Da war ich wirklich überrascht als eine nicht typische Hera-Lind-Leserin.
Das Buch liest sich rasant flüssig und die Story ist nicht zu abgehoben.
Immobiliemaklerin Juliane hat einen hektischen Alltag, weil sie im schönen Salzburg an die Betuchten und Reichen entsprechende Immobilien vermittelt. An Ex-Mann Karsten Korzkamp erinnert nur die gemeinsame Tochter Fanny und der Kampf um die Vermittlung der besten Immobilie. Fanny ist in der Pubertät. Mit allen Problemen, die das für Mutter und Tochter so mit sich bringt (gut beobachtet und beschrieben!) und in Mathe eine Niete und braucht dringend Nachhilfe. Mutter Juliane ist überfordert. Halbschwester Christiane wohnt im Reihenhaus gegenüber und ist auch nur eine temporäre Hilfe. "Trockenpflaume" Claudia ist nur als Kollegin zu gebrauchen. Zwischen Charity-Veranstaltungen und Chorproben mit Sir Simon Rattle hetzt Juliane von Termin zu Termin. Das wirkt an manchen Stellen im Buch doch sehr übertrieben. Aber sie fängt sich.
Als ein Penner, oder Sadler wie es in Österreich heißt, auf ihrer Lieblingsparkbank sitzt, überreicht ihre Tochter Fanny ihm das liebevoll geschmierte Vollkorn-Gurken-Brot, das für die Schulpause gedacht war. Eine nette Geste. Dieser Georg steht Tage aber später in Julianes Badezimmer. Fannys Noten verbessern sich in Mathe von beinahe 5 auf gute 3. Das sieht verdächtig aus.
Eine witzige, aber auch eine Story mit Tiefgang, bei der auch die Protagonistin langsam ins Zweifeln an ihrem Terminplaner-Leben gerät.