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Herzloser Tod. Das Dilemma der Organspende
 
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Herzloser Tod. Das Dilemma der Organspende [Broschiert]

Ulrike Baureithel , Anna Bergmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 263 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608919589
  • ISBN-13: 978-3608919585
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 730.872 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulrike Baureithel
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zwei sind ausgezogen, das Gruseln zu lernen. Die Journalistin Ulrike Baureithel und die Kulturwissenschaftlerin Anna Bergmann. Sie bringen es auch dem Leser mühelos bei. Sensationsgier ist dabei nicht im Spiel. Der Ton ist sachlich, ja behutsam. Es sind die Stimmen der Betroffenen, die betroffen machen. Das Buch ist voller Original-Töne: Die Schwestern und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Angehörigen von "Spendern" und jene Menschen, die mit einem Stück von einem fremden Menschen in sich leben dürfen, leben müssen.

Seit 1997 ist die Organverpflanzung bei uns gesetzlich geregelt. Der neuralgische Punkt ist die Definition von Menschen in bestimmten Extremsituationen als "gehirntot". Ein problematischer Begriff: Ein solcher Mensch atmet, schwitzt, scheidet aus und wird weiter ernährt (die Organe müssen frisch entnommen werden); er wird weiter gepflegt, soll aber juristisch "tot" sein. Für viele Pflegekräfte eine Zumutung und eine Belastung, an der sie fast zerbrechen.

Die Entnahmen geschehen nachts. Baureithel und Bergmann haben nachgefragt: Schlüssig begründen läßt sich das nicht. Dann fliegen die Entnahmeteams ein, aus ganz Europa: Die einen brauchen das Herz, die anderen die Nieren oder die Bauchspeicheldrüse. Am Ende der Nacht liegt da ein ausgeweideter Körper, die Maschinen sind abgestellt, die Kanülen entfernt: Die Mediziner enteilen, die Leiche bleibt den Pflegekräften. Einen Organspenderausweis trägt keiner von ihnen in der Tasche.

Ein wichtiges Buch, nicht nur für alle, die im Medizinbereich arbeiten: Jeder kann in die Situation kommen, über Organentnahme bei einem nahen Angehörigen entscheiden zu müssen. --Michael Winteroll

Kurzbeschreibung

Hinter die Kulissen der Organspende blicken Anna Bergmann und Ulrike Baureithel mit diesem Buch. Anhand von Gesprächen mit Ärzten, Pflegepersonal und Organempfängern zeichnet sich eines deutlich ab: Der Mensch muß das 'neue Leben' durch die Organtransplantation mehr als teuer bezahlen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überaus lesenswert! 6. Februar 2006
Format:Broschiert
Um es gleich vorwegzunehmen: Das Buch der Kulturwissenschaftlerin Anna Bergmann und der Journalistin Ulrike Baureithel ist keine leichte Kost und garantiert nichts für schwache Nerven. Für Menschen aber, die sich umfassend mit dem Komplex Organspende auseinandersetzen möchten, sollte "Herzloser Tod" Pfichtlektüre sein. Ein paar Druckfehler, die sich eingeschlichen haben, z.B. Sterummeißel statt Sternummeißel oder Louis Washansky statt Washkansky (der von Christiaan Barnard 1967 das erste Herz transplantiert bekam), ändern nichts an dem großen Wert des Werkes.

In dem Buch kommen an Organtransplantationen beteiligte Ärzte ebenso zu Wort wie das medizinische Pflegepersonal auf Intensivstationen, Psychotherapeuten und Angehörige von Organspendern. Es zeigt sich, dass gerade diejenigen Schwestern und Pfleger, die täglich mit Hirn"toten" umgehen, aber auch einige der befragten Ärzte, der Hirntoddefinition sehr kritisch gegenüber stehen. "Wie kann ein Mensch, der zwar maschinell beatmet wird, aber ansonsten einen rosigen, warmen Körper hat, dessen Herz schlägt, dessen Verdauungs- und Ausscheidungsorgane funktionieren und der auf die Organentnahme mit Stressanzeichen wie Blutdruckanstieg und Schwitzen reagiert, ein Toter sein?" fragen sie sich. So betonen auch die Autorinnen, dass es sich bei der Hirntoddefinition um ein Konstrukt handelt, das einen Sterbenden vorzeitig für tot erklärt, um ihn ausweiden zu können, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Schon vor einigen Jahrzehnten wurde das in einem Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch so ausgedrückt: "Der Mensch soll so tot wie nötig, das Organ aber noch so lebendig wie möglich sein." An diesem Dilemma hat sich bis heute, auch nach dem Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes am 1. Dezember 1997 in Deutschland, nichts geändert. Aber nicht nur die Angehörigen, die ihre Zustimmung zur Organentnahme gegeben haben, kommen danach oft in heftige Gewissenskonflikte, sondern auch die Organempfänger müssen, wie das Buch zeigt, die psychische Ausnahmesituation des Lebens mit fremden Organen erst einmal verarbeiten. Zudem sind sie nach der Transplantation nicht mit gesunden Menschen vergleichbar, sondern benötigen lebenslang Immunsuppressiva gegen drohende Abstoßungsreaktionen und Kortison mit allen gravierenden Nebenwirkungen bis hin zu starker Osteoporose, Krebs, Nierenversagen und weiteren schwerwiegenden Folgen. Nur das Verdrängen des Todes aus der heutigen Gesellschaft kann zu solchen paradoxen Therapien wie der Organtransplantation führen, die das "Umdefinieren" eines Sterbenden in einen Hirntoten erfordern, um das Leben anderer möglicherweise ein wenig zu verlängern. Der Mensch wird so zum lebenden Ersatzteillager, aus dem man sich nach Belieben bedienen kann. Nach den Organen sind jetzt sogar die Gesichter an der Reihe, wie der Ende November 2005 weltweit erste Fall einer Gesichtstransplantation in Frankreich zeigte. Die in der Bevölkerung nach wie vor geringe Bereitschaft zur Organspende mag auch darauf beruhen, dass die Menschen fühlen, wie ihnen von offizieller Seite durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) eine sehr vereinfachende und beschönigende Version aufgetischt wird. Die Skepsis ist nur zu berechtigt, denn gerade die Schwestern und Pfleger, die mit Hirntoten arbeiten, kennen die andere "dunkle" Seite der Transplantationsmedizin. Einer von ihnen bringt es auf den Punkt: "Sie finden keinen mit einem Organspendeausweis hier."
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr gut und informativ 27. Juli 2005
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Dieses Buch schildert die sog. "Organspende" vor allem aus der Sicht der Spender und ihrer Angehörigen und nimmt Partei für sie, denn sie werden in den ganzen Organspendekampagnen mit schöner Regelmäßigkeit übergangen. Für diese Menschen ist naturgemäß die sog "Organspende" mit Trauer, Leid und Verlust verbunden. Daß die Organe eines geliebten Toten nun von einem anderen Menschen getragen werden, ist den Angehörigen meist kein TRost, stattdessen haben sie noch Schuldgefühle, weil sie unter dem Druck der Ärzte und Transplantationskoordinatoren und unter dem Schock des fruchtbaren Ereignisses der Organentnahme zugestimmt haben. Ein Buch, das sehr nachdenklich stimmt. Ich selbst würde nach der Lektüre niemals einer "Organspende nach Hirntod" bei mir oder einem Angehörigen zustimmen.
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