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Da Herzogs Filme selten über die dargebotene Dramatik den Zuschauer fesseln, ist der Inhalt des Filmes schnell zusammengefasst:
In einem niederbayerischen Dorf des 19. Jahrhunderts, das durch die ortsansässige Glashütte zu einigem Wohlstand gelangte, bricht über Nacht das Unglück herein. Der wichtigste Vorarbeiter der Hütte stirbt, ohne das Geheimnis des "Rubin-Glases" zu hinterlassen. Ohne das Rubin-Glas ist die Glashütte nur ein Handwerksbetrieb von vielen und verliert seine überragende Bedeutung. Um das verlorene Wissen zurückzuerlangen, bestellt der Hüttenbesitzer den einsiedlerisch lebenden Hellseher Hias zu sich, "auf daß er ihm den Rubin zurückbringe". Doch Hias sieht nur Apokalypsen und Katastrophen, die die kriegerischen Auseinandersetzungen des kommenden Jahrhunderts heraufbeschwören ...
Um eine entrückte Atmosphäre zu schaffen, spielen alle Schauspieler bis auf Josef Bierbichler und die Glasbläser (die tatsächlich als solche in der gefilmten Hütte Aisch im Bayerischen Wald tätig waren) unter Hypnose. Dies merkt man den Darstellungen nur allzu deutlich an. Die Langsamkeit ist in diesem Film wiedererfunden worden!
Die musikalische Begleitung durch die Ethnogruppe Popol Vuh und das Studio der frühen Musik sind herausragend. Zusätzlich zu den Bildern erschaffen die Klangwelten eine hypnotisierende Atmosphäre. Als besonders gelungen ist auch die Kamerarbeit von Schmidt-Reitwein zu bewerten, der dem Film durch seine intelligente Bildkomposition und Ausleuchtung seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.
Die Bildqualität ist auch nach 30 Jahren äußerst solide und in satten Farben gehalten. Die Tonspur ist okay, auch wenn hier und da ein paar Lautstärkeschwankungen auszumachen sind. Die Extras der DVD entschädigen durchaus für einen Kaufpreis jenseits der 10 €:
Enthalten sind die Kurzdoku "Werner Herzog eats his shoes"
und die etwas 45 minütige Bergsteigerreportage "Gasherbrum - Der leuchtende Berg". Diese Extras sind bei Amazon bereits gut beschrieben worden.
Erwähnenswert ist noch der eigenwillige Audiokommentar von W. Herzog und Laurens Straub, in dem man einerseits viel über die bizarre Entstehungsgeschichte des Films erfährt (unter anderem viel über die dort eingesetzte Art von Hypnose) andererseits Herzog auch etwas über seine Kindheit und sein Verhältnis zum Film preisgibt. Etwas irritiert ist man, wenn beide Kommentatoren nach ca. 60 Minuten einmütig das Kommentieren mit dem Hinweis darauf, daß "man jetzt noch den Rest des Filmes genießen wolle, und sich deshalb auf den Film konzentrieren wolle", einstellen. Solange es nicht bei jedem Mal vorkommt, eine witzige Idee.
Fazit: Endlich erscheint einer der schönsten, einer der poetischsten aber auch einer der sperrigsten und unverständlichsten Filme Herzogs auf DVD. Angesichts der sehr guten Aufbereitung und netten Extras ist der Kaufpreis gerechtfertigt. Aber Vorsicht: Wer sich vorher noch nicht mit Herzogs Schaffen auseinandergesetzt hat, wird mit diesem Film etwas ganz anderes bekommen, als er erwartet hätte.
zu dem film: das drehbuch ist basiert im prinzip auf einer alte bayrische legende über ein dorf, das hauptsächlich von der herstellung des rubinglases lebt. als der glasbläser mühlbeck stirbt, und das geheimnis der hestellung des rubinglases in den tod mitnimmt, verfällt das dorf in eine tiefe depression. der film verfügt über ein unglaublich hypnotisches aroma, und zieht irgendwie in den bann. bestückt mit wunderbar gefilmten szenen und charackteren, ist dies einer der "seltsamsten" filme herzogs. es gibt einen alten mann der nichtmehr gehen möchte, einem hellseher namens hias der szenarien aus dem zweiten weltkrieg beschreibt (die zu der zeit noch nicht geschehen waren), sowie eine dame die langsam und verstörend eine art strip hinlegt. der schluss dieses films hatte mich beim ersten mal wie umgehauhen, und wirkt wie eine erfrischende überraschung. herzog schafft ist mehr als gefühle zu vermitteln, ohne ansatzweise schnulzig oder sentimal zu werden. ein muss für film-freunde, ein fest für den kopf und die sinne. hollywood fans sollten zu etwas anderem greifen.
film : 5 von 5 sternen
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