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Herz auf Taille [Taschenbuch]

Erich Kästner , Erich Ohser
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 1988
Bissige, witzige und frivole Gedichte Kästners aus den zwanziger Jahren.

»Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Bureaus, als wären es Kasernen.«


1927 hatte Kästner bereits eine Reihe von Gedichten verfaßt, die im ›Simplicissimus‹, der ›Weltbühne‹ und in anderen Zeitschriften erschienen waren. Da schlug ihm der Verleger Kurt Weller vor, die verstreuten Beiträge zu sammeln und in einem Gedichtband zusammenzufassen. Das Werk kam 1928 heraus.

»Das Buch erschien«, schrieb Erich Kästner, »und hatte, bei Freund und Feind, Erfolg. Nur so sei zur Zeit Lyrik möglich, schrieb man. Und man schrieb, es sei überhaupt keine Lyrik. Nun, es war Anklage, Elegie, Satire, Feuilleton, Glosse, Ulk, Frivolität, Epistel, Pamphlet und Bänkeltext.« ›Herz auf Taille‹ machte den Autor mit einem Schlag berühmt.

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Preis für alle drei: EUR 20,60

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423110031
  • ISBN-13: 978-3423110037
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 415.353 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren und starb 1974 in München. Der Schriftsteller, Satiriker, Dramatiker und nicht zuletzt Autor der berühmten Kinderklassiker ›Das doppelte Lottchen‹, ›Das fliegende Klassenzimmer‹, ›Pünktchen und Anton‹, ›Emil und die Detektive‹ und ›Die Konferenz der Tiere‹ wurde mit zahlreichen Preisen bedacht (u.a. mit dem Büchner-Preis und der Hans-Christian Andersen-Medaille).

»Erich Kästner war ein wehmütiger Satiriker und ein augenzwinkernder Skeptiker. Er war Deutschlands hoffnungsvollster Pessimist und der deutschen Literatur positivster Negationsrat. War er ein Schulmeister? Aber ja doch, nur eben Deutschlands amüsantester und geistreichster. Er war ein Prediger, der stolz die Narrenkappe trug.« Marcel Reich-Ranicki


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Kundenrezensionen

4.5 von 5 Sternen
4.5 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Kästner ist für gewöhnlich nur als Kinderbuchautor bekannt; daß er auch als Satiriker und voll legitimiert auch als Schriftsteller und Dichter tätig war, hat sich noch nicht so sehr ins Bewußtsein der Allgemeinheit festgesetzt. Die Sammlung "Herz auf Taille" besteht aus recht frühen Gedichten Kästners und ist 1928 zuerst erschienen; die in dieser Ausgabe versammelten Gedichten entsprechen dabei jenen der Erstauflage. Ebenso sind die Bilder e. o. plauens (ErichOhser) dabei, die in den Auflagen nach 1928 zunächst fehlten. Die Gedichte, die hier zusammengestellt sind, waren bereits vor der Buchveröffentlichung in verschiedenen Zeitschriften und Journalen erschienen. Kästner mag nicht gerne am Leben vorbeidichten, und auch die schönen Träume und Traumwelten sind nicht seine Sache. Von Liebe, der guten, wahren, schönen und einzigen ist daher hier wenig die Rede (und wenn, dann versteckt), schon eher kommen die von ihren Liebhabern ausgehaltenen Dienstmädchen zu Wort, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben, daß die wahre, gute... doch noch kommt. Oder schon da sei. Oder aber es wird von einem Klassentreffen berichtet, wo man die Gehälter nennt und ansonsten ist es so furchtbar wie ehedem. Und der einzige, der aufsteht und geht und seine Meinung sagt, bleibt unverstanden. So ist die Welt, und Kästner will sie so beschreiben, auf daß vielleicht der eine oder andere etwas daraus lerne. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und das Wort ward Kleid mit tiefergelegter Taille 21. September 2007
Von weiser111
Format:Taschenbuch
"Herz auf Taille" -- schon der Titel dieses Gedichtbands gibt Erich Kästners Tonart vor: Er klingt wie wortgewordenes Charleston-Kleid mit tiefergelegter Taille und spiegelt den Geist der Zeit wider wie kaum ein anderer. Schnoddrig und geistreich, nicht wenig sarkastisch und bissig, mit unverstelltem Blick.
Erstmals verlegt wurden diese Gedichte im Buch 1928; alle waren sie zunächst in verschiedenen Zeitungen erschienen, bis ein junger Verleger Kästner dazu aufforderte, eine Auswahl für einen Gedichtband zusammenzustellen. Ein weiterer damals noch Unbekannter steuerte die Illustrationen bei, die den Geist der Zeit genauso aufgreifen wie Kästner: Erich Ohser, besser bekannt als "e.o.plauen" (Genau! Der geistige Vater von "Vater und Sohn"!). Was den heraufbeschworenen Geist der Zeit angeht: Der war schon 1928 nicht so koscher, wie die ach so glorreichen "Goldenen Zwanziger" oft gelten; bereits in der zweiten Auflage (immer noch 1928) mussten sie wegen ihrer angeblichen Unsittlichkeit gestrichen werden...

