Der New Yorker Taxifahrer Gordy(Alan Cumming) weiß, wie Gray(Heather Graham) ihr Leben wieder in den Griff bekommen kann. Aber ob Gray einfach so "zuschnappen" kann? Das bleibt überaus fraglich. Dabei fing alles so gut an.
Die Marketing-Expertin Gray lebt mit ihrem Bruder , dem Chirurgen, Sam(Thomas Cavanagh) zusammen. Die beiden werden von den meisten Bekannten nicht als Geschwister sondern eher als Paar wahrgenommen. Dagegen will Gray unbedingt etwas unternehmen. Mit Hilfe ihrer Therapeutin Sidney(Sissy Spacek) wird ihr klar: Ein Mann muss her! Aber auch das geht nur mit Hilfe von Sam. Allerdings endet der Ausflug in den Hundepark damit, dass Sam dort die wunderbare Charlie(Bridget Moynahan) kennenlernt. Sam ist sofort Feuer und Flamme und eine Woche später ist die Hochzeit in Las Vegas. Es gibt da nur ein kleines Problem: Gray hat sich ebenfalls in Charlie verliebt. Nach einem innigen Kuss weiß Gray nicht mehr ein noch aus. Da kann auch keine Therapeutin mehr helfen. Aber es gibt ja noch Gordy...
Wie bewertet man solch einen Film? Ein Blick in die Medien zeigt schnell: Die Profikritiker zeigen mit dem Daumen nach unten; die Zuschauer sind jedoch begeistert. Sicher ist -Herzensangelegenheiten- kein tiefschürfendes Kinoerlebnis, aber der Film ist, ohne Wenn und Aber, eine hervorragende Komödie.
Sue Kramer ist es gelungen eine etwas andere Lovestroy auf Zelluloid zu bannen. Damit folgt sie dem momentanen Trend in US-Komödien alles andere als prüde und zurückhaltende Filmchen zu produzieren. -Herzensangelegenheiten- sprüht über vor witzigen Dialogen, cleveren Wendungen der Story und einer Schar von Schauspielern, die augenscheinlich Spaß bei der Arbeit hatten. Dazu gibt es einen Soundtrack, der vielfältig und unterhaltsam ist. Schon der Beginn des Films, eine Tanzeinlage zu "Heaven" stößt einen mit dem richtigen Schwung in die Geschichte. Die folgenden 96 Minuten gehen danach ohne jeglichen Leerlauf über die Bühne.
-Herzensangelegenheiten- hat mich persönlich perfekt unterhalten. Eine Komödie im guten alten Stil, aber mit neuen, frischen Ideen und einem Thema, das auch Situationen anspricht, die früher in US-Komödien völlig tabu waren. Und wenn Gordy uns dann noch klar macht, dass man mit einem Bein nur schwer laufen kann und es oft nur frische Luft, etwas Zeit und ein freier Horizont ist, der uns zum Glück fehlt, dann passt das in den Film wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Sie müssen natürlich wieder einmal selbst entscheiden. Ist das jetzt eine klasse Komödie oder doch nur aufgewärmter, kalter Kaffee? Ich bin schon jetzt gespannt, wie ihre Entscheidung aussieht. Mich hat Sue Kramer mit ihrem Film sehr schnell für sich eingenommen. Und mir war klar, mein Fazit lautet: Daumen hoch!