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Herr der Fliegen.
  
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Herr der Fliegen. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Berlin, Verlag Volk und Welt, (1987)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B004RM8VSK
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (93 Kundenrezensionen)
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William Golding
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Kundenrezensionen

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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Sondereinband
William Gerald Golding (1911-1993) erhielt 1983 den Nobelpreis der Literatur für sein literarisches Schaffen. Daneben steht der britiscche Booker-Prize als weitere qualitative Auszeichnung und schließlich der Ritterschag. Sir William Golding ist deutschen Lesern allerdings überwiegend und beinahe ausschließlich durch sein bekanntestes und mit Abstand erfolgreichstes Werk ein Begriff, dem Roman "The Lord of the Flies". Bedauerlicherweise ist dieser Text kanonisierter Bestandteil der Schulliteratur, so dass sich die gängige Meinung kaum aus Stimmen begeisterter Leser, sondern überdrüssiger Schüler generiert.

Das ist insofern bedauerlich, als dass dieser Roman mit seinen intertextuellen und moralphilosophischen Bezügen sich nur solchen Lesern in voller Gänze auftut, die über einen größeren Bildungsstand verfügen und die entsprechenden Passagen einordnen können.

Die Handlung ist eigentlich in wenigen Sätzen erzählt, wesentlich interessanter sind die moralischen, ethischen und politischen Fragen, die Golding aufwirft. Auf einem paradiesischen Eiland findet sich eine Gruppe von Schuljungen wieder, die einen Flugzeugabsurz überlebt hat. Ein Atomkrieg ist ausgebrochen, sie sollten evakuiert werden, sind nun jedoch auf sich allein gestellt und um eine Ordnung bemüht. Anfangs ist es die kindliche Abenteuerlust und der Erfahrungshunger, der jedoch bald in Gewalt umschlägt. Die Gruppe spaltet sich auf in das Lager um Ralph, der in demokratischer Art und Weise versucht, eine Ordnung zu erstellen und in das Lager um Jack, der demokratische Beschlüsse nicht akzeptiert, statt dessen Gewaltherrschaft und Totalitarismus verkörpert.

Der Titel referiert auf Satan, den Herrn der Fliegen, was die Bedeutung des hebräisch-griechischen Wortes Beelzebub ist. In der Tat lässt sich der zunächst paradiesische Ort, an dem sich die Jungen unfreiwillig einfinden, durchaus als Garten Eden bezeichnen, der später durch einen Sündenfall und das schließlich entfachte Buschfeuer im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle wird. Golding, der stark religiös geprägt war, exerzierte anhand seiner sechs- bis zwölfjährigen Schuljungen offensichtlich die Lehre von der Erbsünde durch: Das Böse ist eben in uns allen.

Daneben existiert die politische Lesart, die den krassen Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie aufzeigt. Die dritte Lesart kann im Sinne einer moral-anthropologischen Deutung erfolgen, indem sich die zunächst unschuldige, am Krieg nicht beteiligte Jugend, beseelt von einer schönen Utopie, durch ihr bloßes Menschsein selbst in den Abgrund manövriert.

Im Sinne moderner Literatur muss auch der hohe Symbolismus hervorgehoben werden, in dem die wahrgenommene Umwelt der Kinder bzw. Jugendlichen zur Phantasmagorie erhoben wird. Ganz zu schweigen vom intertextuellen Bezug zu Robert Michael Ballantynes überaus populärem Jugendbuch des 19. Jahrhunderts, "The Coral Island". Hier entwickelten gleichnamige Protagonisten - Ralph und Jack - übermenschliche Fähigkeiten und durchlebten eine positive Bildungsphase, während Golding sie ins Negative bzw. Dystopische führt.

Fazit: Es zeigt sich, dass Goldings Roman de facto voll von Denkanstößen und Konzepten unterschiedlichster Disziplinen ist und deswegen mit einigem Recht einen nicht gerade niedrigen Rang in der langen Liste der Weltliteratur behauptet. Dies lässt ihn fortleben, beispielsweise in der prämierten amerikanischen TV-Serie "Lost".
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Apokalypse now 24. März 2003
Format:Sondereinband
Inselgeschichten. Robinson Crusoe lässt grüßen. Aber nur auf den ersten Blick. Während Defoes Held jahrzehntelang unbeirrbar den entlegensten Außenposten der europäischen Zivilisation verkörpert und seine Weltanschauung dem geretteten Freitag erfolgreich überstülpt, entgleitet die dünne Kruste zivilisatorischer Verhaltensmuster und Wertvorstellungen den hier Gestrandeten schneller, als die äußeren Zeichen der Verwahrlosung erkennen lassen.

