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Dein Bild im Herzen. Auf der Suche nach meiner afrikanischen Mutter
 
 
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Dein Bild im Herzen. Auf der Suche nach meiner afrikanischen Mutter [Taschenbuch]

Jeannine Grisius


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

„Ich war sechs Jahre alt, als ich meine Mutter verlassen mußte.“ So beginnt Jeannine Grisius ihre Autobiographie, in der sie über ihr Leben fernab der afrikanischen Heimat erzählt. Jeannine wird 1949 in Rwanda geboren, als uneheliche Tochter einer afrikanischen Mutter und eines europäischen Vaters. Als Jeannine sechs Jahre als ist, beschließt der Vater, sie in der ‚weißen Welt‘ aufwachsen und dort zur Schule gehen zu zu lassen. Das kleine Mädchen erfährt eine schmerzhafte Trennung von ihrer Mutter, von ihrer Schwester, von ihrem Heimatdorf. Sie wird nach Belgisch-Kongo gebracht und dann ihrem Onkel in Luxemburg anvertraut. Der Vater unterbindet jeglichen Kontakt zur Mutter, aber Jeannine wird von der neuen Familie liebvoll aufgenommen. Dennoch erlebt sie einen schwierigen Prozess zwischen Entwurzelung und Anpassung an eine neue Kultur in der weißen Welt, erlebt den Konflikt, „eher schwarz oder eher weiß“ zu sein, die Konfrontation mit Rassismus. Die Jahre vergehen. Nach ihrem Studium in Brüssel und Freiburg im Breisgau arbeitet Jeannine als Lehrerin in Luxemburg, heiratet einen Schweizer und folgt ihm in sein Heimatland. Mit der Geburt ihrer Töchter verstärkt sich in ihr der Wunsch, wieder Kontakt zu ihrer Mutter in Afrika aufzunehmen. 29 Jahre nach der Trennung finden sich Mutter und Tochter wieder. „Dein Bild im Herzen“ ist eine bewegende, mit Humor erzählte Autobiographie über das Leben in der weißen Welt.

Über den Autor

Jeannine Grisius wurde 1946 in Rwanda geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Luxemburg und studierte in Brüssel und Freiburg im Breisgau Germanistik und Anglistik. Sie lebt heute mit ihrer Familie im schweizerischen Genf und ist als Deutschlehrerin an einem Collège tätig.

Auszug aus Dein Bild im Herzen von Jeannine Grisius. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Meine Eltern

(...) Über die Beziehung meiner Eltern weiß ich fast nichts. Meine Mutter kam zu meinem Vater, sie war jung, sie war schwarz, sie war seine Haushälterin.
Mein Vater hat mir später manchmal von meiner Mutter erzählt, von ihrer Schönheit, von ihrem Stolz.
Ob sie ihn geliebt hat, ob er sie geliebt hat – ich weiß es nicht.
Ein afrikanischer Student, Freund meiner afrikanischen Familie, hat mir vor ein paar Jahren erzählt, daß meine Mutter die Tochter eines Aristokraten sei, eines Prinzen oder Barons aus einer alten Dynastie. Das haben mir später auch Bekannte meines Vaters gesagt.
Ich fand es interessant zu erfahren, daß ich ein Produkt des europäischen Bürgertums und der afrikanischen Aristokratie sei.
Einen Augenblick war ich stolz darauf. Immerhin war meine Mutter vornehmer als ich oder mein Vater. Und das erfuhr ich erst jetzt, wo ich es nicht mehr brauchte.
Ob meine Mutter meinen Vater geliebt hat, ob mein Vater meine Mutter geliebt hat, – ich weiß es nicht.
Sie haben sich geachtet, das weiß ich jetzt. Das ist alles. Es ist viel.
Als meine Mutter mich gebar, war mein Vater auf Europaurlaub. Ein Kolonialbeamter mußte alle drei Jahre nach Europa auf Urlaub, sechs Monate lang, glaube ich.
Ein paar Monate nach meiner Geburt hat er eine weiße Frau aus seiner Heimat geheiratet.
Meine Mutter Zaïna war schon vor meiner Geburt in ihr Heimatdorf zurückgekehrt, zu ihrer Familie.
Dort bin ich geboren, dort habe ich meine ersten Lebensjahre verbracht.
An den eigentlichen Abschied kann ich mich nicht erinnern; einige Szenen nur, Bilder, Eindrücke, fast statisch. Eine afrikanische Verwandte hat mir später erzählt, das ganze Dorf habe geweint, als ich fortging.
Meine Mutter hat mir gesagt: „Du gehst nun zu deinem Vater. Sag deiner Schwester nicht, daß du fortgehst. Du kennst sie ja, sie läßt dich nicht gehen.“
Ich bin weggegangen, ohne meine kleine Schwester zu umarmen. Ich hätte es nicht ertragen, sie weinen zu sehen. Außerdem dachte ich, daß ich bald zurückkomme. Ich ertrug es nie, sie weinen zu sehen.(...)

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