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Herr der Fliegen [Sondereinband]

William Golding , Hermann Stiehl
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (105 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

25. Juni 2012
Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Kein Erwachsener überlebt. Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: Auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph läßt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten - die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschließt.

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Produktinformation

  • Sondereinband: 229 Seiten
  • Verlag: Fischer (25. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596214629
  • ISBN-13: 978-3596214624
  • Originaltitel: Lord of the Flies
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (105 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.687 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Es ist ein sehr wichtiges Buch und es ist ein sehr vielschichtiges und poetisches Buch. Der Herr der Fliegen erschüttert, läßt seine Leser ohne Trost zurück.

William Golding verweigert die Illusion von der kindlichen Unschuld. Dabei hätte sich alles so gut ausnehmen können: Nur eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen englischen Schuljungen überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik und findet sich auf einer paradiesisch anmutenden, unbewohnten Insel wieder. Schnell wird ihnen klar, daß sie sich organisieren müssen, um auf der Insel überleben und gerettet werden zu können. So wählen sie den charismatischen Ralph zu ihrem Anführer. Der sieht zusammen mit seinem klugen Gefährten Piggy im Bau von Schutzhütten und einem Signalfeuer die vordringlich zu erledigenden Aufgaben, wohingegen sein Rivale Jack einen Trupp von "Jägern" zur Schweinejagd um sich sammelt. Im Laufe der Zeit nehmen die irrealen Ängste der Kleinen auch zunehmend von den Großen Besitz; und als sie auf dem Berg der Insel ein vermeintliches Untier entdecken, artet die Schweinejagd zur Jagd nach diesem "Tier" aus und gipfelt in Mord.

Ralph und die größtenteils zu menschlichen Bestien entarteten übrigen Jungen werden schließlich von einem englischen Marineoffizier gerettet. So finden sie zwar alle wieder in ihre wohlgeordnete Heimat zurück, doch das Kriegsschiff deutet darauf hin, daß auch hier Entartung und Chaos lauern.

Goldings Roman, der dem Autor gewiß auch zum Literatur-Nobelpreis verhalf, hat nichts von seiner grauenhaften Aktualität verloren. So hoffe ich, daß dieses Buch künftig noch viel mehr Leser erschüttern und ermahnen wird. --Elisabeth Lang

Pressestimmen

"Es ist ein nach wie vor gültiger Stoff, packend als Hörspiel produziert." (Kulturtipp ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen quälender Schullektüre und Weltliteratur 8. November 2006
Von A. Wolf
Format:Sondereinband
William Gerald Golding (1911-1993) erhielt 1983 den Nobelpreis der Literatur für sein literarisches Schaffen. Daneben steht der britiscche Booker-Prize als weitere qualitative Auszeichnung und schließlich der Ritterschag. Sir William Golding ist deutschen Lesern allerdings überwiegend und beinahe ausschließlich durch sein bekanntestes und mit Abstand erfolgreichstes Werk ein Begriff, dem Roman "The Lord of the Flies". Bedauerlicherweise ist dieser Text kanonisierter Bestandteil der Schulliteratur, so dass sich die gängige Meinung kaum aus Stimmen begeisterter Leser, sondern überdrüssiger Schüler generiert.

Das ist insofern bedauerlich, als dass dieser Roman mit seinen intertextuellen und moralphilosophischen Bezügen sich nur solchen Lesern in voller Gänze auftut, die über einen größeren Bildungsstand verfügen und die entsprechenden Passagen einordnen können.

Die Handlung ist eigentlich in wenigen Sätzen erzählt, wesentlich interessanter sind die moralischen, ethischen und politischen Fragen, die Golding aufwirft. Auf einem paradiesischen Eiland findet sich eine Gruppe von Schuljungen wieder, die einen Flugzeugabsurz überlebt hat. Ein Atomkrieg ist ausgebrochen, sie sollten evakuiert werden, sind nun jedoch auf sich allein gestellt und um eine Ordnung bemüht. Anfangs ist es die kindliche Abenteuerlust und der Erfahrungshunger, der jedoch bald in Gewalt umschlägt. Die Gruppe spaltet sich auf in das Lager um Ralph, der in demokratischer Art und Weise versucht, eine Ordnung zu erstellen und in das Lager um Jack, der demokratische Beschlüsse nicht akzeptiert, statt dessen Gewaltherrschaft und Totalitarismus verkörpert.

Der Titel referiert auf Satan, den Herrn der Fliegen, was die Bedeutung des hebräisch-griechischen Wortes Beelzebub ist. In der Tat lässt sich der zunächst paradiesische Ort, an dem sich die Jungen unfreiwillig einfinden, durchaus als Garten Eden bezeichnen, der später durch einen Sündenfall und das schließlich entfachte Buschfeuer im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle wird. Golding, der stark religiös geprägt war, exerzierte anhand seiner sechs- bis zwölfjährigen Schuljungen offensichtlich die Lehre von der Erbsünde durch: Das Böse ist eben in uns allen.

