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Herzbesetzer [Broschiert]

T. A. Wegberg
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 404 Seiten
  • Verlag: Dead Soft Verlag; Auflage: 1 (22. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934442560
  • ISBN-13: 978-3934442566
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 14,7 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 387.839 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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T. A. Wegberg
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Was, wenn du einen Menschen getötet hast?
Was, wenn dieser Mensch dein kleiner Bruder war?
Und was, wenn jemand versucht, seine Stelle einzunehmen?

Eindringlich, entwaffnend ehrlich und mit schrägem Humor erzählt Julian von sich und Anoki, dem verlassenen Anarchojungen, der als Pflegekind in sein Elternhaus einzieht. Der "Ersatzbruder" sorgt nicht nur durch leer gefressene Kühlschränke, dubiose Einnahmequellen und ein reichlich unkonventionelles Rechtsverständnis für Aufregung in der Familie, sondern reißt Julian auch unbekümmert aus dessen emotionaler Vakuumverpackung, ohne zu ahnen, was er dadurch freisetzt

"Herzbesetzer" ist ein temperamentvoller Roman über Begehren und Bedenken, Verlustangst und Verlobungsfeiern, über familiäre Folter und geschmacklose Grabgestaltung. Und er macht dem Leser deutlich, warum man für einen geliebten Menschen nicht nur alles tun, sondern auch manches lassen sollte.

Buchrückseite

Was, wenn du einen Menschen getötet hast? Was, wenn dieser Mensch dein kleiner Bruder war? Und was, wenn jemand versucht, seine Stelle einzunehmen? Eindringlich, entwaffnend ehrlich und mit schrägem Humor erzählt Julian von sich und Anoki, dem verlassenen Anarchojungen, der als Pflegekind in sein Elternhaus einzieht. Der „Ersatzbruder“ sorgt nicht nur durch leer gefressene Kühlschränke, dubiose Einnahmequellen und ein reichlich unkonventionelles Rechtsverständnis für Aufregung in der Familie, sondern reißt Julian auch unbekümmert aus dessen emotionaler Vakuumverpackung, ohne zu ahnen, was er dadurch freisetzt … “Herzbesetzer“ ist ein temperamentvoller Roman über Begehren und Bedenken, Verlustangst und Verlobungsfeiern, über familiäre Folter und geschmacklose Grabgestaltung. Und er macht dem Leser deutlich, warum man für einen geliebten Menschen nicht nur alles tun, sondern auch manches lassen sollte

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es sitzt! 9. April 2010
Format:Broschiert
Julian hat ein relativ mieses Leben. Doch, mies kann man so sagen. Mies ist, wenn man für den Tod des eigenen Bruders verantwortlich ist. Mies ist, wenn man selbst noch lebt, aber das eigentlich gar nicht so richtig mitbekommt. Mies ist, wenn einem die eigenen Eltern auf einmal einen Ersatz für den kleinen Bruder vor die Nase setzen. Und richtig mies ist dann, wenn man sich vornimmt, das Gör auf gar keinen Fall zu mögen und es dann doch tut. Viel zu sehr... Nach einer Fahrt in die Disko ist Julian am Steuer eingeschlafen und erst im Krankenhaus wieder aufgewacht. Da war sein jüngerer Bruder Benjamin aber schon tot. Seitdem lebt Julian so vor sich hin. Seine Eltern haben auch irgendwie aufgehört, Eltern zu sein und sind eigentlich eher ein stummes, vorwurfsvolles Bild. Aber nichts wird ausgesprochen und so bleibt Julians Gewissen jahrelang eine einzige schwärende Wunde. Inzwischen ist er zu Hause ausgezogen und wohnt in Berlin. Er hat keinen schlechten Job in einer Designagentur und auch für die einsamen Nächte findet sich immer etwas Hübsches. Mehr will Julian auch gar nicht. Doch als ihm seine Eltern eines Tages verkünden, dass sie ein Pflegekind aufnehmen wollen, zieht ihm das buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Einen Jungen! Im selben Alter, wie Benni, als er starb! Das macht ihm zu schaffen und er sträubt sich mit Händen und Füßen dagegen, diese Schnapsidee gut zu heißen. Dann kommt der große Tag des Besuchs und Julian wird Anoki vorgestellt - ein Rotzlöffel, wie er im Buche steht. Frech, mit schwarzen Rastas, vorlaut, Raucher und total verwahrlost, wie sich herausstellt. Doch Julians Eltern sind nicht zu halten und so zieht Anoki tatsächlich in den Haushalt der Trojans ein. Damit geht alles drunter und drüber. Anoki kommt mit seinen neuen Eltern meist so überhaupt nicht klar und sie nicht mit ihm. Dafür scheint er Julian zu mögen und ehe der sich's versieht, ist er Streitschlichter zwischen dem Gör und seinen Eltern. Und noch schneller hat das Gör einen festen Platz in seinem Herzen. Als Julian feststellen muss, dass seine Brudergefühle für Anoki immer größer werden und schnell über reine Brudergefühle hinaus gehen, verliert er beinahe Kopf und Herz. Denn Anoki hängt an seinem neuen Bruder und weiß auch ganz genau, wie man ihn programmieren muss, damit er meist brav das macht, was er möchte...bis es eines Tages zu einem wirklich großen Knall kommt, der das Leben von beiden noch mehr auf den Kopf stellen wird, als sie sich vorstellen können.

