einen Leser, der meint, durch die Masse an Literatur zu autoritären Regimen für das Thema schon abgestumpft zu sein, birgt das Buch noch Neues. Herta Müller gelingt es nämlich, nicht in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Und doch relativiert sie die Schuld der Täter an keiner Stelle. Das wird besonders an der Figur der Tereza deutlich, einer Freundin der Ich-Erzählerin, die diese ausspioniert. Ihrerseits hat Tereza selbst ein tragisches Schicksal, da sie an einer Krankheit leidet. Das wird aber nicht mit ihrer Spitzeltätigkeit in Beziehung gesetzt. Stattdessen wird nur das zerrissene Gefühl beschrieben, das die Erzählerin für Tereza empfindet.

In gleicher Weise beeindruckt die eindringliche Beschreibung des Konfliktes, den die mangelnde Anpassung der Erzählerin und ihrer Freunde in den jeweiligen Familien hervorruft. Das spannungsgeladene Verhältnis der Erzählerin zu ihrer Mutter wird in all seiner Widersprüchlichkeit zur Anschauung gebracht, ohne dass sich diese Konfliktsituation auflösen ließe.

Etwas schade ist es dagegen, dass die drei Freunde der Erzählerin Kurt, Georg und Edgar kaum individuelle Wesenszüge erkennen lassen. Diese drei jungen Männer treten während des Studiums mit der Erzählerin in Kontakt und werden ebenso wie diese bespitzelt und verfolgt. Zwar wird ihr Schicksal seit ihrer Bekanntschaft mit der Erzählerin geschildert. Es entsteht aber mehr ein Bild der Verfolgung als eines der Verfolgten.

Über Eigenschaften und Beweggründe dieser Hauptfiguren hätte ich gerne mehr erfahren. Doch muss sich der Leser wohl damit trösten, dass die Unfassbarkeit der Personen nur die Konsequenz einer Erzählweise ist, in der nichts zu sehr vereinfacht wird.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Sehr wertvoller Literatur.
Mit jeder Zeile schafft die Autorin es, mich zu beeindrucken. Bilder könnten nicht besser beschrieben, eine Geschichte nicht besser erzählt werden. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Sunny veröffentlicht
Keine seichte Literatur
schwer zu lesen, schwermütig und fast so machend. Nun hat man bei Herta Müller auch keine Trivialliteratur zu erwarten. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Hella Scholz veröffentlicht
gewöhnungsbedürftiges wortkunstwerk!
ich habe lange überlegt ob mir das buch gut gefällt, aber es ließ mich einfach nicht los und das spricht schon sehr dafür. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von esc veröffentlicht
Sperrig
Spätestens seit der Verleihung des Literatur-Nobelpreises ist eine breite Öffentlichkeit auf Herta Müller aufmerksam geworden und hat sie und ihr Schicksal zur... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht
Herztier von Herta Müller
Sehr ungewöhnliche Sprache, eckiges sprödes Deutsch, viele Sätze und Seiten muß man mehrmals lesen um zu verstehen, was vielleicht gemeint sein könnte,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. April 2010 von montanus
das erste Lesen ist Arbeit, das zweite Genuss
Ohne hier nun im Eingehen auf den Inhalt die Worte meiner zahlreichen Vorredner zu wiederholen gehe ich allein auf die Sprache ein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2010 von K.E.
Herztier
Herta Müller, Nobelpreisträgerin 2009.
Schon Jahre zuvor veröffentlichte sie "Herztier", ein starkes und vor allem eigenwilliges Stück Literatur. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. März 2010 von Emmitsch
lesenswert
fantastische metapherreiche fantasievolle sprache, packende geschichte, vor allem wenn man ein wenig den hintergrund kennt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2010 von Linda Spring
Wesentlich besser als erwartet
Ich habe mir bewusst ein eher kurzes und gut bewertetes Werk der Autorin ausgesucht, da man gelegentlich von den Hochdekorierten sehr enttäuscht wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Januar 2010 von Utepf
Durchgequält
Die moralische Verarmung und Verrohung in einer Diktatur ist das Hauptthema dieses Romans. Trotz der Wucht des Themas schafft es Herta Müller aber nicht, bei mir... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2010 von anna denecke
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