„Die Herrin von Avalon" ist eins der Romane um Avalon von Marion Zimmer Bradley. Sie wurde bekannt durch ihre Fantasy-Romane, wie „Die Feuer von Troja" oder „Das Licht von Atlantis". Sie gilt als die „Queen of Fantasy". Die Geschichte spiel im Zeitraum von 96 bis 452 n. Chr. im alten Britannien. Es wird von den Hohepriesterrinnen, Caillean, Dierna und Viviane, erzählt, wie sie zu ihren Zeiten mit zahlreichen Druiden und Priesterinnen auf den heiligen Inseln von Avalon ihrer namenlosen Göttin dienen und das alte Wissen hüten. Das Land befindet sich im Krieg gegen die Römer und Sachsen. Immer wieder muss die Herrin von Avalon ihre Macht benutzen um die Zukunft des Landes zu retten und sie warten auf das Erscheinen des Merlins von Britannien, der das Land befreien soll. Die Sagen um Atlantis und die um den Heiligen Gral spielen in diesem Buch auch eine große Rolle.
Ich finde dieses Buch sehr gut. Unwichtige Ereignisse werden kurz und knapp erzählt, so dass man nicht das Gefühl hat, dass die Geschichte in die Länge gezogen wird. Doch oft wird die Umgebung und das Geschehen in einer sehr schönen und flüssigen Sprache beschrieben. Jedoch nicht zu genau, so dass der Leser auch seine eigene Fantasie einsetzten kann.
Die Autorin lässt die Bräuche und Rituale der Kelten im Zusammenhang mit den fantastischen Ereignissen völlig natürlich erscheinen. Sie stellt auch die Religion der Priesterinnen, ihre Versionen und ihre Welten verständlich dar. „Eure Insel liegt jetzt zwischen den Welten. Menschen, die Avalon suchen, werden nur die Insel der Nazarener finden, wenn sie nicht die alten Worte der Macht kennen" verkündet die Fee den Priesterrinnen, nachdem sich der Nebel um Avalon gelegt hat, um Avalon von der Außenwelt zu schützen.
Die Inseln von Avalon liegen so wie die Sterne des Großen Wagens. Auf der Inis Vitrin, die die Stellung des Polarsterns hat, steht der heilige Thor, der Steinkreis, den die ersten, die nach Albion kamen, mit dem alten Wissen bauten. Aus der Sicht der anderen Welt, soll die Insel so durchsichtig sein, wie römisches Glas. Im Osten liegt die Insel der Briga, dort verehren die Priesterinnen die aufgehende Sonne. Bei der Wachturm Insel, die am weitesten von den anderen entfernt ist, lebt das „kleine Volk", das die Priesterinnen immer zu den anderen Inseln übersetzt. Auch die Insel im Teich ist eine der wichtigsten Inseln, dort befindet sich auch eine Siedlung von dem „kleinen Volk" und die heilige Quelle unter einer uralten Eiche.
Ich finde es auch gut, dass in dem Buch große Zeitsprünge Vorkommen. So hat man wieder eine ganz neue Geschichte vor sich. Obwohl die Geschichte in den drei großen Abschnitten völlig unterschiedlich ist, erkennt man bestimmte Sachen wieder. Es ist kein sehr Spannendes Buch. Doch die Geschichte scheint auf ein besonderes Ereignis hinauszulaufen und die geheimnisvolle und faszinierende Schreibweise der Autorin treibt einen zum Weiterlesen. „Ich spüre, dass der Augenblick kommen wird, an dem es meine Aufgabe ist, ihre Seelen an diesen Ort zu binden, den die Sterblichen Avalon nennen" sagt die Fee, am Anfang des Buches.
Auch die Titelseite ist sehr schön und schlicht und verrät schon einiges über die Geschichte und die Atmosphäre. Im Buch ist auch eine Landkarte, mit den alten und heutigen Bezeichnungen der Städte, vorhanden. Das Buch hat 589 Seiten und wird von einem allwissenden Erzähler erzählt.
Im großen und ganzen ist dieses Buch toll. Jedoch fehlt ihm etwas besonderes, etwas, was man besonders toll finden könnte. Die letzten Worte dieses Buches verdeutlichen nochmals die Bedeutung von Avalon. „Das Licht einer Seele ist das Licht aller Seelen. Es soll der Menschheit nicht verloren gehen, solange ihr, die ihr das alte Wissen sucht, die Insel findet, die man Avalon nennt"