Aber zurück zu den Gedichten: Es handelt sich um Kästners lyrisches Frühwerk, aber das heißt beileibe nicht, dass er sein Handwerk nicht bereits beherrscht hätte.
Kästner verfügt bereits 1928 über ein veritables Repertoire an Formen: Moritaten und Bänkelsang hat er auf Lager, Couplet und Kabarett-Tonfall, Elegien und Kinderlied (mit alles andere als unschuldigem Inhalt), und was noch alles.
Und nicht nur enthält dieser Band einige von Kästners berühmtesten Gedichten ("Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühen?", "Chor der Fräuleins", "Weihnachtslied, chemisch gereinigt" u.a.) -- auch die weniger berühmten sind Meisterwerke. Kästners lakonischer Ton täuscht im ersten Moment darüber hinweg, dass er seine Zeit nicht in ihrer glanzvollen Vorderseite präsentiert. In seinen Gedichten geht es wider den wiederauferstehenden Militarismus, dessen Konsequenzen sie nachgerade prophetisch andeuten ("Jahrgang 1899", "Stimmen aus dem Massengrab" u.a.), und sie beleuchten die Schattenseiten der Goldenen Zwanziger, thematisieren den tristen Hinterhof von Zeit und Gesellschaft: Enthusiastisch gefeierter Fortschritt und Vereinsamung sind hier verschwistert, das Rotlichtmilieu wird bar jeglicher Stilisierung präsentiert, und soziale Not samt ihren Konsequenzen, wie Verelendung, Vergewaltigung, minderjährige Prostituierte, Gefühlsarmut oder Verrohung, ist immer gegenwärtig.
Kästners Kunst zeigt sich nun gerade darin, dass er nicht vordergründig anklagt, sondern ganz einfach (einfach...) genau hinschaut. Er spricht in den Zungen seiner lyrischen Ichs, lässt Dienst- und Tippmädchen, Hinterhaus-Bewohner und Kriegsinvaliden zu Wort kommen -- in vollendeter Gedichtform, im Ton mal abgeklärt und mal frivol, mal naiv und dann wieder zynisch, und natürlich nicht mit den klassischen Themen und Wortschätzen.

Bereits diese frühen Gedichte sind waschechte "Kästners": Seine Bilder sind nicht barock überladen, sondern sie verpassen falscher Sentimentalität einen gezielten Tritt in den Allerwertesten: "Und die Blumen blühn, als wüßten sie's" -- auch so kann man jedem Leser klarmachen, was den Dichter am Jardin du Luxembourg so fasziniert. Gelegentlich trifft man schon auf den Ton seiner "Dreizehn Monate", etwa wenn es in "Besagter Lenz ist da" heißt "Das ist schon so. Der Frühling kommt in Gang. / Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen. / Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen."
Herzlos sind sie also bei aller Ironie und bei allem Sarkasmus nicht, diese Gedichte: Wer genauer hinguckt, erkennt viel echte Sentimentalität, viel Anrührendes und viel Mitleid.

Der dtv-Ausgabe von 1988 (und ebenso der zugrunde liegenden Ausgabe beim Atrium-Verlag 1985) liegt der Originaltext der Erstausgabe 1928 zugrunde, inklusive Ohsers Illustrationen, und zusätzlich enthalten sind auch jene Gedichte, die Kästner in der 2. Auflage an die Stelle der herauszensierten Illustrationen einfügte.

Man nannte Kästners Lyrik "Gebrauchslyrik", auf dass die literarischen Platzanweiser wieder in Ruhe ihrem Geschäft nachgehen konnten, wie Kästner in seinem Vorwort zum Neudruck 1965 das so schön auf den Punkt brachte.
Dabei ist die Bezeichnung garnicht so ohne, denn diese Gedichte kann man immer gut gebrauchen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
"Herz auf Taille" -- schon der Titel dieses Gedichtbands gibt Erich Kästners Tonart vor: Er klingt wie wortgewordenes Charleston-Kleid mit tiefergelegter Taille und spiegelt den Geist der Zeit wider wie kaum ein anderer. Schnoddrig und geistreich, nicht wenig sarkastisch und bissig, mit unverstelltem Blick.
Erstmals verlegt wurden diese Gedichte im Buch 1928; alle waren sie zunächst in verschiedenen Zeitungen erschienen, bis ein junger Verleger Kästner dazu aufforderte, eine Auswahl für einen Gedichtband zusammenzustellen. Ein weiterer damals noch Unbekannter steuerte die Illustrationen bei, die den Geist der Zeit genauso aufgreifen wie Kästner: Erich Ohser, besser bekannt als "e.o.plauen" (Genau! Der geistige Vater von "Vater und Sohn"!). Was den heraufbeschworenen Geist der Zeit angeht: Der war schon 1928 nicht so koscher, wie die ach so glorreichen "Goldenen Zwanziger" oft gelten; bereits in der zweiten Auflage (immer noch 1928) mussten sie wegen ihrer angeblichen Unsittlichkeit gestrichen werden...

