Es ist schon echt bestürzend, dass man hier sehen muss wie ein guter Film von Kritikern zerrissen wird. "Die Herrschaft des Feuers" oder "Reign of Fire" im Original ist ein sehr guter Actionfilm (kein Fantasy, das muss mal gesagt werden!), der mit -für diese Zeit- sehr guten Spezialeffekten und einer überragenden, männlichen Schauspielerriege aufwarten kann: Christian Bale ("Batman Begins"), Matthew McConaughey ("Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?") mit Glatze kaum wiederzuerkennen und Gerard Butler ("300"). Drei großartige Schauspieler, die erst in der Folgezeit nach "Reign of Fire" bekannt geworden sind.
Wer jetzt allerdings aufgrund des etwas verwirrenden Plakats von massig Action und einem brennenden London ausgeht, der wird -natürlich- enttäuscht. Die ersten paar Minuten beschäftigen sich mit der Erweckung des ersten Drachen und der Vernichtung der Welt durch die sich rasant vermehrenden Drachen. Danach jedoch wird in einer sehr glaubwürdigen Kulisse der Überlebenskampf einer kleinen Gruppe von Menschen geschildert, die mit eine größeren Menge von Kindern in einer alten Festung Schutz vor den Drachen suchen. Abgeschnitten von Lebensmitteln und Nachschub fristen sie ein ziemlich tristes und armseliges Leben. Hunger und Meinungsverschiedenheiten sind an der Tagesordnung, aber auch Vertrauen in den Anführer Quinn (Christian Bale), der als Kind versehentlich den ersten Drachen erweckte und dabei seine Mutter verlor.
Eine Wendung nimmt die Geschichte als Danton van Zan (McConaughey), ein zielstrebiger, amerikanischer Soldat mit einem Panzer, einem Konvoi Militärfahrzeugen und einem Hubschrauber vor der Festung auftaucht und ziemlich direkt um Hilfe bittet. Eine Konfrontation zwischen den beiden Anführern scheint unvermeidlich. Der Kampf gegen einen auftauchenden Drachen lässt die beiden jedoch zu einer Übereinkunft kommen und Van Zan zieht mit seinen Leuten in Richtung London um den einzigen männlichen Drachen zu töten. Eine Art monströser Überdrache, um ein vielfaches größer als alle anderen Weibchen, der auf dem Weg nach London in einem einzigen Angriff den kompletten Konvoi von Van Zan vernichtet. Van Zan und die wenigen Überlebenden kehren zurück zur Festung, die mittlerweile ebenfalls von dem männlichen Drachen angegriffen wurde.
Zusammen mit Quinn macht er sich dann im Hubschrauber nochmals auf den Weg nach London um den Kampf zu Ende zu bringen.
Die Special Effects sind sehr sehenswert und passen sehr gut zur Kulisse, die ein zerstörtes London und eine alte Festung in einer sehr trostlosen englischen Hochlandschaft zeigen. Beide Locations schaffen eine sehr bedrückende Atmosphäre, die zur Bedrohung durch die plötzlich auftauchenden Drachen passt.
Die drei Schauspieler Bale, McConaughey und Butler spielen sehr überzeugend drei sehr unterschiedliche Rollen. Insbesondere Matthew McConaughey weicht hier von seinem typischen Sunnyboy-Image ab und spielt den knallharten Militär so gut, dass viele ihn nur erkennen werden, wenn man seinen Namen im Vorspann sieht. Bale spielt den sorgenbelasteten Anführer der Überlebenden sehr gut und selbst als er mit den Kindern betet (eine kurioses vor-denDrachen-verstecken-Gebet) wirkt das überhaupt nicht kitschig oder überzogen. Auch bietet der Film keine Hänger", bei denen Langeweile aufkommt da jede Szene irgendetwas Sehenswertes bietet.
Fazit:
Ein sehr guter Drachenfilm, der mit einem geringen Maß an Action, aber guter Dramatik und sehr guten Schauspielern punkten kann. Man sollte sich von den negativen Bewertungen nicht irritieren lassen!