William Golding entführt uns aus eine einsame Insel, auf denen eine Gruppe von Kindern nach einem Flugzeugabsturz gestrandet ist. Es gibt keinen einzigen Erwachsenen und so versuchen die Ältesten das Ruder in die Hand zu nehmen und den Alltag zu organisieren. Die Versorgung mit Essen stellt sich durch die reichhaltigen Fruchtbäume und das vorhandene Trinkwasser recht einfach dar. Eine Herausforderung ist aber das Feuer in Gang zu halten, damit sie mit Rauch auf sich aufmerksam machen und auf Rettung hoffen können.
Das Leben auf einer einsamen Insel ohne unseren technischen Errungenschaften war vor ein paar Jahrzehnten ähnlich wie heute. Daher merkt man nur wenig, dass der Roman schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Kinder sind sprunghaft, leicht abzulenken und verspielt, das spiegelt sich in den Dialogen und Verhaltensweisen wieder. Das wechselt sich ab mit stellenweisen detailverliebten Beschreibungen der Landschaft. Der Roman ist eine Art Gegenentwurf zu den Robinson Crusoe. Diesem gelingt es sich die Zivilisation zu erhalten. Den Kindern entgleitet sie langsam.
Auf nur 250 Seiten wird beschrieben wie die Lage langsam eskaliert. Zum Ende hin wird es unglaublich spannend und erschreckend. Die tierischen Instinkte, das Wilde was in jedem von uns schlummert, bricht sich seine Bahnen. Das wirkt um so schrecklicher, da hier Kinder diese Verwandlung durchleben. Man hat dabei das schlimme Gefühl, dass so etwas wirklich passieren könnte.