Dabei haben sie doch gerade noch mal Glück gehabt, als sie sich nach einem Flugzeugabsturz unverletzt auf einer allerdings unbewohnten Insel wiederfinden. Eine paradiesische Insel in strahlendem Sonnenschein, mit frischem Wasser und Früchten und Kokosnüssen im Überfluß. Sogar Wildschweine zum Jagen gibt es. Zwar finden sich unter den Überlebenden keine Erwachsenen, aber die 6 - 12jährigen Schuljungen erkennen auch so, was zu tun ist: Ein Signalfeuer an der höchsten Stelle der Insel unterhalten, Schutzhütten bauen und auf Rettung warten. Zu essen gibt's ja genug.

Bei der Wahl eines Anführers kommt es zur Kampfabstimmung. Erste Spannungen in der Gruppe werden sichtbar. Aber der gewählte Anführer versteht es, die Situation zu entschärfen, indem er dem Unterlegenen eine verantwortungsvolle Aufgabe überträgt: Die Leitung der Jagd. Wie hätte er auch ahnen können, daß er mit diesem versöhnlichen Entgegenkommen die Büchse der Pandora geöffnet hat?

Zunächst läuft alles recht gut, wenn sich auch fast unmerklich kleine Nachlässigkeiten einschleichen. Aber wozu soll man Hemd und Hose tragen, wenn es heiß ist und einen ohnehin kein Erwachsener sieht? Und warum sich mit dem anstrengenden Hüttenbau abmühen, wo doch schwimmen gehen viel mehr Spaß macht? Schwerwiegender ist da schon der Zwischenfall mit dem durch Unachtsamkeit außer Kontrolle geratenen Feuer, der ein Todesopfer fordert und im aufmerksamen Leser düstere Vorahnungen aufkeimen lässt. Eine Warnung, die nicht beachtet wird.

Zunehmend verzweifelt versucht der gewählte Anführer mit einigen Gleichgesinnten den fortschreitenden Zerfall der beschlossenen Ordnung aufzuhalten. Jedoch versteht es der Führer der Jäger, diese Bemühungen wirkungsvoll zu hintertreiben. Immer häufiger und immer heftiger geraten die beiden Konkurrenten aneinander, was den Rest der Gruppe destabilisiert und verunsichert.

Und dann ist da noch - die Nacht. Nachts zeigt die Insel ihr anderes Gesicht. Die Kinder hören unerklärliche Geräusche; einige sehen bedrohliche Schatten. Gibt es da etwas Unbekanntes auf der tagsüber so vertrauten Insel? Ein wildes Tier, ein Gespenst, ein Ungeheuer? Natürlich sind das alles Hirngespinste, aber kann man da wirklich sicher sein? Wie schützt man sich vor dieser unheimlichen, unsichtbaren Gefahr?

Mit fortschreitendem Realitätsverlust schwindet auch der Einfluß der durch den Anführer und seine wenigen Getreuen repräsentierten Vernunft auf das Geschehen. Sinnbildlich verlagert sich die Handlung vom sonnigen, übersichtlichen und hellen Strand ins bewaldete, diffuse Dunkel des Inselinneren. Die durch Jagderfolg gestärkte Gegenpartei bekämpft die irrationalen Ängste der Jungen mit archaischen Ritualen. Hier regiert die hemmungslose Jagdlust und bald nur noch einer, der Führer der Jagd, der sich zum Häuptling aufschwingt und bedingungslosen Gehorsam fordert. Der durch die Jagd entfachte Blutrausch eskaliert zu exzessiver Gewalt, die vor Mord nicht zurückschreckt und schließlich auch die eigene Lebensgrundlage zerstört.

