Pressestimmen
»Seine Ausführungen konzentieren sich dabei von Anfang an auf den Begriff der Ökonomie im aristotelischen Sinne, also der Entgegensetzung von Staatsmann und König. In aller Ausführlichkeit ergründet Agamben Wesen und Vorstellung dieses göttlichen Konzepts. ... Diese Auseinandersetzung ist hoch spannend...«
(Thoman Hummitzsch
Zeitschrift für Kultur und Weltanschauung )
»Kühn gesehene Parallelen zwischen theologischer Tradition und politischer Macht. Anspruchsvolle, geniales, ungemein gelehrtes Buch«
(Ulrich Greiner
Die Zeit )
»Es ist gut möglich, dass Agamben mit seinem langen und verschlungenen Anlauf hier etwas gefunden hat, von dem aus eine Kritik der Moderne radikaler und grundsätzlicher zu leisten ist, als wir das bisher gewohnt sind.«
(Christoph Fleischmann
Kommune )
»Agambens Buch bietet, wie auch frühere seiner Schriften, in benjaminscher Manier eine Sammlung von Beobachtungen zu Theoremen und Phänomenen zu den Verhältnissen von Gott und Ökonomie sowie von Herrschaft und Regierungstätigkeit, die die ideengeschichtliche und politiktheoretische Forschung bislang (zu) wenig berücksichtigt hat. Besonders interessant sind zweifelsohne die Verweise auf die Bedeutung der Ökonomie für theologische Argumente und daran anschließende politische Überlegungen, etwa zum Verhältnis von Papst oder Kaiser und ihren Verwaltungen.«
(
PVS, Politische Vierteljahresschrift )
Kurzbeschreibung
Die genealogische Erforschung der Macht, die Giorgio Agamben 1995 mit Homo sacer begonnen hat, nimmt mit diesem Buch eine entscheidende Wendung: Warum hat in der westlichen Welt die Macht die Form der Ökonomie angenommen? Und: Weshalb bedarf sie der Herrlichkeit, also jenes liturgisch-zeremoniellen Aufwands, der seit jeher um sie betrieben wird? Um den Monotheismus mit den »drei Personen« zu vereinbaren, entwarfen die Kirchenväter die Trinitätslehre als »Ökonomie« des göttlichen Lebens: als eine Frage der Führung und Verwaltung sowohl des himmlischen als auch des irdischen »Hauses« (griech.: oikía). Agamben zeigt, daß grundlegende Kategorien der modernen Politik – von der Gewaltenteilung bis zur militärischen Doktrin des Kollateralschadens, vom Liberalismus der »unsichtbaren Hand« bis zum Ordnungs- und Sicherheitsdenken – auf dieses theologisch-ökonomische Paradigma zurückgeführt werden können. Die zeremoniellen Aspekte der Macht sind nicht bloß Überreste vergangener Zeiten, sondern bilden – noch immer – ihr Fundament: eine bislang übersehene Genealogie, die die Funktion des Konsenses und der Medien in den modernen Demokratien in einem neuen Licht erscheinen läßt.