Wenn alle Männer so wären, wie der Autor Thomas Fink sie sich wünscht, würde ich wohl eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen, weil ich mir selber peinlich wäre. Die großen Männervorbilder, die der Autor immer wieder nennt, sind James Bond und Arnold Schwarzenegger. Dass erstgenannter eine fiktive Person ist, vergisst Thomas Fink zwischendurch anscheinend immer mal wieder.
Das Buch gibt Anleitungen, wie man am besten mit dem Rauchen anfängt!!! und versteigt sich in der Behauptung, dass die Vorteile des Rauchens dessen Nachteile bei weitem aufheben. Zudem erfährt der geneigte Leser, mit welchen Partyspielen man sich am schnellsten gegenseitig unter den Tisch säuft. Das Ganze kommt leider ohne jegliche Selbstironie daher, sondern ist ernst gemeint. Das Kapitel, in dem es um Kultur geht, bietet Eselsbrücken, mit denen man bei Partys brillieren kann, ohne auch nur einen einzigen Klassiker oder überhaupt ein Buch gelesen zu haben. Im Kapitel "Biografien" werden die von Ernest Hemingway und James Bond!!! abgehandelt, sonst keine.
Ich will nicht behaupten, dass das Buch keinen Unterhaltungswert besitzt; das Schlimme ist nur, dass Kapitel, mit den Überschriften "Hodenhöhe", "(Penis)länge" und "Krampfaderbruch" anscheinend ernst gemeint sind; ebenso, wie der Tipp, auf dem Lande solle "mann" stets Feuerstein und Drahtschlinge (letztere zum Tiere fangen) dabei haben. Nicht zu vergessen Skalpellklingen, wobei der Autor aber zu erwähnen vergisst, wofür sie gebraucht werden sollen.
Männer, die sich auch im reifen Alter eine gewissen Jungenhaftigkeit erhalten, finde ich sympathisch; aber was der Autor hier zum Idealbild des Mannes stilisiert, ist nicht Jungenhaftigkeit, sondern kindisches Benehmen gepaart mit Großmannssucht und Angeberei.