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Herr Lehmann: Ein Roman
 
 

Herr Lehmann: Ein Roman (Taschenbuch)

von Sven Regener (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (1. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442453305
  • ISBN-13: 978-3442453306
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (240 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.284 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kreuzberger sind schon komische Vögel. Sie sitzen Abend für Abend am Tresen, trinken Kristallweizen ohne Zitrone und gehen erst ins Bett, wenn Mutti in Bremen schon wieder aufsteht. Und wenn draußen die Mauer fällt, bestellen sie erst mal in Ruhe noch ein Bier. Denn was ist schon das Ende der Geschichte (denkt sich der Leser am Ende dieser Geschichte) gegen die Frage, ob die Zeit schneller oder langsamer vergeht, wenn man betrunken ist?

Herr Lehmann ist Kreuzberger. Kreuzberger sind Menschen, die irgendwann einmal aus Schwaben, Achim oder Herford nach Berlin gekommen und dort "hängen geblieben" sind. Herr Lehmann kommt ursprünglich aus Bremen und möchte eigentlich Frank genannt werden, aber das ignorieren seine Freunde: denn bald ist Herrn Lehmanns dreißigster Geburtstag. Und 30 Jahre alt zu werden, weiß Herr Lehmann, ist Scheiße, weil man da langsam "beginnt, eine Vergangenheit zu haben, eine gute alte Zeit und den ganzen Scheiß." Und weil auf einmal alle anfangen zu fragen, was man denn bitte schön anfangen wolle mit dem eigenen Leben. Denn dass jemand zufrieden damit ist, Kellner zu sein, ist in dieser Stadt, in der alle "eigentlich Künstler" sind, nicht vorgesehen -- "aber was ist das für ein trauriger Umgang mit dem, was man tut, wenn man es immer nur als Zwischenlösung ansieht, als nichts Richtiges?"

Sven Regener kennt, wovon er schreibt. Als Sänger und Texter der Berliner Band Element of Crime ist er seit genau jenen Spätachtzigern, in denen die Romanhandlung spielt, immer auch genauer Chronist eines Kreuzberger Lebensgefühls jenseits von "Kreuzberger Nächte sind lang" gewesen. Mit Herr Lehmann ist ihm das erstaunliche Kunststück gelungen, jene zärtlich-rotzige Nonchalance, die seine Lieder auszeichnet, umstandslos in die lange Form zu überführen -- und das gleich in seinem literarischen Erstlingswerk!

Mit seinem Roman setzt Regener jenem merkwürdig zeitlosen Kreuzberg der Vorwendezeit, das einem heute so weit weg erscheinen will, so etwas wie ein Denkmal -- für die Zeit Damals hinterm Mond. Doch trotz so schöner Einsichten wie "Der Elekrolytmangel ist der größte Feind des Trinkers. Von der Dehydrierung einmal abgesehen", geht es hier keineswegs nur ums Bohème-Leben im Allgemeinen und ums Trinken im Besonderen. Das Ganze ist nämlich auch eine Art Entwicklungsroman -- freilich zu Kreuzberger Bedingungen: Muss doch der Held -- für den es anfangs noch eine Qual ist, wenn er auf dem Weg von Kreuzberg nach Kreuzberg durch Neukölln muss -- gegen Ende des Romans immerhin zur Kenntnis nehmen, dass es auch hinter der Oberbaumbrücke noch Menschen gibt. Das Ende der Geschichte? Erst mal losgehen, denkt sich Herr Lehmann. "Der Rest wird sich schon irgendwie ergeben." Pflichtlektüre für die Jahrgänge 1959-1969, für Kreuzberger sowieso. --Axel Henrici -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Amazon.de-Hörbuchrezension

Dass die Schwaben nach den Türken die größte ethnische Minderheit in Berlin sind, ist bekannt. Der Kneipenbesitzer Erwin, einer der Protagonisten in Sven Regeners Kreuzberg-Roman, ist ein Schwabe, wie er im Buche steht: geschäftstüchtig, moralisierend und immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Und wenn er mal wieder nicht mit dem Lauf der Dinge einverstanden ist, murmelt er sein "Kerle, Kerle, Kerle..." vor sich hin -- wie das Schwaben eben so tun. Spätestens an dieser Stelle merkt man, dass Sven Regener ein Bremer ist. Und das ist gut so. Zwar zieht es gestandenen Süddeutschen regelmäßig die Schuhe aus, wenn sich ein Hanseate im O-Ton Süd versucht, aber hier ist der Tonfall geradezu konstitutiv für den Charme der Veranstaltung. Denn je länger Herr Regener liest, desto schnodderig-hanseatischer kommt einem sein Tonfall vor, desto mehr taucht man in die Welt des Beinahe-Dreißigjährigen Frank Lehmann ein, eines waschechten Bremer Kreuzbergers eben.

