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Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten
 
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Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten [Gebundene Ausgabe]

Christian Schuldt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821855924
  • ISBN-13: 978-3821855929
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 394.987 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christian Schuldt
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Christian Schuldt durchleuchtet die Liebe und zeigt, warum sie der Kitt ist, der die moderne Gesellschaft zusammenhält - und wie romantische Liebe auch heute noch gelingen kann.
"Die Liebe ist ein seltsames Spiel", heißt es in einem Schlager. Doch in Wirklichkeit beherrschen wir alle virtuos die Regeln dieses Spiels, ohne dass wir es je merken. Zu diesen Regeln gehört es, dass wir die Liebe mit einem Gefühl verwechseln, das in uns entsteht unabhängig von der Gesellschaft und der Zeit, in der wir leben. Christian Schuldt entschlüsselt den komplexen Liebescode, dessen wir alle uns unbewusst bedienen. Er zeigt, wie die Liebe über die Jahrhunderte als gesellschaftliches Kommunikationssystem gewachsen ist und nach welchen Spielregeln wir heute lieben. Faszinierend an seiner Darstellung ist, dass sie die Liebe keineswegs entzaubert, sondern das Wunderbare an ihr erst recht bewusst macht.
Im Blick des Soziologen Christian Schuldt auf die Liebe erscheint vieles subjektive Leiden und Genießen als notwendig für eine Gesellschaft, in der sich das Individuum allein in Liebe und Partnerschaft noch als Ganzes erfahren kann. Liebe, wie wir sie heute kennen, ist an die Stelle getreten, die früher allein die Religion innehatte. Ohne sie könnte die Zivilisation des Westens nicht existieren.

Über den Autor

Christian Schuldt, geboren 1970, studierte Anglistik, Germanistik und Soziologie. Er arbeitete als freiberuflicher Journalist und Redakteur für diverse Zeitungen und Magazine. Als stellvertretender Chefredakteur von Bunte.de erkundete er fünf Jahre lang die Gesetzmäßigkeiten des Medienklatsches. Heute ist er Redaktionsleiter von Brigitte.de. Er lebt in Hamburg.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein 35-jährige Anglist, Germanist und Soziologe soll Niklas Luhmanns Klassiker „Liebe als Passion" für die Gegenwart weitergeschrieben haben? So zumindest behauptet es der Klappentext. Mit entsprechender Skepsis machte ich mich denn auch an die Lektüre. Und das war vor einigen Wochen. Mein gewöhnliches Lesetempo hätte im Normalfall schon längst zu einer Besprechung geführt. Aber dem Redakteur und Autor aus Berlin mit den vollen Lippen und den langen Haaren gelang es locker, mich zu bremsen. Der „Junge" hat etwas drauf. Anders als Luhmann, aber genau das gefällt mir. Christian Schuldt verzichtet vor allem auf ein Soziologendeutsch für Insider, verwendet eine klare Sprache, gebraucht bildhafte Formulierungen und greift nur dann in die Kiste der Neuschöpfungen, wenn die kreierten Wörter auch einen gewissen Unterhaltungswert generieren.

Der Ratgeberteil, der bei anderen Autoren überwiegt und fast immer im pädagogischen Dickicht endet, nimmt bei Schuldt gerade mal vier Seiten ein. Anstelle eines Nachworts bietet Schuldt 5 Strategien der pragmatischen Liebe an, von denen er glaubt, dass sie der heutigen Komplexität einer Partnerschaft am besten genügen. 1.Bodenhaftung bewahren: Schlichtes Füreinander-Zeit-Haben ist der bessere Kitt als mittelalterliche Idealisierungen. Und die Reduzierung der eigenen Ansprüche vergrössert die Chancen andauernder Romantik. 2. Vorsicht vor Verschmelzungen: die Idee einer totalen Fusion zweier Herzen ist zwar betörend, aber ausserordentlich beziehungsgefährdend. Abstand halten und eigene Weltsicht bewahren ist das bessere Erfolgsrezept. 3. Konflikte managen: In einem mentalen Raum der Dauerbeobachtung können Missverständnisse und Konflikte nicht ausbleiben. Wer einen gleich starken Partner aussucht, wird im Liebeswettbewerb besser bestehen und eher zu heilsamen Überraschungsmanövern greifen. 4. Mit Kalkül zum Gefühl: Heisse Herzen, die noch eine Verbindung zu kühlen Köpfen haben, bleiben länger in Kontakt. Denn romantische Reanimationen sind heute strategisch planbarer geworden. 5. Romantik mit Rückspiegel: Ich sehe was, was ich nicht sehe. Nach den zähen Jahrzehnten des Problematisierens lernten wir, unser eigenes Verhalten besser zu beobachten und ins Liebesspiel zu integrieren. Was wir zwar schon immer erfahren haben, wurde inzwischen zum wissenschaftlichen Wissen. Liebe ist weder lenkbar noch kontrollierbar. Aber der aufmerksame Blick in den Rückspiegel kann uns vor gewohnheitsmässigen Fehlverhalten manchmal schützen. Und das ist schon sehr viel.

