Ich hörte den Titel "Licht" auf einem House-Sampler und war zunächst verwundert, dass es tanzbare Housetracks in deutscher Sprache gibt. Aber nicht nur das, denn der Song den ich vernahm machte auch eine durchaus hörbare Figur und prägte sich mir schnell ein. Als mir nachdem weitere Titel im gleichen Musikstil wie "Tanzen" oder "Wolke 7" zu Ohren kam, wurde ich dann aufmerksam und wollte wissen, wer sich hinter diesen Songs verbirgt.
Hinter "Rockstroh" verbirgt sich der aus Leipzig stammende DJ und Musikproduzent "Ronny Rockstroh". Bevor Ronny unter seinem bürgerlichen Namen "Rockstroh" veröffentlicht, wurde er bereits mit seinem Projekt "Groovestylerz" und dem Mix von u.a. "We Are Family" von "Sister Sledge" über die Grenzen hinaus bekannt. Als Remixer mischte er u.a. Songs von "Daft Punk", "Gloobal Deejay" und sogar für "Ich+Ich" ab. 2009 veröffentlichte er dann erstmals unter Rockstroh den bereits benannten Song "Licht" und konnte damit den zweiten Platz in den Dance-Charts belegen und sogar in die Top-100 einsteigen. Ein Jahr später gelang ihm mit "Tanzen" sogar den ersten Platz der Dance-Charts und eine durchaus höhere Platzierung in den offiziellen Single-Charts. Nach der dritten Single "Wolke 7", die wieder erfolgreich in den Charts vertreten war, stand Rockstrohs erstes Album "Herzpirat" in den Startlöchern und wurde im November dieses Jahres veröffentlicht.
Das Album beinhaltet bei einer Länge von 50 Minuten insgesamt 12 Titel von denen die bereits benannten sowie die neuste Auskopplung "Kaugummi" enthalten sind. Die Musik bewegt sich in Genres von House und Dance und vermittelt auch teilweise mit Elementen von Trancemusik einen unüberhörbaren Wiedererkennungswert. Aber nicht nur diese, denn das Album ist vollgepackt mit hämmernden Bässen, vibrierenden Computerdrums und verzerrten Vocals und schießt damit eine Clubkanone nach der Anderen ab.
Neben "Licht", "Tanzen", "Wolke 7" und "Kaugummi" reihen sich die Songs "180 Grad", "Dynamite" und "Wo Sind Wir?" nahtlos ein und können sich durchaus mit den bereits zu Hits gewordenen Titeln messen. Der Meister des Projekts kommt stimmlich auf dem Titeltrack "Herzpirat" und auf "Zeitreise" persönlich zu Wort und liefert zudem mit "Blaue Welt" auch ein instrumentales Stück ab. "Alive" grenzt sich von den anderen Songs des Albums ab, nicht nur das er der ruhigste ist, so wird er auch in englischer Sprache interpretiert.
Wer bei den Tracks auf "Herzpirat" nach tiefgründigen Texten sucht, ist wohl eher falsch. Wer aber echte schweißtreibende Dancefloorkracher sucht, ist hier genau richtig. Auch wenn "Herzpirat" kein Meilenstein der Popmusik ist, so bedient er sich zweifelsohne am Mainstream und liefert mit seinen treibenden Dancebeats den nötigen Housedrive, der ziemlich catchy aber auch überaus melodisch daherkommt.