Die insgesamt 14 Kapitel verteilen sich auf 4 CDs. Das macht insgesamt ziemlich exakt viereinhalb Stunden Hörgenuss, in denen sich, angefangen von der Geschichte mit dem Hund bis hin zum Besuch im Urbankrankenhaus, auch noch einmal die ganze Virtuosität von Regeners Dialogkunst offenbart. Denn vorgelesen wirkt das alles noch komischer, noch mehr dem Leben abgeschaut (und bleibt doch, was es ist: Literatur!). Und wenn man ganz genau hinhört, hört man ab und zu sogar Kindergeschrei im Hintergrund. 4 CDs; 270,38 Minuten Spielzeit. --Axel Henrici -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grandios komponiertes Buch über das Lebensgefühl, 26. Juli 2002
Diese Rezension stammt von: Herr Lehmann (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist ein Wenderoman, der mit umwerfend komischen Dialogen, deren Tiefe im Laufe des Romans zunehmen, brilliert und eine Reihe skurriler Gestalten vereint. Darüber hinaus bietet es eine bemerkenswerte Liebesgeschichte, ein herrliches Großstadtflair und eine Atmosphäre, die ganz einfach den Nerv trifft. Sehr unterhaltsam sind die philosophischen Abschweifungen über Themen wie „Lebensinhalt" und den Zwang des sog. „mehr aus sich machen's" gelungen. Das Buch fordert seinen Leser nicht nur auf, über die eigene Lebenssituation nachzudenken, es fordert den Leser auch mehr, als der offensichtliche und vordergründig wirkende Humor auf den ersten Blick erahnen läßt.
Etwas enttäuschend war für mich nur das Schlusskapitel über den Mauerfall, das ich mir gerne ausführlicher gewünscht hätte.
Der Autor zeigt Sprachwitz, zeichnet gekonnt Figuren / Typen und bietet neben perfekter Unterhaltung auch viel Nachdenkenswertes. Das zusammen können nicht viele zeitgenössische Bücher junger deutscher Autoren von sich behaupten. Was will man also mehr?
FAZIT: Alles in allem ein Buch, das man lesen sollte und das viel Vergnügen bereitet.
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45 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lebensgefühl der Leere, 30. August 2001
Diese Rezension stammt von: Herr Lehmann (Gebundene Ausgabe)
Sven Regener ist in seinem Roman 'Herr Lehmann' das gelungen, wonach ganze Legionen von jungen Schriftstellern streben: eine Leere der Existenz auszudrücken, die unser heutiges Leben kennzeichnet. Dabei verstrickt er sich nicht in zwei typische Sackgassen: Auf der einen Seite schreibt er keinen Pubertätsroman, der die Sinnlosigkeit der heutigen Jugend zeigt, die sich nur noch oberflächlichen Freuden hingibt; auf der anderen Seite ist es jedoch auch kein gewalttätiger Schocker, den Herr Regener verfaßt hat. Nein, die Person des Herrn Lehmann ist in dieser Hinsicht mit Bedacht gewählt: Es handelt sich um einen beinahe dreißigjährigen Bewohner von West-Berlin, der eigentlich nur eines ist, nämlich normal. Nich im direkt spießbürgerlichen Sinne, aber es geht doch einiges in diese Richtung. Es handelt sich um einen Schlag Menschen, der in diesem Buch auftritt, der eigentlich nichts besonderes wird. Und gerade dadurch ist er doch interessant: Herr Lehmann ist vieles. Er ist pedantisch, liebenswert, zuverlässig, unsicher, arrogant, selbstsicher, und in all diesen Attributen scheint eins hindurch: er weiß eigentlich nicht so recht, wer er eigentlich ist. 'Nix', so heißt die aberwitzige Ablehnungsfloskel, die man immer wieder antrifft. 'Nix' ist es, was diese Leute interessiert, außer sie selbst, und das ist durchaus charmant. Das ist die Hauptbotschaft von Regeners Roman. Die Welt ist eigentlich leer! Es gibt genug, worüber man sich aufregen kann, was man aber auch genausogut lassen könnte. Erst am Ende blitzt etwas von Freundschaft auf, aber die gehört zum Leben dazu, denn alleine sind die Charaktere in diesem Buch nicht, so scheint es zumindest. Letztlich sind sie es aber nun gerade doch. Daß sich der Roman zur Zeit der Wende in Berlin abspielt, merkt man eigentlich kaum, und das paßt exakt zu Regeners eben genannter Hauptaussage. In dieser Hinsicht ist das Buch sehr unterhaltsam, hoch interessant, und es könnte genauso gut heute in einer deutschen Großstadt spielen. Kurz gesagt: wer sich für das heutige Lebensgefühl der noch nicht ganz Alten interessiert, sollte dieses Buch lesen, denn es ist das beste, was in diesem Bereich seit langem geschrieben wurde!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein außergewöhnlich Buch mit einer besonderen Note Humor!, 11. Oktober 2001