Daneben existiert die politische Lesart, die den krassen Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie aufzeigt. Die dritte Lesart kann im Sinne einer moral-anthropologischen Deutung erfolgen, indem sich die zunächst unschuldige, am Krieg nicht beteiligte Jugend, beseelt von einer schönen Utopie, durch ihr bloßes Menschsein selbst in den Abgrund manövriert.

Im Sinne moderner Literatur muss auch der hohe Symbolismus hervorgehoben werden, in dem die wahrgenommene Umwelt der Kinder bzw. Jugendlichen zur Phantasmagorie erhoben wird. Ganz zu schweigen vom intertextuellen Bezug zu Robert Michael Ballantynes überaus populärem Jugendbuch des 19. Jahrhunderts, "The Coral Island". Hier entwickelten gleichnamige Protagonisten - Ralph und Jack - übermenschliche Fähigkeiten und durchlebten eine positive Bildungsphase, während Golding sie ins Negative bzw. Dystopische führt.

Fazit: Es zeigt sich, dass Goldings Roman de facto voll von Denkanstößen und Konzepten unterschiedlichster Disziplinen ist und deswegen mit einigem Recht einen nicht gerade niedrigen Rang in der langen Liste der Weltliteratur behauptet. Dies lässt ihn fortleben, beispielsweise in der prämierten amerikanischen TV-Serie "Lost".
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schwarze Seele des Menschen 16. November 2009
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
Was passiert mit dem Menschen, wenn er fernab von Zivilisation, staatlicher Kontrolle und gesellschaftlichem Druck lebt? Ist er von Natur aus gut, ein edler Wilder"? Nein, meinte William Golding und malte diese Antwort in seinem berühmtesten Roman aufs Schrecklichste aus. In seiner zutiefst pessimistischen Weltsicht hat der Mensch eine schwarze Seele: Wenige Wochen in absoluter Freiheit genügen, und er lässt Jahrhunderte der verfeinerten Sitten, der Kultur, der Demokratie und des Rechts hinter sich, um in brutale Barbarei zu verfallen. Golding überspitzt seine These effektvoll, indem er unschuldige Kinder zu den Protagonisten seines Gesellschaftsexperiments macht. Im Elysium einer exotischen Insel entfesseln sie die Hölle auf Erden. Dem weltkriegserfahrenen englischen Schriftsteller ging es um nicht weniger als darum, die Tragik der menschlichen Natur in Worte zu fassen. So erklärte er 1984, ein Jahr nachdem er den Literaturnobelpreis bekommen hatte: Das Thema von Herr der Fliegen ist Trauer. Nichts als die schiere Trauer, Trauer, Trauer ."
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Apokalypse now 24. März 2003
Format:Sondereinband
Inselgeschichten. Robinson Crusoe lässt grüßen. Aber nur auf den ersten Blick. Während Defoes Held jahrzehntelang unbeirrbar den entlegensten Außenposten der europäischen Zivilisation verkörpert und seine Weltanschauung dem geretteten Freitag erfolgreich überstülpt, entgleitet die dünne Kruste zivilisatorischer Verhaltensmuster und Wertvorstellungen den hier Gestrandeten schneller, als die äußeren Zeichen der Verwahrlosung erkennen lassen.

Dabei haben sie doch gerade noch mal Glück gehabt, als sie sich nach einem Flugzeugabsturz unverletzt auf einer allerdings unbewohnten Insel wiederfinden. Eine paradiesische Insel in strahlendem Sonnenschein, mit frischem Wasser und Früchten und Kokosnüssen im Überfluß. Sogar Wildschweine zum Jagen gibt es. Zwar finden sich unter den Überlebenden keine Erwachsenen, aber die 6 - 12jährigen Schuljungen erkennen auch so, was zu tun ist: Ein Signalfeuer an der höchsten Stelle der Insel unterhalten, Schutzhütten bauen und auf Rettung warten. Zu essen gibt's ja genug.

Bei der Wahl eines Anführers kommt es zur Kampfabstimmung. Erste Spannungen in der Gruppe werden sichtbar. Aber der gewählte Anführer versteht es, die Situation zu entschärfen, indem er dem Unterlegenen eine verantwortungsvolle Aufgabe überträgt: Die Leitung der Jagd. Wie hätte er auch ahnen können, daß er mit diesem versöhnlichen Entgegenkommen die Büchse der Pandora geöffnet hat?

Zunächst läuft alles recht gut, wenn sich auch fast unmerklich kleine Nachlässigkeiten einschleichen. Aber wozu soll man Hemd und Hose tragen, wenn es heiß ist und einen ohnehin kein Erwachsener sieht? Und warum sich mit dem anstrengenden Hüttenbau abmühen, wo doch schwimmen gehen viel mehr Spaß macht? Schwerwiegender ist da schon der Zwischenfall mit dem durch Unachtsamkeit außer Kontrolle geratenen Feuer, der ein Todesopfer fordert und im aufmerksamen Leser düstere Vorahnungen aufkeimen lässt. Eine Warnung, die nicht beachtet wird.

