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Das Herz aller Dinge [Unbekannter Einband]

Graham Greene , Walther Puchwein
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1949
Major Scobie hat fünfzehn Jahre Dienst in einer kleinen westafrikanischen Hafenstadt hinter sich und wird bei der Beförderung wieder einmal übergangen. Das trifft seine Frau Louise tiefer als ihn. Scobie liebt seine Frau nicht mehr, behandelt sie jedoch mit Respekt. Als Louise nach Südafrika reist, lernt Scobie Helen Rolt kennen. Ihr Dampfer war von einem U-Boot torpediert worden, und sie gehört zu den überlebenden Passagieren. Das Mitleid, das Scobie für Helen empfindet, wandelt sich in Liebe, und der gläubige Katholik gerät in ein unauflösliches Dilemma.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: Jubiläumsausg. (1949)
  • ASIN: B0000BIR38
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.434.556 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Graham Greene wurde am 2. Oktober 1904 in Berkhampstead, Hertfordshire, geboren. Sein Großonkel war der Autor der 'Schatzinsel', Robert Louis Stevenson. Da Greene der Sohn des örtlichen Schuldirektors war, behandelten seine Mitschüler ihn als Außenseiter. Er entwickelte einen Hang zum Einzelgängertum, gegen den auch seine beiden Brüder nichts tun konnten. Nach Beendigung der Schule ging Greene nach Oxford und studierte am Balliol College Neuere Geschichte. Seine erste Anstellung war ein Redakteursposten bei der Times in London, danach fand er eine Stelle als Filmkritiker beim Spectator.

