Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 22.05.2004
Die große Stärke von Michael Lüders Buch ist es, lobt die Rezensentin Edith Kresta, dass der Autor über seiner Liebe zur arabisch-israelischen Welt keine Kompromisse in der Kritik an den gegenwärtigen Regimes, am desolaten Zustand der Gesellschaften eingeht. Freilich belasse er es nicht bei der Kritik, sondern diskutiere "sachlich und differenziert nach vorn", etwa wenn er der westlichen Politik vorhält, dass sie lieber mit autoritären Regimes gemeinsame Sache macht als mit den unbequemen Nichtregierungsorganisationen. Am wichtigsten, so seine von Kresta mit Nachdruck unterstützte These, wäre es, das "katastrophale Bildungswesen" durch finanzielle Unterstützung zu verbessern. Ganz ungeschoren kommt das Buch, mit dem die Rezensentin offenkundig sehr sympathisiert, dann aber doch nicht davon: In Lüders' gelegentlich aufblitzendem Wunsch, die arabischen Gesellschaften als Gegenentwurf zum westlichen Kapitalismus zu betrachten, sieht sie eine Naivität, die die materialistischen Realitäten der Gegenwart geflissentlich übersieht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
Für offensichtlich schlüssig und nachvollziehbar hält Rupert Neudeck die Vorgehensweise, mit der Michael Lüders in seinen Berichten aus arabischen Ländern für ein Verständnis der dortigen Gesellschaften wirbt. Ein Plädoyer gegen die im Westen verbreitete Vorstellung, die eigene Lebensweise für die bessere zu halten. "In bester journalistischer Tradition" hat der Autor die Begegnung mit den einfachen Menschen auf der Straße gesucht, lobt Neudeck. Was er sich dabei selbst abverlangt hat, gibt er an die Leser weiter, die dann auch "schwer verdauliche Brocken" wie den Bericht über eine Hinrichtung nach den Gesetzen der Scharia verkraften müssen. Dass er für Verständnis etwa für die Situation der Palästinenser wirbt, macht ihn nicht zu einem Apologeten des Terrors, wie der Rezensent betont. Lüders versuche nur, "Brücken zu bauen".
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Die große Stärke von Michael Lüders Buch ist es, lobt die Rezensentin Edith Kresta, dass der Autor über seiner Liebe zur arabisch-israelischen Welt keine Kompromisse in der Kritik an den gegenwärtigen Regimes, am desolaten Zustand der Gesellschaften eingeht. Freilich belasse er es nicht bei der Kritik, sondern diskutiere "sachlich und differenziert nach vorn", etwa wenn er der westlichen Politik vorhält, dass sie lieber mit autoritären Regimes gemeinsame Sache macht als mit den unbequemen Nichtregierungsorganisationen. Am wichtigsten, so seine von Kresta mit Nachdruck unterstützte These, wäre es, das "katastrophale Bildungswesen" durch finanzielle Unterstützung zu verbessern. Ganz ungeschoren kommt das Buch, mit dem die Rezensentin offenkundig sehr sympathisiert, dann aber doch nicht davon: In Lüders' gelegentlich aufblitzendem Wunsch, die arabischen Gesellschaften als Gegenentwurf zum westlichen Kapitalismus zu betrachten, sieht sie eine Naivität, die die materialistischen Realitäten der Gegenwart geflissentlich übersieht.
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
Für offensichtlich schlüssig und nachvollziehbar hält Rupert Neudeck die Vorgehensweise, mit der Michael Lüders in seinen Berichten aus arabischen Ländern für ein Verständnis der dortigen Gesellschaften wirbt. Ein Plädoyer gegen die im Westen verbreitete Vorstellung, die eigene Lebensweise für die bessere zu halten. "In bester journalistischer Tradition" hat der Autor die Begegnung mit den einfachen Menschen auf der Straße gesucht, lobt Neudeck. Was er sich dabei selbst abverlangt hat, gibt er an die Leser weiter, die dann auch "schwer verdauliche Brocken" wie den Bericht über eine Hinrichtung nach den Gesetzen der Scharia verkraften müssen. Dass er für Verständnis etwa für die Situation der Palästinenser wirbt, macht ihn nicht zu einem Apologeten des Terrors, wie der Rezensent betont. Lüders versuche nur, "Brücken zu bauen".
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literature.de, 01. Juni 2004
[...] Es weckt Neugier auf einen fremden Kontinent und seine Menschen, die ihre Sehnsüchte und Aggressionen haben, wie jeder andere auch.
Fazit: Bunte Streiflichter auf eine andere Kultur - stimmt nachdenklich und macht Spaß.
Kurzbeschreibung
Michael Lüders kennt die arabisch-islamische Kultur wie kaum ein anderer aus persönlicher, langjähriger Lebenserfahrung: er war politischer Berater der Friedrich-Ebert-Stiftung, Nahost-Korrespondent der ZEIT, hat Dokumentarfilme gedreht und dabei die großen Städte von Kairo bis Bagdad kennen gelernt - aber auch die entlegensten Wüstendörfer. Er ist Arafat und Ghaddafi begegnet - aber auch den einfachen Menschen mit ihrem Stolz, ihrer Leidenschaft und ihren durch die Arroganz des Westens verletzten Gefühlen. Sein Buch führt uns heraus aus einer langen Kette von Missverständnissen und Vorurteilen, die verantwortlich sind für den tiefer werdenden Graben zwischen den islamisch geprägten Ländern und dem säkularen Westen. Kenntnisreich, humorvoll, spannend und nie ohne Anteilnahme schildert er Mythos und Wirklichkeit Arabiens aus der Fülle seiner Erfahrungen. Lüders plädiert für einen aufrichtigen und respektvollen Umgang mit den Ländern der arabischen Welt und er ist überzeugt, dass wir mit Kriegen auf Dauer keinen Frieden ernten werden.
Über den Autor
Michael Lüders, geboren 1959 in Bremen, Studium der arabischen Literatur in Damaskus, der Islamwissenschaft, Politologie und Publizistik in Berlin. Promotion über das ägyptische Kino. Langjähriger Nahost-Redakteur der ZEIT. Buchveröffentlichungen. Der Autor lebt in Berlin.