Von seiner Frau verlassen lebt der junge Kommissar Franco Moll allein mit seinem 8-jährigen Sohn Felix in Salzburg. Die beiden sind ein gutes Team, und wenn mal wieder Nachtarbeit ansteht, hilft der Uropa aus, wobei hier für Felix nicht ganz klar ist, wer da auf wen aufpasst.
In der nächsten Zeit wird der Uropa mal wieder stark in Anspruch genommen: Ein junger, gutaussehender Facharztanwärter wird ermordet im Keller der Herzklinik gefunden. Verdächtigt wird der Obdachlose "Haubenkarli", der anscheinend im Keller der Klinik sein Lager aufgeschlagen hatte. Dieser bleibt zunächst spurlos verschwunden. Der heikle Fall im Klinikmilieu, der auf Anweisung von Francos Vorgesetzten schnell zu den Akten gelegt werden soll, ist allerdings komplizierter, als es scheint. Der aufstrebende Arzt, wegen notorischer Untreue bereits von seiner Frau auf die Straße gesetzt, scheint in riskante klinische Versuche an Patienten verwickelt gewesen zu sein. Es stellt sich heraus, dass bei der kürzlich verstorbenen Rosa Schwarz die Todesursache vertuscht wurde. Moll ermittelt in der Chefetage der Klinik und bei den diversen Liebschaften des toten Arztes und sieht sich schließlich dazu gezwungen, die bereits beerdigte Leiche der Patientin wieder auszubuddeln. Die Obduktion ergibt erstaunliches: Der Leiche fehlt das Herz!
Dieser Erstling von Frank Zeller hat mir sehr gut gefallen. Die Story ist spannend, das Thema interessant. Besonders gefallen hat mir außerdem die Geschichte zwischen den Zeilen, die fast ebenso viel Raum einnimmt wie der Krimiplot. Franco hat so viel zu tun, dass er vergisst, einzukaufen und mit seinem Sohn am Sonntag eine Pizza aus Resten zaubert, sein Kumpel Weinmeister verdient sein Geld damit, Krankheiten zu erfinden und betrinkt sich mit Franco, weil seine Freundin "mehr Freiheiten" brauche (also einen anderen ausprobieren will), die neue Praktikantin "Fräulein" Pelegrini ist nicht auf den Mund gefallen und säuft Francos dicken Kollegen Oberhollenzer locker unter den Tisch usw. Man muss oft schmunzeln, die Hauptfiguren sind lebensecht und sympathisch beschrieben. Wirklich sehr empfehlenswert, mehr davon, Herr Zeller!