Der Theorieteil ist alles andere als trocken. Er beginnt mit dem „Code des Herzens", der uns die modernen Grundregeln des Liebesspiels näher bringt. Geboren wurde die Liebesmoderne allerdings bereits im 16. Jahrhundert, als die ständischen Vorgaben aufgebrochen wurden. Wenn Schuldt von Codes spricht, wird deutlich, dass seine Orientierung an Luhmann mehr ist als ein billiges Lippenbekenntnis. Denn Liebe ist als Zeichensprache immer eine spezielle Form von Kommunikation. Im zweiten Kapitel „Liebesgeschichte(n)" rollt Schuldt die Story menschlicher Liebesbezeugungen nochmals auf, wobei er beim Mittelalter beginnt und in der Gegenwart endet. Der Bezug zum Heute macht den Übergang zum dritten Kapitel „Problematische Passion" leicht nachvollziehbar. Die evolutionspsychologischen Erklärungen in diesem Abschnitt teile ich allerdings nur bedingt und finde es schade, dass sich Schuldt bei dieser Thematik so im Mainstream bewegt. Stärker finde ich das folgende Kapitel „Ich liebe, also bin ich", in dem Schuldt die Fallstricke des modernen Individualismus aufzeigt. Weiter geht's dann mit „Die Liebesrealität der Massenmedium", wo der Autor sich ebenfalls auf gewichtige Arbeiten anderen Soziologen stützen kann. „Sex sells - Love too!" behandelt die industriellen und kommerziellen Komponenten der Liebe, in „Die flexible Familie" zeigt Schuldt Besonderheiten von Liebesbeziehungen auf wenn Kinder die Zweisamkeit stören oder fördern, und in „Gestresste Herzen: Liebe in der Ich-AG" erfahren wir Bekanntes und Neues über Ehen und Singe-Dasein. Besonders gut gefiel mir das 9. Kapitel „Die pragmatische Liebe", das eine Art Zusammenfassung des Bisherigen ist und den neuen Liebescode vorstellt und nachvollziehbar macht. Das letzte und zehnte Kapitel „Ausblick: Die Romantik des Cybersex" nimmt Kulturpessimisten den Wind aus den Segeln und zeigt nochmals, weshalb Christian Schuldts Buch künftig in allen Literaturangaben zum Thema Liebe stehen wird. Gratuliere, kein neuer Luhmann, aber ein neue Ton, der viel Wissen zeitgemäss an die Leser bringt.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
dieses buch ist nicht nur sehr unterhaltsam und eingängig formuliert und liefert eine fülle interessanter erkenntnisse, sondern es leistet auch einen wichtigen beitrag zur soziologischen bzw. systemtheoretischen forschung. denn in "der code des herzens" führt christian schuldt das fort, was niklas luhmann in seinem klassiker "liebe als passion" geleistet hatte: die beschreibung der liebe als gesellschaftliches kommunikationssystem. während luhmann die programmierung des liebescodes anfang der 80er jahre als problemorientierung definierte, erkennt schuldt dagegen heute eine pragmatische codierung: das "liebeswissen" ist ins kollektive bewusstsein eingesickert, sodass die liebe im 21. jahrhundert bewusster, strategischer angegangen werden kann. warum die liebe damit paradoxerweise zugleich wieder romantischer geworden ist, das beschreibt schuldt ebenso fachkundig wie einleuchtend. fazit: wer etwas über die rolle erfahren will, die die liebe in der heutigen gesellschaft (und damit auch für jeden einzelnen!) spielt, dem sei "der code des herzens" empfohlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
rundum gelungen! 15. März 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
das buch bietet durchweg eine gelungene mischung aus fundiertem wissen und unterhaltsamer präsentation - und es ist sehr spannend aufgebaut. es geht los mit einer kleinen einführung in die soziologische sicht auf die liebe (ein kapitel, das eine vielzahl von überraschungen parat hält), gefolgt von einem abriss der historischen entwicklung der romantischen liebe (die laut schuldt erst im 16. jahrhundert "erfunden" wurde). dann folgen kapitel über die liebe in der heutigen zeit, im zeichen der fortschreitenden individualisierung, der einfluss von massenmedien und ökonomie auf romantische gefühle - und schließlich eine deutung des liebescodes in der heutigen zeit: die pragmatische liebe, die aber zugleich wieder romantischer sein kann. kurzum: eine extrem spannende lektüre, die einem die augen dafür öffnet, auf welche art und weise liebe im allgemeinen - und heute besonders - blind macht. prädikat: besonders lesenswert!
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