Es ist unglaublich, wie die Atmosphäre von Herr der Ringe in ein 30-minütiges Spiel gepackt werden konnte. Die gesamte Geschichte wird sozusagen komprimiert wiedergegeben. Als Spieler der hellen Figuren muss man Frodo mit dem Ring nach Mordor bringen. Als dunkler Spieler Frodo schlagen oder 3 dunkle Figuren ins Auenland bringen. So wie die Siegbedingungen sind die Figuren der Spieler und die Strategie asymetrisch. Asymetrisch bedeutet jedoch nicht unfair! Und das ist das geniale an dem Spiel. Reiner Knizia hat es geschafft, dass sich beide Seiten zwar komplett anders spielen, jedoch jeder die gleiche Chance hat. Dadurch dass die Figuren verdeckt sind, erinnert es zunächst an Stratego, hat aber einige Finessen mehr. Jede Figur hat eine Sonderfähigkeit, die von dem normalen Zug abweicht. z.B. kann der Nazgul mehrere Felder überfliegen anstatt nur eines nach vorn zu setzen. Nun ist man immer in der Zwickmühle: Setze ich die Spezialfähigkeit ein und verrate dadurch meine Identität (nicht gut, denn Legolas besiegt den Nazgul ohne Kampf) oder halte ich mich zunächst im verborgenen. Die Fähigkeiten wollen natürlich gelernt werden und in jedem Spiel fallen einem Ideen für das nächste ein und man lernt ständig dazu. Ein echter Klassiker und thematisch hervorragend umgesetzt.