oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Herrschaft und Heil: Politische Theologie in Ägypten, Israel und Europa: Politische Theologie in Altägypten, Israel und Europa
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Herrschaft und Heil: Politische Theologie in Ägypten, Israel und Europa: Politische Theologie in Altägypten, Israel und Europa [Taschenbuch]

Jan Assmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 24,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Gewöhnlich versandfertig in 6 bis 9 Tagen.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch EUR 24,90  

Hinweise und Aktionen

  • Tipp für Studenten
    Ein Jahr Prime kostenlos und einen 20% erhöhten Eintauschwert auf Trade-In erhalten alle Studenten die bei Amazon Student angemeldet sind.


Produktinformation


Mehr über den Autor

Jan Assmann
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Jan Assmann auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit dem Begriff der politischen Theologie ist ein Untersuchungsfeld umrissen, das die komplexen Zusammenhänge zwischen politischer Ordnung und den Gestalten des religiösen Lebens erkunden soll. Carl Schmitt hat im 20. Jahrhundert mit seiner bis heute für die Diskussion um diesen Begriff richtungsweisend gebliebenen These, nach der die zentralen Begriffe der modernen Staatslehre säkularisierte theologische Begriffe sind, ein Programm formuliert, das aufgrund von Schmitts Wanken zwischen begriffsgeschichtlicher Deskription und auf die Destabilisierung des modernen Verfassungsstaats abzielender Agitation ebenso umstritten geblieben ist, wie es eine anhaltende Faszination ausübt.

Die durchgehende Präsenz Carl Schmitts im neuesten Buch des Heidelberger Ägyptologen Jan Assmann überrascht daher kaum. Assmann relativiert allerdings Schmitts Projekt aus der Perspektive des Kulturhistorikers, indem er die Schmittsche These um ihre Vorgeschichte erweitert. Geht man den Entstehungsbedingungen der monotheistischen Religionen nach, die der Staatstheorie ihre Grundbegriffe geliefert haben, dann lässt sich ein gegenläufiger Prozess der Theologisierung grundlegender politischer Modelle nachweisen, der für die alten Hochkulturen ebenso revolutionär gewirkt haben muss wie der von Schmitt diagnostizierte Prozess der Säkularisierung für die moderne Welt.

Assmann umkreist diesen Prozess, indem er die Frage nach den Zusammenhängen von Politik und Religion aus ihrem angestammten Traditionszusammenhang, nämlich der jüdisch-christlichen Religion, herausholt und für die Erforschung außereuropäischer Kulturen fruchtbar macht. Wie Assmann anhand umsichtiger Quelleninterpretationen deutlich macht, lässt sich nicht nur eine politische Theologie in der altägyptischen Kultur im Sinne einer Korrelation von göttlicher und politischer Herrschaft nachweisen. Auch die für die jüdisch-christliche Religion fundamentale alttestamentliche Bundestheologie lässt sich so ganz im Sinne von Assmanns Leitgedanke von der Theologisierung ursprünglich politischer Begriffe beleuchten.

Jan Assmanns Untersuchungen bieten nicht nur faszinierende Einblicke in die soziopolitische und religiöse Vorstellungswelt des alten Ägyptens, sondern sie nehmen sich auch einer der offensten kulturwissenschaftlichen Fragestellungen an. --Jens Kertscher

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Herrschaft als Heil und Unheil

Jan Assmann über politische Theologie in Altägypten

Wer von politischer Theologie spricht, beginnt unweigerlich bei Carl Schmitt. Für diesen sind die prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre ursprünglich theologische Begriffe, die letztlich auf göttlicher Offenbarung gründen. Dabei reicht der «Diskurs» (um dieses bald unerträgliche Modewort zu gebrauchen) über politische Theologie bis zu Spinoza ins 17. Jahrhundert zurück.

Kühnes Vorhaben

Auch Jan Assmann geht in seinem neuen Buch «Herrschaft und Heil» von Carl Schmitt aus, möchte aber dessen Sicht radikal umkehren, indem er von der «Geburt der Religion aus dem Geist des Politischen» spricht. Er muss sein kühnes Vorhaben allerdings schon im nächsten Satz etwas relativieren und einige Seiten weiter eingestehen: «Meine Perspektive kehrt die Schmittsche These nicht einfach um, sie erweitert sie um ihre Vorgeschichte.» Denn Religion ist im Kern sicherlich älter als jede Politik, dafür bürgt allein schon die Begegnung mit dem Phänomen des Todes, das sich nur religiös, aber nicht politisch bewältigen lässt. Königslisten und Mythen des Altertums setzen denn auch vor alle Könige die Herrschaft von Göttern. Auch später noch treten Götter mit dem Anspruch auf politische Herrschaft hervor, besonders ausgeprägt im ägyptischen «Gottesstaat des Amun» um 1000 v. Chr.

