Nun, dieses pseudo-historische Werk ist weniger als ernstgemeinte Studie der maritimen Seefahrt des 19. Jhd. zu verstehen, als viel mehr eine sehr persönliche Meinung zu der literarischen Szene des maritimen (englischsprachigen) Genres, von dem der Autor sichtlich profitiert.
Seine geschichtlichen Ausführungen erschöpfen sich zumeist in lückenhaften Übersetzungen englischer Standart-Werke zu diesem Thema, sehr subjektiven Kritiken zu den literarischen Werken der englischsprachigen Konkurrenz und einer negativ ins Auge fallenden Selbstbeweihräucherung.
Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, sollte auf die hervorwagenden Original-Werke zum Thema zurückgreifen. Adams Zeichnung der maritimen Seefahrt des 19. Jhd. und insbesondere der literarische Szene ist eher sehr einseitig ausgefallen.
Richtig peinlich wird es bei Adams Beleuchtung des Roman-Sektors, der sich mit dieser Epoche auseinandersetzt.
Außer Forester kommt eigentlich keiner seiner englischen Kollegen sonderlich gut bei ihm weg.
Außer- seltsamerweise (!)- er selbst!
Da werden Donachie, Kent, Pope und selbst Patrick O'Brian aufs Übelste verrissen und nur "Frank Adam"- zufälligerweise Autor dieses zweifelhaften Werkes- wurde in der Zeitschrift "Deutsche Schifffahrt" besprochen...
Kein Wunder!
Also wer sein eigenes Werk selbst in den höchsten Tönen lobt; das seiner Konkurrenten aber eher diffamiert, hat für mich bereits jedwede Glaubwürdigkeit verloren.
Das einzige, was man Adam zugute halten kann ist, dass er selbst zugibt, O'Brian ("mit seiner komplizierten Erzählstruktur") nicht verstanden zu haben. Adam hatte beim lesen von O'Brians Büchern das Gefühl "dass bestimmten Büchern sogar Seiten fehlten". Des weiteren stellt er fest, dass es bei O'Brian um die historische Genauigkeit scheinbar nicht sonderlich gut bestellt war. Schauerlich! Als Beispiel wird dann auch noch ein Übersetzungsfehler (!) ins Deutsche herangeführt.
Nein, seriös ist all dies sicherlich nicht mehr!
Ein sehr subjektiv gefärbtes Buch in sehr einseitiger Sichtweise zu einer sehr interessanten, aber auf andere Weise sicherlich besser kennanzulernenden Epoche.
Nicht empfehlenswert!