Ungläubig blickt man am Ende auf den gigantischen Scherbenhaufen, dem diese in einfachen Worten erzählte Geschichte mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit zustrebt. Die schleichende Verwandlung ganz normaler Kinder in blutrünstige Bestien hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ob sie am Ende doch noch gerettet werden? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber was heißt schon Rettung. Sicher ist letztendlich nur eines: Die Gänsehaut der Leser.

P.S.: Und was hat es mit dem ‚Herrn der Fliegen' auf sich? In Goethes Faust ist ‚Fliegengott' eine Bezeichnung für den Teufel, das personifizierte Böse. Golding's Roman kommt ohne eine Teufelfigur aus. Hier trägt jeder etwas dämonisches in sich. Für den Herrn der Fliegen hat er ein ausdrucksstarkes Bild gefunden.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
Was passiert mit dem Menschen, wenn er fernab von Zivilisation, staatlicher Kontrolle und gesellschaftlichem Druck lebt? Ist er von Natur aus gut, ein edler Wilder"? Nein, meinte William Golding und malte diese Antwort in seinem berühmtesten Roman aufs Schrecklichste aus. In seiner zutiefst pessimistischen Weltsicht hat der Mensch eine schwarze Seele: Wenige Wochen in absoluter Freiheit genügen, und er lässt Jahrhunderte der verfeinerten Sitten, der Kultur, der Demokratie und des Rechts hinter sich, um in brutale Barbarei zu verfallen. Golding überspitzt seine These effektvoll, indem er unschuldige Kinder zu den Protagonisten seines Gesellschaftsexperiments macht. Im Elysium einer exotischen Insel entfesseln sie die Hölle auf Erden. Dem weltkriegserfahrenen englischen Schriftsteller ging es um nicht weniger als darum, die Tragik der menschlichen Natur in Worte zu fassen. So erklärte er 1984, ein Jahr nachdem er den Literaturnobelpreis bekommen hatte: Das Thema von Herr der Fliegen ist Trauer. Nichts als die schiere Trauer, Trauer, Trauer ."
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Menschliche Instinkte
Dieses Buch ist wundervoll. (Ich selbst habe es zwar in English gelesen, werde aber trotzdem mein Statement dazu abgeben.)
Ich kann es jeder Altersgruppe empfehlen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von WaywardSammy veröffentlicht
Was als Abenteuer beginnt
Was sich anfänglich als Abenteuer, als große Freiheit anschickt endet in einer Katastrophe. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von fredthe_king veröffentlicht
überbewertet
William Goldings Roman "Herr der Fliegen" verspricht mehr als sein Inhalt hält. Menschliche Ausnahmesituationen werden hier auf Kinder projeziert, die sich im wahren Leben... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Peter Matulla veröffentlicht
Misslungen
Hol doch ein bisschen Allgemeinbildung nach, hab ich mir gedacht, und nahm dieses Hörbuch aus der Bücherei mit. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Speervogel veröffentlicht
Für Schulzwecke geeignet
Haben das Buch im Englisch-Unterricht gelesen (EXP Lord of the Flies: (International export edition)). Allerdings bin ich vom Verständnis nicht ganz mitgekommen. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Mayer Markus veröffentlicht
Klassiker
William Golding beschreibt hier was passiert, wenn sämtliche Normen und zivile Umgangsformen ausbleiben und Kinder völlig auf sich alleine gestellt sind. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Svensland veröffentlicht
Überlebenskampf...........
Weltliteratur? Nun ja.........
Nach einem Flugzeugabsturz findet sich eine Gruppe Kinder auf einer einsamen Insel wieder und es gilt, ein Konzept zu erarbeiten und eine... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Benjamin Bremer veröffentlicht
Herr der Fliegen (Hörspiel)
Erster Eindruck: Abgestürzt und Gestrandet

Eine Gruppe englischer Jugendlicher strandet nach einem Flugzeugunglück auf einer verlassenen Insel. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Poldis Hörspielseite veröffentlicht
beachtliches werk in mieser übersetzung
das erstemal habe ich dieses werk als schul-pflichlektüre kennengelernt dann als sehr interessante und spannende verfilmung und jahre später kann ich dem buch bei... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von esc veröffentlicht
Meisterwerk
Ich habe das Buch mit ca.13 Jahren schon einmal angefangen, es aber schnell wieder bei Seite gelegt, da ich irgendwie so gar keinen Zugang dazu fand. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von J. Müller veröffentlicht
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