Die großen Reisen, die er unternahm – u.a. nach Westafrika und Asien – wurden auch zum Fundus für seine schriftstellerische Tätigkeit. Ein entscheidender Schritt war 1934 sein übertritt zum Katholizismus. Sein erster Roman, 'The Man Within' (1929, dt. 'Zwiespalt der Seele'), beschreibt bereits den Konflikt zwischen Gut und Böse, der im Zentrum von Graham Greenes Werk steht. Man findet ihn in den Kriminalgeschichten wie in den psychologisch ausgerichteten Romanen. Als 1940 'The Power and the Glory' (dt. 'Die Kraft und die Herrlichkeit') erschien, erhielt Greene dafür den Hawthorne-Preis. Viele halten es für sein vielleicht bestes Werk. Zweimal leitete er Verlage, Mitte der vierziger Jahre Eyre & Spottiswoode und Anfang der sechziger Jahre Bodley Head. Am 3. April 1991 starb Graham Greene in Genf. Er wurde mehrmals als heißer Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reue 1. April 2008
Von Polar
Format:Taschenbuch
Menschen fühlen sich oft der Welt entwurzelt, finden Halt im Glauben in festen Konventionen. Manchmal geraten sie in Versuchung und müssen mit ansehen, wie alles, an dem sie festgehalten haben, zu Bruch geht. Major Scobie hat eine Aufgabe, sein Alltag in einer westafrikanischen Stadt scheint geregelt, wenn auch nicht aufregend zu sein. Und wieder einmal ist es bei Graham Green die Liebe, die das Innerste nach außen kehrt. Es gibt wohl kaum einen Autor, der den Zwiespalt so zum Programm erwählt hat, wie Greene. Scobie ist nicht nur mit einer Katholikin verheiratet, er glaubt auch an die Kirche, wenn auch er weniger deren Rituale vollzieht. Als seine Frau ihn verläßt, er mit einer jungen Engländerin eine Affäre beginnt und seine Frau zu ihm zurückkehrt, findet er sich im Teufelskreis der Sünde wieder. Getäuscht, verzweifelt kann er trotzdem der Verführung nicht widerstehen und fällt einen schicksalsschweren Entschluss. Doch nicht einmal der wird ihn reinwaschen. Das Bild eines jeden, wird von denen geprägt, die ihn gekannt haben. Ein zutiefst moralischer, von Fragen des Glaubens durchzogener Roman: über das, was man ist, was man kann, was man am Ende bleibt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scobie, das Auslaufmodell 26. November 2013
Von euripides50 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Romane Graham Greenes weisen einen Vorzug auf, der sie über die meisten anderen Texte weit hinaushebt: bei ihrer Lektüre reist man nicht nur durch die Tiefen und Untiefen der menschlichen Psychologie sondern auch in den Weiten der Welt herum. Ich habe in Mexiko "Die Kraft und die Herrlichkeit" gelesen und vor Ort die merkwürdige Gemengelage von Katholizismus und Radikalreformismus verstanden, die die mexikanische Politik und Gesellschaft prägen. Und Vietnamreisenden empfehle ich den "stillen Amerikaner", jenes geniale Werk, das von heute aus betrachtet wie eine Prognose des amerikanischen Dramas in Vietnam wirkt.
Nun habe ich im Vorfeld einer Westafrikareise "Das Herz aller Dinge" gelesen, angeregt durch Peter Scholl Latours "Afrikanische Totenklage", die mit zwei literarischen Gestalten beginnt und endet: mit Conrads Major Kurtz und mit Graham Greenes Major Scobie.
Ein Mehrfaches hat mich am "Herz aller Dinge" fasziniert. Zunächst die eindringliche Beschreibung Westafrikas, genauer gesagt, der Stadt Freetown in Sierra Leone, der Regenzeit, des Klimas, der Vegetation und der morbiden Stimmung der Tropen, die auf Dauer auch den härtesten Europäer zermürbt. Ganz unabhängig von der Handlung lohnt die Lektüre des Buches schon wegen der atmosphärischen Dichte, mit der der Schauplatz der Handlung beschrieben wird.
Im Mittelpunkt dieser Handlung steht Major Scobie, der stellvertretender Polizeikommandant der britischen Kolonie, eine grundanständige aber schwache Natur, die gerade deswegen in der Kolonialgesellschaft nicht zu Recht kommt. Scobies Frau Louise ist kreuzunglücklich, nicht in erster Linie wegen der Lebensumstände in Westafrika, sondern weil sie das Unglück in sich trägt wie ein Gebrechen.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein höchst aktueller Konflikt zw. Liebe u.Religion 6. Februar 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Neuübersetzung von Edith Walter ist nicht 1990, sondern 1995 erschienen. Sie ist hervorragend und in der Literaturbeilage der FAZ hochgelobt worden. Graham Greene schildert hier sehr dramatisch den Konflikt, in den der katholische, verheiratete Major Scobie gerät, als er sich in eine junge Frau verliebt. Graham Greene at his best.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maßloses Mitleid 30. Juli 2009
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Nächstenliebe ist die christliche Tugend schlechthin - kann man es mit ihr auch übertreiben? Maßloses Mitgefühl ist es jedenfalls, was Graham Greenes Major Scobie ins Grab bringt. Weil er, der gläubige Katholik, keine der beiden Frauen verletzen will, die er vor allem aus Mitgefühl zu lieben meint, türmt er Todsünde auf Todsünde: Er geht fremd, entweiht Beichte und Abendmahl und glaubt am Ende, sich nur noch in den Selbstmord retten zu können. Kaum jemand hat die seelische Zerrissenheit eines gläubigen Menschen so spannend und lebensnah geschildert wie Greene. Das Buch fasziniert auch, wenn man selbst nicht mit religiösen Skrupeln kämpft. Das mag daran liegen, dass Greene - obwohl bekennender Katholik - selbst ein eher sündiges Leben führte und mit dessen Abgründen durchaus vertraut war. Ursprünglich wollte Greene seine Erfahrungen als Agent in Afrika literarisch aufarbeiten. Das Herz aller Dinge geht allerdings weit über diesen Erfahrungshorizont hinaus und rührt ans Allgemein-Menschliche.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herz in Not 27. Mai 2011
Format:Taschenbuch
Dichte, intensive Geschichte um einen ehrlichen, katholischen Polizisten, der in Gewissensnöte gerät und keinen Ausweg mehr weiß. Gut konstruiert - oder schon zu ausgedacht? -, und ein paar sehr trockene, coole Dialoge dazu. Der katholische Aspekt wird mir gegen Ende zu stark; möglicherweise gibt es nicht viele Menschen, die die Rituale so ernst nehmen. Greene hielt das Religiöse später wohl selbst für übertrieben.

Das Buch spielt in Sierra Leone, Westafrika. Die Schwüle trieft aus allen Zeilen, Ratten und Geier belagern die Hauptakteure; das drückende Klima korrespondiert mit Gewissensnöten und drängenden Problemen. Letztlich könnte die Geschichte aber auch in London spielen, die tropische Hafenstadt bleibt exotische Kulisse, fast alle Hauptakteure sind Engländer.

Die englische Originalfassung ließ sich leicht lesen. Die Verfilmung von 1953 mit Trevor Howard hat mich nicht beeindruckt (s. m. sep. Besprechung).
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