Zunehmend verzweifelt versucht der gewählte Anführer mit einigen Gleichgesinnten den fortschreitenden Zerfall der beschlossenen Ordnung aufzuhalten. Jedoch versteht es der Führer der Jäger, diese Bemühungen wirkungsvoll zu hintertreiben. Immer häufiger und immer heftiger geraten die beiden Konkurrenten aneinander, was den Rest der Gruppe destabilisiert und verunsichert.

Und dann ist da noch - die Nacht. Nachts zeigt die Insel ihr anderes Gesicht. Die Kinder hören unerklärliche Geräusche; einige sehen bedrohliche Schatten. Gibt es da etwas Unbekanntes auf der tagsüber so vertrauten Insel? Ein wildes Tier, ein Gespenst, ein Ungeheuer? Natürlich sind das alles Hirngespinste, aber kann man da wirklich sicher sein? Wie schützt man sich vor dieser unheimlichen, unsichtbaren Gefahr?

Mit fortschreitendem Realitätsverlust schwindet auch der Einfluß der durch den Anführer und seine wenigen Getreuen repräsentierten Vernunft auf das Geschehen. Sinnbildlich verlagert sich die Handlung vom sonnigen, übersichtlichen und hellen Strand ins bewaldete, diffuse Dunkel des Inselinneren. Die durch Jagderfolg gestärkte Gegenpartei bekämpft die irrationalen Ängste der Jungen mit archaischen Ritualen. Hier regiert die hemmungslose Jagdlust und bald nur noch einer, der Führer der Jagd, der sich zum Häuptling aufschwingt und bedingungslosen Gehorsam fordert. Der durch die Jagd entfachte Blutrausch eskaliert zu exzessiver Gewalt, die vor Mord nicht zurückschreckt und schließlich auch die eigene Lebensgrundlage zerstört.

Ungläubig blickt man am Ende auf den gigantischen Scherbenhaufen, dem diese in einfachen Worten erzählte Geschichte mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit zustrebt. Die schleichende Verwandlung ganz normaler Kinder in blutrünstige Bestien hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ob sie am Ende doch noch gerettet werden? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber was heißt schon Rettung. Sicher ist letztendlich nur eines: Die Gänsehaut der Leser.

P.S.: Und was hat es mit dem ‚Herrn der Fliegen' auf sich? In Goethes Faust ist ‚Fliegengott' eine Bezeichnung für den Teufel, das personifizierte Böse. Golding's Roman kommt ohne eine Teufelfigur aus. Hier trägt jeder etwas dämonisches in sich. Für den Herrn der Fliegen hat er ein ausdrucksstarkes Bild gefunden.

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Die neuesten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen gefiel uns ganz gut
Dieses Buch wurde in der Schule gelesen. Es hat meinem Sohn ganz gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und liest sich gut, außerdem ist es ein interessantes Thema.
Vor 1 Monat von Claudia Haensel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Gebraucht gekauft, trotzdem gut
schnelle Zusendung des Artikels " Herr der Fliegen" von W. Golding, Produkt gebraucht gekauft, aber trotzdem einwandfrei und absolut fairer Preis
Vor 1 Monat von Stephan Ehl veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Herr der Fliegen – William Golding
Vor einiger Zeit hatten wir Robinson Crusoe in diesem Blog. Heute haben wir ein Buch, das die komplette Umkehrung davon ist. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Florian Ostertag veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Was wäre, wenn...???
Nach einem Flugzeugabsturz können sich die Überlebenden auf eine einsame Insel im Pazifik retten. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Susanne veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Schlechte Übersetzung
Zum Buch an sich brauche ich nichts sagen, -Weltliteratur.

Die Übersetzung ist meiner Meinung nach eine Frechheit. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Dominik veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen 1A
Super spannendes und gut geschriebenes Buch, das aufzeigt, was geschehen kann, wenn gesellschaftliche Verhältnisse neu strukturiert werden. Nur zu empfehlen!
Vor 3 Monaten von S. Steinberg veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Kommt sicher nicht in meinen Bücherschrank!
Habe selten so ein langweilig und vorhersehbares Buch gelesen! Habe es widerwillig bis zum Schluss gelesen. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von di veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein empfehlenswerter Klassiker
Zum Inhalt:
Nach einem Flugzeugabsturz über dem Pazifik landet eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen Jungen auf einer unbewohnten Insel. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Die Pfötchen-WG veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf ganzer Linie
Manchmal nehme ich mir durchaus gerne einen "Klassiker" der Literaturgeschichte zur Hand und wurde damit nur selten enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von IckeBa veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Verpasste Schullektüre
Wir mussten damals in der Schule die Welle lesen, andere lasen den Herrn der Fliegen.
Da ich dieses Buch unbedingt kennenlernen wollte kaufte ich es mir irgendwann um es zu... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von DarkAngelKR veröffentlicht
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