"Herzbesetzer" ist ein gefühlsbetonter und emotional sehr aggressiver Roman, auf den man sich einlassen muss. Die Geschichte an sich, die Grundidee hat mich sehr angesprochen. Der rote Faden ist da, es geht hauptsächlich um Julian und Anoki. Das ist aber auch der Knackpunkt, der mich manchmal gestört hat - andere Figuren, wie Julians Eltern und seine "Verlobte" sind auch wichtig, bekommen aber eher Statistenrollen, weil sie dem Urvertrauen zwischen Julian und Anoki nicht gewachsen sind. Überhaupt - die beiden Kerle haben mir im Buch einiges abverlangt! Mit Julian habe ich gelitten und gehofft, aber ich hätte ihn auch alle 10 Seiten liebend gern geohrfeigt, weil der Kerl einfach nicht aus den Pantinen kommt und sein Leben mal auf die Reihe kriegt. Stattdessen eilt er immer wieder seinem Brüderchen zu Hilfe, wenn der wieder mal etwas ganz schlimm verbockt hat. Und Anoki! Anoki ist der Zündstoff der ganzen Geschichte. Er selbst ist eigentlich arm dran und immer darauf bedacht, möglichst seinen Hintern sicher an die Wand zu bekommen. Da er Julian immer besser kennen lernt und genau weiß, wie der tickt, ist es für ihn ein leichtes, seinen Dickschädel durchzusetzen. Manchmal klappt es aber auch nicht und der große Bruder muss ihn Mores lehren. Dann ist Anoki lieb und brav, bis zur nächsten Katastrophe...dabei hängt er so sehr an Julian und hat zwischendurch auch mal lichte Augenblicke, an denen man als Leser nur zu Boden gehen kann, weil das kleine Aas so verdammt charmant und süß ist.
Es geht also vor allem um Gefühle, um alte Familiengeschichten, um traurige Erlebnisse, um Schuld, um Vertrauen und Zuneigung, um Liebe und Geliebtwerden. Es ist aber kein Roman, der mit Höhepunkten und leserheischenden Effekten lockt. "Herzbesetzer" fängt ganz leise an und zieht einen nach und nach in gefühlstechnische Tiefen, die man nach Ende des Buches erst einmal eine ganze Weile ausloten muss. Dabei ist das Buch gespickt mit trockenem Humor, Jugendsprachanleihen und Slapstickszenen und -sätzen, die einen hinterrücks von der Couch hauen. Und zwar so richtig.
Die Sprache hat mich, wie auch schon im ersten Buch, rückhaltlos überzeugt. Sie ist lebendig, sarkastisch, trocken und doch an den richtigen Stellen so intensiv und gefühlsecht, dass man einfach dabei sein muss. Die Geschichte an sich ist für mich nicht ganz rund, sondern sehr eckig und kantig. Den Titel trägt es für mich zu Recht - es hat gesessen. Und es sitzt immer noch bei mir.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr gefühlvoll 18. Juni 2010
Von dima73
Format:Broschiert
Ich habe mir das Buch aufgrund der bereits vorhandenen Rezensionen gekauft und es nicht bereut.
Bereits die ersten Seiten des Buches fesseln und man wird mit jeder Seite immer weiter in dieses Buch hinein gerissen und kann es kaum mehr aus der Hand legen.
Die erste Hauptfigur in diesem Buch, Julian, ist nach dem durch ihn verursachten Unfall-Tod seines kleineren Bruders zu einem von Selbstzweifeln und Selbstmitleid belasteten gefühlskalten leicht zynischen Egoisten geworden.
Als seine Eltern ein Pflegekind aus einem Kinderheim mit Namen Anoki aufnehmen, entwickelt er zunächst eine starke Ablehnung gegen diesen aufmüpfigen und Regeln ignorierenden Teenager.
Allerdings hält diese Ablehnung nicht allzu lange an und Julian entwickelt eine tiefe Zuneigung zu seinem Pflegebruder.
Sehr gefühl- und humorvoll beschreibt der Autor, wie es Anoki durch seine Art gelingt, seinen Pflegebruder immer wieder um den Finger zu wickeln und nicht selten in seinem Sinne zu manipulieren.
Julian versucht zwar einerseits sehr oft, seinem Pflegebruder elementare Regeln beizubringen, bekommt aber immer wieder ein schlechtes Gewissen und scheitert mit seinen Bemühungen meistens an seiner tiefen Zuneigung zu Anoki.
Man fiebert förmlich mit den beiden Hauptfiguren mit und erwartet nicht selten eine Katastrophe bzw. daß Julian unter der teilweisen Last irgendwann zusammenbrechen wird.
Der Schluß des Buches läßt m. E. nach Platz für viele Interpretationen.
Das Buch ist sehr gut geeignet, den Fernseher für ein paar Tage oder Abende unbeachtet zu lassen.
Für mich eine klare Kaufempfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schwer besetzt! 8. Februar 2012
Von Monika
Format:Broschiert
Dieses Buch hat nicht nur einen Platz in meinem sowieso schon überfüllten Bücherregal "besetzt", sondern auch über Tage und Stunden hinweg mein Herz!

