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Herr der Fliegen
 
 
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Herr der Fliegen [Taschenbuch]

William Golding , Hermann Stiehl
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (93 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist ein sehr wichtiges Buch und es ist ein sehr vielschichtiges und poetisches Buch. Der Herr der Fliegen erschüttert, läßt seine Leser ohne Trost zurück.

William Golding verweigert die Illusion von der kindlichen Unschuld. Dabei hätte sich alles so gut ausnehmen können: Nur eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen englischen Schuljungen überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik und findet sich auf einer paradiesisch anmutenden, unbewohnten Insel wieder. Schnell wird ihnen klar, daß sie sich organisieren müssen, um auf der Insel überleben und gerettet werden zu können. So wählen sie den charismatischen Ralph zu ihrem Anführer. Der sieht zusammen mit seinem klugen Gefährten Piggy im Bau von Schutzhütten und einem Signalfeuer die vordringlich zu erledigenden Aufgaben, wohingegen sein Rivale Jack einen Trupp von "Jägern" zur Schweinejagd um sich sammelt. Im Laufe der Zeit nehmen die irrealen Ängste der Kleinen auch zunehmend von den Großen Besitz; und als sie auf dem Berg der Insel ein vermeintliches Untier entdecken, artet die Schweinejagd zur Jagd nach diesem "Tier" aus und gipfelt in Mord.

Ralph und die größtenteils zu menschlichen Bestien entarteten übrigen Jungen werden schließlich von einem englischen Marineoffizier gerettet. So finden sie zwar alle wieder in ihre wohlgeordnete Heimat zurück, doch das Kriegsschiff deutet darauf hin, daß auch hier Entartung und Chaos lauern.

Goldings Roman, der dem Autor gewiß auch zum Literatur-Nobelpreis verhalf, hat nichts von seiner grauenhaften Aktualität verloren. So hoffe ich, daß dieses Buch künftig noch viel mehr Leser erschüttern und ermahnen wird. --Elisabeth Lang -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Herr der Fliegen
OT Lord of the FliesOA 1954 DE 1956 Form Roman Epoche Moderne
Der Roman, der mit Millionenauflagen William Goldings internationalen Ruhm begründete, ist eine pessimistische Robinsonade. In Anlehnung an Robert Michael Ballantynes Roman Die Koralleninsel (1857) über drei tapfere englische Jungen auf einer Südseeinsel nimmt Golding das Muster populärer Abenteuer- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts auf und führt dessen naiven Romantizismus ad absurdum.
Inhalt: Eine Gruppe sechs- bis zwölfjähriger englischer Schuljungen überlebt während eines Atomkriegs einen Flugzeugabsturz auf einer unbewohnten Pazifikinsel. In dieser Lage ist die Gruppe gezwungen, ihr Zusammenleben zu organisieren. Einer der älteren Jungen, Ralph, wird zum Führer bestimmt; zu ihm gesellen sich u. a. der intellektuelle Piggy und der »visio-näre« Simon. Jack, der Anführer einer zweiten Gruppe, der Jäger, beginnt einen brutalen Machtkampf, in dessen Verlauf die Gruppe alle zivilisatorischen Hemmungen verliert. Diese Regression von paradiesischer Unschuld zu barbarischer Primitivität äußert sich zum einen in Opferzeremonien, zum anderen in Ritualmorden an den Außenseitern Simon und Piggy. Bei der anschließenden Hetzjagd auf Ralph wird die gesamte Insel in Brand gesteckt und verwüstet. Erst ein britisches Kriegsschiff beendet als Deus ex machina den fehlgeschlagenen Versuch, ohne Erwachsene eine neue, bessere Welt aufzubauen.
Goldings Anti-Utopie zeigt die irrationalen Potenziale des Menschen, die von der zivilisatorischen Fassade moderner Gesellschaften verdeckt werden. Für Golding ist das Böse keine von außen einwirkende Kraft, sondern als zerstörerische Macht im Menschen selbst angelegt. Ihr kann nur durch sittliches Bewusstsein und ethisches Handeln begegnet werden.
Wirkung: Während Herr der Fliegen in Großbritannien kontrovers aufgenommen wurde, avancierte der Roman in den USA rasch zum Kultbuch, ähnlich wie Jerome D. R Salingers Der Fänger im Roggen (1951). Dabei galt die Aufmerksamkeit zunächst stärker dem Charakter des Romans als religiösem, psychologischem und soziologischem Traktat. Über diese Ebene hinaus ist Goldings Werk jedoch auch eine Parabel über das Ende menschlicher Unschuld, deren lyrisch bestimmte Sprachgebung die mythisch-symbolische Bedeutung des Geschehens noch vertieft. W. A. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Kurzbeschreibung

Nach einem Flugzeugunglück bleibt eine Gruppe englischer Schuljungen auf einer unbewohnten Pazifik-Insel sich selbst überlassen. Am Anfang erscheint alles wie ein großes Abenteuer: Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine gibt es reichlich. Ralph lässt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Aber bald geraten die Jungen in einen Machtrausch, der die Gemeinschaft zerstört und diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten, aus dem Abenteuer ein Kampf auf Leben und Tod.

Amazon.de bewertet für Sie

Das bietet die Reihe „Königs Erläuterungen“Aus dem Deutschunterricht sind sie eigentlich gar nicht mehr wegzudenken: Die kleinen blau-gelben Taschenbücher der ältesten deutschen Lernhilfereihe für den Literaturunterricht. Die Rede ist von den Königs Erläuterungen, die sich seit 1897 ihren festen Platz in den Hosentaschen von Schülern – und Lehrern – erobert haben. Von kundigen Germanisten und Pädagogen verfasst erschließen sie die großen Dramen, Romane und Erzählungen nicht nur der deutschen Literatur. Neben den deutschen Klassikern wie Goethe oder Schiller, ist auch großen Dramen der Antike oder Werken fremdsprachiger Autoren von Weltrang eine Reihe von Bänden gewidmet.

