Man nannte sie in der DDR zurecht die polnischen Beatles, brachten sie doch ehrliche, eingängige, handgemachte Popmusik zu Gehör mit guten Texten. Leider begann der damalige Sänger Seweryn Krajewski erst in den 70er Jahren deutsch zu pauken und somit gab es anfangs oft Textzeilen, die man schlecht verstand. Als man sich dann, auch dank des obligatorischen Russisch-Unterrichts, langsam an das ch statt h und das ju statt ü des ganz schnuckligen und sympathischen Sängers von damals gewöhnte, hatte der seine Lektion gelernt und bei "Auf dem Dach dieser Welt", "Wie Sand im Wind" oder "Weißes Boot" gelang die Aussprache schon ganz gut.
Die Konkurrenz im Deutschland von 2009 ist ungleich höher als vor 30 Jahren. Ins Ohr gehen die Melodien ja und einen gewissen Charme haben einige der neuen Songs ja auch. Nur ach - die Aussprache! "Wir ziehen weiter" und die anderen drei Neuaufnahmen bleiben gesangstechnisch hinter dem Niveau von damals zurück. Da fehlt einer wie Seweryn Krajewski, der die Band 1997 zugunsten eigener, heute in Polen erfolgreicher Projekte verließ.
Es klingt wie aufgewärmter Kaffee, was man 2009 in Deutschland von den Roten Gitarren hört. Mit etwas mehr Liebe fürs Detail und Fleiß wäre vielleicht mehr draus zu machen gewesen.