Die Geschichte ist wohl an sich nicht so ungewöhnlich; Julian, der sich für den Tod seines jüngeren Bruders die Schuld gibt und die ihm auch von seinen Eltern gegeben wird, und darüber nicht hinwegkommt. Ein Pflegekind, Anoki, das ihm plötzlich vor die Nase gesetzt wird und mit dem er so gar nicht klarkommt, zumindest am Anfang der Geschichte.

Aber dann! Der Autor hat Anoki eine umwerfende Persönlichkeit verpasst, die einfach nur unter die Haut geht, charmant und trotz der gewaltigen Tsunamiwelle an Katastrophen, die er permanent vor sich herschiebt, muss man ihn einfach lieben und ins Herz schließen. Nein, mein Herz hat er nicht "besetzt", das musste er gar nicht, er kam einfach so rein. Freiwillig. Anoki ist ein Lebenskünstler, wie er im Buche steht, und das mit gerade mal 14 Jahren.

Auch Julian kann sich dem auf Dauer nicht entziehen, und am Ende eines schwierigen und holprigen Weges für sie beide, kann man feststellen, dass zwischen den zwei unfreiwilligen Brüdern ein festes Band entstanden ist, das alle Widrigkeiten des Lebens überstehen kann. Wenn man sie lässt! Dabei spielte es für mich nur eine geringe oder untergeordnete Rolle, dass Julian auch "andere" Gefühle für Anoki entwickelt hat, im Gegenteil, das hat für mich das Empfinden der tiefen Liebe zwischen ihnen nur noch verstärkt.

Sehr oft musste ich schmunzeln oder laut auflachen bei den Spitzen und Neckereien, die sich Anoki und Julian immer wieder zuwarfen. Kann sein, dass Julian in seiner Art und Weise mit Anoki umzugehen oder bei seinen Versuchen, ihn zu "erziehen", so manch entsetzten Schreikrampf bei Kinderpsychologen oder Erziehern auslösen würde. Bei mir löste es dauerhaftes Grinsen und Verblüffung aus, wie er mit Anoki umsprang und mit seinen Eskapaden fertig wurde.

Ich fand es gut, dass die "Nebenrollen" auch solche blieben; ich konnte von Julian & Anoki einfach nicht genug bekommen.

T. A. Wegberg hat einen ausserordentlichen Sinn für Humor, sein Schreibstil ist durchzogen von Charme und einem übersprudelnden Wortschatz. Schade finde ich, dass das Ende gewisse Sachen offen lässt und Fragen unbeantwortet bleiben. Ich wünsche mir einen zweiten Teil, in dem das (hoffentlich zustande gekommene!) gemeinsame Leben dieser beiden liebenswerten Chaoten beschrieben wird. (... ähem, und ganz vielleicht ist Anoki dann schon älter und Julians ... "Avancen" nicht ganz abgeneigt ... ? Da meldet sich mein Fanatismus und meine heftige Liebe zu homoerotischer Literatur ganz stark zu Wort! Sorry an alle, die dieses Thema abartig finden!)
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