Assmann betont daher, dass es ihm nicht um die Entstehung von Religion überhaupt geht, nicht um die «natürliche» Religion, sondern um eine wertende, «rechtgläubige» Religion, wie sie das Alte Testament oder der Islam verkörpern. Sein Musterfall sind die mosaischen Gesetze; der biblische Monotheismus ist eine politische Idee und Moses der Prototyp des politischen Theologen, während bei Echnaton «das Politische gar keine Rolle spielt». So ist das Ergebnis, dass eine bestimmte Form von Religion politisch geprägt ist, und man wird schliesslich Thomas Mann beistimmen, der in seinem Joseph-Roman sagt: «Es heisst die Einheit der Welt verkennen, wenn man Religion und Politik für grundverschiedene Dinge hält . . . In Wahrheit tauschen sie das Gewand . . . und das Weltganze ist es, wenn eines des anderen Sprache spricht.» Indem Assmann diese Worte an den Anfang seines Buches stellt, nimmt er das ambivalente Ergebnis seiner «Umkehr» bereits vorweg.

Sein grosses Verdienst aber ist es, dass er die reichen Quellen des alten Orients zur Geltung bringt und aufzeigt, was sie zur Untersuchung der Frage beitragen. Als Ägyptologe, der mehr als dreitausend Jahre einer wechselvollen politischen und religiösen Geschichte überblickt, gelingt es Assmann, den viel zu engen Horizont Carl Schmitts aufzusprengen. Er räumt dabei einige Klischees beiseite, die sich beim Stichwort Ägypten immer noch einzustellen pflegen, etwa das vom despotischen Herrscher, der mit Hilfe einer allmächtigen Bürokratie das Volk versklavt und zur Errichtung von Repräsentationsbauten zwingt. Pharao herrscht nicht durch Machtwort und Gewalt, sondern durch Konsens, und er muss seine Taten an das Ideal der Maat anbinden, an die so typisch ägyptische Idee einer sinnhaften Ordnung in Kosmos und Menschenwelt. Auf diese Ordnung sind auch die Götter verpflichtet, sie ist das Band, das Politik und Theologie zusammenfasst, ohne Vorrang der einen vor der anderen.

Im pharaonischen Ägypten ist Herrschaft ohne Zweifel mit Heil verbunden, auch wenn es in machen Epochen illegitime und später verfemte Herrscher gibt. Das Wirken und die Machtfülle Pharaos schaffen die Möglichkeit, Gerechtigkeit und Sicherheit auf Erden zu verwirklichen, wobei die Rücksicht auf sozial Benachteiligte, auf die «Witwen und Waisen» zu allen Zeiten als Ideal vor Augen stand; Assmann hat diese «vertikale Solidarität» bereits in seinem Buch über den Maat-Begriff ausführlich gewürdigt. Für Israel war der Pharaonenstaat dagegen als Sinnbild von Knechtschaft und Unterdrückung immer eine negative Herausforderung; nur vorübergehend, unter David und Salomo, diente er auch als Vorbild. Durch seine Distanzierung von einer Königsherrschaft suchte Israel Herrschaft und Heil deutlich zu trennen; an die Stelle des Königs trat das Volk, das sich direkt mit seinem Gott Jahwe verband und in ihm das Heil suchte.

Themenvielfalt

Dass Herrschaft auch Unheil bedeuten kann, lehrt allein ein Blick in die Tagespresse, lehren aber auch die vielen Perversionen von Macht und Herrschaft, denen wir in der Geschichte begegnen. Vor allem dort, wo Macht erstarrt und nur noch auf Erhaltung gerichtet ist, bewirkt sie Unheil; Jacob Burckhardts Votum, dass Macht an sich böse sei, bestätigt sich immer neu. Dabei ist es vor allem die menschliche Habgier, die schon im alten Ägypten als Inbegriff des Unheils galt und seitdem nichts von ihrer immer aktuellen Bedrohlichkeit eingebüsst hat.