Das Konzept der Reihe und der Aufbau der einzelnen Bände sind so schlicht wie überzeugend: Auf einen Abriss von Leben und Werk des jeweiligen Schriftstellers, folgen profunde Textanalyse und -Interpretation. Hieran anschließend werden mögliche Themen und Aufgaben für den Unterricht abgehandelt, ein Überblich über die Rezeptionsgeschichte geboten. Ergänzende Materialien runden das Ganze gelungen ab. Mit ihrem Erfolgsrezept „Maximaler Ertrag auf engstem Raum“ kann die Reihe ihre Marktführerschaft unter den Interpretationshilfen nicht von ungefähr immer wieder behaupten. -- Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

WILLIAM GOLDING, geboren 1911 in Colum Minor, Cornwall, studierte in Oxford. Er war Lehrer, im Krieg Marineoffizier. Längere Zeit lebte er in den USA. Mit »Herr der Fliegen« erregte er weltweit großes Aufsehen. Golding wurde mit dem Booker-Preis und dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er starb im Juni 1993 in Cornwall.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

(...) »Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!« Sie tanzten jetzt im Takt, und der Singsang erfasste sie immer mehr und fiel in festen Rhythmus. Roger verwandelte sich aus dem Schwein in einen Jäger, sodass die Mitte des Ringes frei war. Einige der Kleinen bildeten ihren eigenen Reigen; und die kleineren Kreise drehten sich und drehten sich, als schaffe die Vervielfachung allein schon Sicherheit. Es trampelte und stampfte wie von einem einzigen Wesen. Eine blau-weiße Narbe zerriss den Himmel. Einen Augenblick darauf kam das Krachen über sie wie ein Schlag einer Riesenpeitsche. Der Sang nahm an Verzweiflung zu. »Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!« Jetzt entstieg dem Entsetzen ein anderes, gieriges, heißes, blindes Verlangen. »Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!« Wieder zuckte die weiß-blaue Narbe über sie hinweg, und die schweflige Entladung schlug hernieder. Die Kleinen schrien und stürzten durcheinander, flohen vom Waldrand weg, und einer durchbrach in seiner Todesangst den Ring der Großen. »Auf ihn! Auf ihn!« Aus dem Kreis wurde ein Hufeisen. Da kam vom Wald her etwas gekrochen. Es kam dunkel, unsicher näher. Sie schrien schrill vor dem Tier auf wie im Schmerz. Das Tier taumelte in das Hufeisen hinein. »Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!« Die blau-weiße Narbe war jetzt ständig am Himmel und das Krachen unerträglich. Simon schrie etwas von einem Toten auf einem Berg. »Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot! Macht es kalt!« Die Stöcke fielen herab, und der neue Kreis war wie ein großes Maul, das schrie und mit den Zähnen knirschte. Das Tier lag in der Mitte auf den Knien und hatte die Arme vor das Gesicht geschlagen. Es schrie gegen den Höllenlärm etwas von einem Leichnam auf einem Berg. Das Tier kämpfte sich vorwärts, durchbrach den Ring und fiel über die steile Felsstufe auf den Sand am Wasser. Sogleich wogte die Menge ihm nach, ergoss sich über den Fels, sprang das Tier an, schrie, schlug, biss, zerrte. Es fielen keine Worte, alle Bewegungen flossen zusammen zu einem einzigen Reißen von Zähnen und Klauen. (...)

Auszug

Der blondhaarige Junge glitt das letzte Stück Felsen hinab und begann, sich zur Lagune durchzuarbeiten. Er hatte sein Schultrikot ausgezogen und schleifte es mit der Hand nach. Trotzdem haftete das graue Hemd naß an seinem Körper, und die Haare klebten ihm auf der Stirn. Um ihn her, in der Schneise, die dem Dschungel gerissen worden war, kochte die Luft. Er kletterte mühsam durch ein Gewirr von Schlingpflanzen und zersplitterten Stämmen, als ein Vogel, nicht mehr als ein Fleck aus Rot und Gelb, mit dämonischem Ruf emporschoß; und diesem Ruf folgte ein zweiter wie ein Echo.

» He! « tönte es, »warte mal. «

Das Dickicht am Rand der Schneise bewegte sich, und Regentropfen fielen klatschend von den Blättern.

»Augenblick«, sagte die Stimme, »ich häng hier fest. «

Der Blonde blieb stehen und zog mit einem Ruck seine Strümpfe hoch: für den Bruchteil einer Sekunde versank bei dieser vertrauten Bewegung der Dschungel, und es war wie zu Hause in England.

Wieder ertönte die Stimme.

»Man kann sich kaum bewegen bei dem Schlingzeug hier. «

Der, dem die Stimme gehörte, schaffte sich rückwärts aus dem Buschwerk heraus, Zweige zerrten an seiner schmierigen Windbluse. Seine nackten Kniekehlen waren fleischig und von Dornen zerkratzt. Er bückte sich, zog vorsichtig die Dornen heraus und wandte sich um. Er war kleiner als der Blonde und sehr dick. Er kam näher, bei jedem Schritt einen sicheren Stand für seine Füße suchend, und blickte durch dicke Brillengläser zu dem andern auf. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

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