Dem Film liegt Pat Conroy's Buch "Die Herren der Insel" aus dem Jahre 1992 zugrunde. Während Kritiker der Streisand'schen Verfilmung ab und zu die etwas kitschigen Schluss-Sequenzen des Films bemängelten, so muß doch insgesamt gesagt werden, dass die Absicht des Buches völlig exakt und richtig umgesetzt worden ist - nur mit den einem Film zur Verfügung stehenden, viel emotional wirksameren Mitteln als es Buchblätter vermögen. Die Kern-Message: Es gibt drei verschiedene, typische Gedächtnissorten - personalisiert und im Beispiel verstehbar gemacht in den drei Kindern einer hochtraumatisierten Familie. Die lebensstil-entscheidende Macht unterschiedlicher psychischer Verarbeitungsmechanismen wird bestens deutlich gemacht: Die Tochter verschlüsselt ihre schmerzhaften Erinnerungen, indem sie zur Lyrikerin avanciert, dabei zugleich aber in immer ernster werdende Selbstmordversuche hineinrutscht. Ihr zu Hilfe gerufener Bruder (im Film Nick Nolte) hat des braven Funktionierens im Alltag zuliebe alles Erschreckende der Vergangenheit bis zum scheinbaren Nicht-Wissen verdrängt. Der andere Bruder [Gedächtnis-Verarbeitungsstil drei] wurde zum extrem revoltierenden Amokläufer, der bei notwendiger polizeilicher Gegenwehr sein Leben lassen musste. Im Film wird die Rolle der Psychiaterin von Barbra Streisand gespielt: Sie hat die Aufgabe, die Verdrängungen aufzulösen und dem in der Anamnese wieder lebendig werdenden Schrecken eine Verarbeitungsstruktur entgegenzustellen, die weder Suizid noch Revolte ist, die eine Flughöhe erreicht, die zum nicht vereisten, sondern zum mutvollen Leben befähigt. Hier wird also dem sonst nicht viel mit Psychoanalyse vertrauten Leser eine Chance geboten, sich mit den Zielsetzungen moderner Therapieverfahren auseinanderzusetzen: Deshalb ist dieser Film eine äußerst wichtige Brücke in einen hochinteressanten Wissensbereich - und veraltet somit schwerlich - es sei denn, man hält Sigmund Freud und seine Kollegen auch für überholt ...