Der Band, der vor uns liegt, ist ein Sammelband mit Vorträgen, die in den Jahren 1992 bis 1999 bereits im Druck erschienen sind und nur in drei Fällen noch unveröffentlicht waren. Dadurch kommt es zu manchen Wiederholungen (etwa die Stellungnahme zur «orientalischen Despotie» im ersten wie im neunten Kapitel fast wörtlich), und das zentrale Thema verzweigt sich in eine Reihe von Einzelbetrachtungen, die aber durchaus eigenes Gewicht haben – etwa zum Zorn Jahwes, der sich sogar gegen Moses richtet, und zum gerechten Zorn als einer Grundtugend des Herrschers, die einen «starken Staat» garantiert, oder zur Legitimation physischer Gewalt und zur Wahrnehmung des Fremden in der altägyptischen Gesellschaft. In seinem Eranos-Vortrag zum Thema «Schuld», der hier als Kapitel 7 erscheint, hat Assmann eine eindrucksvolle Analyse des ägyptischen Totengerichts geboten, das er als «Schuldabfuhr» und «moralische Mumifizierung» sieht, als notwendige Ergänzung zur Einbalsamierung des Körpers. Dank dem Totengericht, dem sich jeder Mensch und selbst Pharao stellen muss, wird das ägyptische Jenseits zu einem «schuldfreien Raum», der aber keineswegs frei von Lohn und Strafe ist.

Die beiden letzten Kapitel sind der «Figur Moses» gewidmet, die durch Assmanns Buch «Moses der Ägypter» vollends zu einer Kunstfigur geworden ist – zu einer Gestalt der Erinnerung, die mit einem geschichtlichen Moses nichts mehr zu tun hat. Diese Figur ist vielmehr ein «Moses, der Echnaton in sich aufgenommen hat»; so wird jener Pharao und Religionsstifter, den vor 150 Jahren noch niemand kannte und den Sigmund Freud als Erster zu einem «Übervater» von Moses stilisierte, zu einer Schlüsselfigur, zum Fluchtpunkt der Erinnerungsgeschichte. Sein Schatten reicht noch bis zu Jesus Christus und zu Mohammed. Assmann macht es plausibel, dass die traumatische Erfahrung seiner tiefgreifenden religiösen Revolution im Unterbewusstsein weiterlebte und sich mit Erinnerungen an die Fremdherrschaft der Hyksos vermischte. Aus dieser Mischung wurde der Mythos vom Exodus aus Ägypten geboren, für den man in der späten Bronzezeit vergeblich nach Zeugnissen sucht.

So wandelt Assmann, indem er den theologischen und politischen Hintergrund von Herrschaft souverän ausleuchtet, «mit bedächt'ger Schnelle vom Himmel durch die Welt zur Hölle», ein Hermes-Mittler zwischen Morgen- und Abendland, dessen stilistischer Kunst man gerne folgt. Seine Betrachtung aus höherer Warte erschliesst der Kulturwissenschaft neue Dimensionen, befreit sie aus einem allzu engen, eurozentrisch geprägten Horizont und öffnet unseren Blick in die Tiefe der Zeit.

Erik Hornung


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Was Jan Assmann hier unternimmt, ist auf den ersten Blick nicht uninteressant, ein Versuch, der allerdings nicht gar so neu ist. Hier wird anhand von Forschungsarbeit an ägyptischer sowie israelitischer Religionstheoreme versucht darzustellen, daß zuerst die Politik, dann die Religion auf dem Plan stand. Ausgegangen wird von der Betrachtung "etablierter" Gebilde, also nicht unbedingt von einer Form sogenannter "Naturreligion", sondern von- sagen wir einmal- von dem Gebilde der uns prägenden Vorläuferreligionen, der ägyptischen also und der jüdischen. Jan Assmann als Ägyptologe hat sich die Aufgabe, besser gesagt, die Frage gestellt (und versucht sie zu kräftigen), daß sich in der uns so angegliederten Kultur des pharaonischen Ägypten samt seiner Frucht, der jüdischen Religion, der Keim auch unserer Kultur (vielleicht noch ausdeutbarer in Zukunft), befindet. Mit anderen Worten: Schon in der ägyptischen und biblischen Religion ist das angelegt, was unsere (chistliche!) Religion in der Regel nach außen deutlich werden läßt, nämlich die Aufgabe, Menschen in ihrer staatlichen Verantwortung zu stützen, zum Wohle des Gemeinwesens. Daß daneben der Effekt des Glücklichwerdens durch Hinwendung zum Schöpfergott (!) ebenso deutlich sichtbar wird, ist wohl zu Zeit nicht gerade Allgemeinwissen, aber wer weiß, vielleicht entsteht ja nocheinmal ein ählicher Geist wie der des Blaise Pascal in unseren Tagen. So gesehen ist dieses Werk wohl interesant, nur sollte ihr Inhalt und ihr Gehalt, wenn man so will, auch Laien noch deutlicher gemacht werden. Cicero, der in seinem Werk: De re publica das Diesseitige, also den Staat als das erstrebenswerte Ziel des Menschen ansieht und weniger das Jenseitige, wird uns aber, so meine ich, doch mehr gerecht und damit will ich auch schon schließen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de