Aber raus aus Kästners Vorwort und rein in seine Gedichte: "Herz auf Taille" sind zwar Kästners lyrisches Frühwerk, aber das heißt beileibe nicht, dass er sein Handwerk nicht bereits beherrscht hätte. Er verfügt bereits 1928 über ein veritables Repertoire an Formen: Moritaten und Bänkelsang hat er auf Lager, Couplet und Kabarett-Tonfall, Elegien und Kinderlied (mit alles andere als unschuldigem Inhalt), und was noch alles.
Nicht nur enthält dieser Band einige von Kästners berühmtesten Gedichten ("Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühen?", "Chor der Fräuleins", "Weihnachtslied, chemisch gereinigt" u.a.) -- auch die weniger berühmten sind Meisterwerke. Kästners lakonischer Ton täuscht im ersten Moment darüber hinweg, dass er seine Zeit nicht in ihrer glanzvollen Vorderseite präsentiert. In seinen Gedichten geht es wider den wiederauferstehenden Militarismus, dessen Konsequenzen sie nachgerade prophetisch andeuten (z.B. "Jahrgang 1899", "Stimmen aus dem Massengrab"), und sie beleuchten die Schattenseiten der Goldenen Zwanziger, thematisieren den tristen Hinterhof von Zeit und Gesellschaft: Enthusiastisch gefeierter Fortschritt und Vereinsamung sind hier verschwistert, das Rotlichtmilieu wird bar jeglicher Stilisierung präsentiert, und soziale Not samt ihren Konsequenzen, wie Verelendung, Vergewaltigung, minderjährige Prostituierte, Gefühlsarmut oder Verrohung, ist immer gegenwärtig.
Kästners Kunst zeigt sich nun gerade darin, dass er nicht vordergründig anklagt, sondern ganz einfach (einfach...) genau hinschaut. Er spricht in den Zungen seiner lyrischen Ichs, lässt Dienst- und Tippmädchen, Hinterhaus-Bewohner und Kriegsinvaliden zu Wort kommen -- in vollendeter Gedichtform, im Ton mal abgeklärt und mal frivol, mal naiv und dann wieder zynisch, und natürlich nicht mit den klassischen Themen und Wortschätzen.

Bereits diese frühen Gedichte sind waschechte "Kästners": Seine Bilder sind nicht barock überladen, sondern sie verpassen falscher Sentimentalität einen gezielten Tritt in den Allerwertesten: "Und die Blumen blühn, als wüßten sie's" -- auch so kann man jedem Leser klarmachen, was den Dichter am Jardin du Luxembourg so fasziniert. Gelegentlich trifft man schon auf den Ton seiner "Dreizehn Monate", etwa wenn es in "Besagter Lenz ist da" heißt "Das ist schon so. Der Frühling kommt in Gang. / Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen. / Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen."
Herzlos sind sie nämlich nicht, diese Gedichte, bei aller Ironie und bei allem Sarkasmus. Wer genauer hinguckt, erkennt viel echte Sentimentalität, viel Anrührendes und viel Mitleid.

Dieser Ausgabe liegt der Originaltext der Erstausgabe 1928 zugrunde, inklusive Ohsers Illustrationen, und zusätzlich enthalten sind auch jene Gedichte, die Kästner in der 2. Auflage an die Stelle der herauszensierten Illustrationen einfügte.
Man nannte Kästners Lyrik "Gebrauchslyrik", auf dass die literarischen Platzanweiser wieder in Ruhe ihrem Geschäft nachgehen konnten, wie Kästner in seinem Vorwort zu einem Neudruck 1965 das so schön auf den Punkt brachte (selbstverständlich enthält dieser Band auch jenes typisch Kästner'sche Vorwort -- ich sag dazu nur: Lesen!).
Dabei ist die Bezeichnung "Gebrauchslyrik" garnicht so ohne, denn diese Gedichte kann man immer gut gebrauchen.
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