Bei „Herr Puntila und sein Knecht Matti" stellt Brecht erneut eine gespaltene Person in den Mittelpunkt der Handlung: den Gutsbesitzer Puntila. Normalerweise ist er ein typischer Kapitalist, der seine Arbeiter nicht als gleichwertige Menschen ansieht. Beginnt er dagegen Alkohol zu trinken, wird er laut eigener Aussage fast zum Kommunisten. Unter diesen Gemütsschwankungen leidet besonders Puntilas Chauffeur Matti. Dieser führt jeden Befehl Puntilas aus, wofür er vom jeweils anderen Gemüt des Gutsbesitzers aber stets kritisiert wird. Daneben muß sich Matti auch um Puntilas Tochter Eva kümmern, die in Kürze gegen ihren Willen heiraten soll.
Das, aus meiner Sicht tragische, Volksstück bezieht seinen Reiz aus dem Gemütsschwankung von Puntila. Die im Laufe der Handlung zu überaus komischen Situationen führen. Leider ist die Konstellation des Stücks nicht besonders originell, da sie in ähnlicher Form in vielen Stücken von Brecht anzutreffen ist. Gleiches gilt für die Kritik an den Institutionen Kirche und Ehe. Und trotzdem freut man sich stets auf die nächste Gemütswandlung von Puntila und leidet mit dem armen Matti mit, der diesen schutzlos ausgeliefert ist.