Ganz nach dem frühromantischen Ideal der Sympoesie schrieben Tieck und Wackenroder dieses Büchlein, welches von ihren Zeitgenossen als Offenbarung und Triumph der Kunst und Phantasie über die vernunftorientierte Aufklärung gefeiert wurde. Damals revolutionär, kann der heutige Leser wohl kaum diesen Enthusiasmus empfinden. Erst eine sorgfältige Analyse bringt hier Verständnis, beim ersten Lesen allerdings möchte ich es als zäh und fast unerträglich bezeichnen. Die Lobpreisungen, vor allem der italienischen Renaissancemaler und Dürers, teilweise in Brief-, teilweise Aufzeichnungsform, sowie die kurze Biographie eines scheiternden Musiktalents wirken oft langweilig und übertrieben. Leser, die sich noch nicht mit der Frühromantik beschäftigt haben, wird es wahrscheinlich zu theoretisch sein, sie werden zusammenhängende Handlungslinien und Spannung vermissen.