Der Klappentext gibt einen zutreffenden Einstieg in die Geschichte an, deswegen keine eigene Zusammenfassung.
Authentisch: Ich finde die handelnden Personen wunderbar anschaulich geschildert, mit Stärken und Schwächen und passend zu ihrer Zeit. Die Dialoge, auch die in der dritten Person, sind gut lesbar und bewirken ganz en passent, dass man ein Gefühl für die damalige Zeit und den Umgang miteinander bekommt. (Eine andere Rezensentin beschwert sich über mangelnde Authentizität und gleichzeitig ist ihr die Heldin Ada nicht selbständig und selbstsicher genug - ... da hat wohl jemand keine Ahnung wie die Frauen damals erzogen wurden und was sie für Möglichkeiten hatten.) Mir gefällt gerade die liebenswerte Ada, die keine Überfrau ist, aber immer mutiger über ihre Grenzen hinauswächst.
Mir kommt auch das Zeitkolorit und besonders die Szenen im protestantischen und später im katholischen Heer sehr authentisch vor, ohne dass die Autorin dem Leser allzu brutale Beschreibungen um die Ohren schlägt.
Romantisch: Neben dem Historischen liegt der zweite Schwerpunkt der Autorin eindeutig auf der Beziehung zwischen Ada und Lenz und ihr ist eine wunderbare und glaubwürdige Liebesgeschichte gelungen. Ohne Kitsch finden hier zwei Menschen nach ungewöhnlichem Beginn und in wahrlich schwierigen Zeiten zueinander.
Die Sprache ist gelungen und der Plot spannend (und beim zweiten Lesen fast witzig, wer da so der Reihe nach Einlaß im Gut Wenthe fordert - von der Konstruktion her erinnert mich das fast an Agatha Christie).
Nebenbei ist auch das Cover sehr ansprechend, sowohl das Schlachtengemälde im oberen Drittel, als auch das goldene Relief und besonders das Frauenbild, das Adas rosige Apfelbäckchen zeigt. Dem Verlag bin ich dankbar, dass er uns einen Titel, nach dem Motto "Die ...in" erspart hat (z.B. wäre "Die Gutsherrin" möglich gewesen), wieviel aussagekräftiger ist dagegen "Herrin wider Willen"!
Absolute Leseempfehlung.