Von Aumann, Daniela (Volkertshausen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Herr Lehmann (Gebundene Ausgabe)
Herr Lehmann ist ein außergewöhnliches Buch. So witzig und aus dem Leben gegriffen geschrieben, daß ich schon beim ersten Kapitel Tränen lachen mußte wie lange nicht mehr. Skurrile Szenen, wie sie wahrscheinlich hundertfach am Tag vorkommen - aber Herr Lehmann bringt's auf den Punkt. Sehr empfehlenswert und kurzweilig - und doch auch ernst, denn so ist das Leben. Am Ende hat man das Gefühl, Herrn Lehmann zu kennen - man durfte ein Stück mit ihm gehen, sich über ihn amüsieren, mit ihm leben und leiden. Aber eben nur ein Stück - wie im echten Leben!
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5.0 von 5 Sternen Kneipenroman
Ein Buch über einen Typen, der in einer Kneipe arbeitet. Nicht gerade ein klassischer Held und eigentlich auch sonst kein Überflieger. Das ist also Herr Lehmann. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Tagen von Kundin veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Was ist das denn?!?! Bandleader -ja! Autor - nein!
Gut, dass das Buch schon vor einigen Jahren erschienen ist und ich hier nicht Gefahr laufe, einen aktuellen Beststeller nicht zu verstehen bzw. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Christina Gerstäcker veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Warum habe ich die Rezensionen nicht vor dem Kauf gelesen?
Das ist das fürchterlichste Hörbuch, das ich je gehört habe. Schade um's Geld!! Der Autor hetzt in einem hektischen Stakkato durch das Buch, dass man fast in die Schnappatmung... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Hörbuchliebhaber veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Guter Start magerer Schluss
Ich habe den "Herrn Lehmann" nach einigen Jahren mal wieder gelesen, und mich köstlich amüsiert.
Diese Geschichte um den liebenswerten Klaus Lehmann, von seinen Freunden nur... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Markus Happel veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen extrem langweilig
Ich habe mir die größte Mühe gegeben, mich durch dieses Buch zu kämpfen. Das Buch war an Langeweile nicht zu überbieten. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von egal veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Für lange Autofahrten
Als Geschenk optimal!
Für lange Autofahrten, wenn man das Gedudel aus dem Radio nicht mehr ertragen kann der perfekte Zeitvertreiber.
Vor 4 Monaten von K. Siegert veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Lakonisch schön...
Nachdem ich den Film bereits vor ein paar Jahren gesehen habe, las ich nun nach mehreren Empfehlungen auch den Roman von Sven Regener. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von C. Berger veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Nix für W.
Also, ich halte ELEMENT OF CRIME für eine der besten deutschsprachigen Kapellen und der HERR LEHMANN-Film erhält von mir durchaus das Prädikat KULT! Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von R. Werner veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein grandioser Roman, dachte er.
Schon zu Beginn ist man höchst amüsiert, wenn man Herrn Lehmann auf seinem Heimweg begleitet und von einem wurstförmigen Hund aufgehalten wird, endlich ins Bett zu kommen... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Elisa Engert veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Kein "geistiger Frührentner"
Herr Lehmann philosophiert über den Lebensinhalt und hat den Hang, Wörter immer mal wieder auf ihre Semantik hin abzuklopfen. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Zwoelfelf veröffentlicht

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