Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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71 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zurückversetzt in die Kindheit!, 31. Juli 2004
Aus akutem Lesemangel lieh ich mir dieses Buch in unserer Schulbibliothek aus, obwohl es unter dem Regal der „Kinder und Jugendbücher" ausgestellt war. Schon das Gedicht auf der ersten Seite dieses Buches hat mich verzaubert. Ich fand es so schön, dass ich es mir herausgeschrieben , eingerahmt und in mein Zimmer aufgehängt habe! Das Gedicht handelt - wie natürlich auch die restliche Geschichte des Buches - von einem sehr heikleren Thema: Dem Erwachsenwerden. Die zwei Geschwister Prosper und Bo sind nach dem Tod ihrer Mutter von Zuhause abgehauen, weil ihre Tante nur Bo aufnehmen möchte, weil er noch ein süßes kleines Kind ist. Prosper dagegen soll ins Internat. Da die beiden aber nicht getrennt werden wollen, flüchten sie nach Venedig, der Stadt, von der ihrer Mutter ihnen immer vorgeschwärmt hatte. Sie finden Anschluss bei einer Bande von Kindern, deren Anführer der „Herr der Diebe" ,wie er sich selbst nennt, ist. Scipio, wie der Herr der Diebe wirklich heißt, ist selbst noch ein Kind, sichert jedoch das Leben der ganzen Bande (bestehend aus 5 Kindern) durch geschickte Raubzüge, bei denen er wertvolle Dinge stiehlt ,die die ganze Truppe dann weiterverkauft. Sein Ruf als Meisterdieb eilt ihm voraus und schließlich bekommt er einen sehr heiklen Auftrag, welcher am Schluss das Geheimnis von Scipios Fähigkeiten als Meisterdieb aufdeckt und Scipios Leben vollkommend verändert, denn sein größter Wunsch wird wahr: Er ist erwachsen! Wie oft hört man Kinder sagen: Ich möchte endlich erwachsen sein, dann werde ich... . Und wie oft antworten die Erwachsenen dann: Ach, könnt ich doch noch einmal so jung sein wie du! Genau dies ist die Thematik, die Cornelia Funke in ihrem Buch verarbeitet: Auf der einen Seite stehen die Kinder, die es satt haben, von den Erwachsenen bevormundet zu werden, die ihr eigenes Leben führen wollen. Auf der anderen Seite sind die Erwachsenen, die am Ende des Buches wieder zu Kindern werden und dann erst merken, wie schwer es Kinder manchmal auf der Welt haben, weil sie (fast) nie ernstgenommen werde... Dieses Buch hat mich zum Nachdenken angeregt, wie kein anderes zuvor. Ich bin mit meinen 18 Jahren gerade im Prozess zwischen Kindsein und Erwachsenwerden und war früher immer tödlichst beleidigt, wenn man mich noch ein Kind nannte. Nach diesem Buch bin ich mir jedoch nicht mehr ganz so sicher, ob ich jemals Erwachsen werden will.. denn ist es nicht eigentlich wunderschön, ein Kind zu sein? Doch im Endeffekt möchte jeder immer das haben, was er nicht haben kann, jedoch das Leben zu akzeptieren, wie es ist, macht einen am allerglücklichsten. Dies ist meiner Meinung nach die Aussage dieses wunderbaren Buches! Ich liebe den Schreibstil von Cornelia Funke und ich liebe dieses Buch. Jeder kann es lesen, egal ob Jung oder Alt, es ist zum Vorlesen und Selberlesen, zum Verschenken und zum Träumen. Außerdem sehr empfehlenswert ist das Buch „Drachenreiter" von Cornelia Funke. Nach dem Lesen dieses Buch habe ich ein Stück meiner eigenen Kindheit wiederentdeckt und ich wünsche mir, dass noch viele andere Menschen dieses Buch lesen und es ihnen genauso ergehen wird wie mir!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
tolles Abenteuer!, 28. Dezember 2009
Victor Getz ist ein freundlicher, netter Mann. Am liebsten ist er gut freund mit Jedermann. Leider bringt es sein Beruf als Privatdetektiv mit sich, dass er auch Menschen helfen muss, die ihm nicht sympathisch sind. Und die Harthliebs, die ihn aufsuchen, um ihren kleinen Bonifazius wieder zu finden, sind ihm sehr unsympathisch. Doch er nimmt den Auftrag an und begibt sich in diversen Verkleidungen auf die Plätze Venedigs und hält nach einem sechsjährigen, blondgelockten, süßen kleinen Jungen die Augen offen.
Er ist in Begleitung seines großen Bruders Prosper, der ihn entführt hat. Zumindest schildern ihm die Harthliebs den Fall so. Doch Victor macht sich seine eigenen Gedanken. Und als er durch einen Zufall den kleinen Bo findet, ist er sich nicht mehr so sicher, ob er das Geld der Hathliebs annehmen soll und den kleinen Bo an sie ausliefern sollte.
Der wiederum ahnt nicht, dass der nette Victor eigentlich sein Feind ist. Bo ist zum ersten Mal seit dem Tod der Mutter glücklich. Er ist mit Prosper nach Venedig gereist und beim "Herr der Diebe" untergekommen, einem Jugendlichen, der mit einer wunderschönen Maske auftritt und sehr geheimnisvoll ist. Er versorgt Bo, Prosper und drei andere Waisenkinder namens Mosca, Rosco und Wespe mit "Diebesgut", dass sie an Barbarossa, einen ekligen Antiquitätenhändler verkaufen.
Doch eines Tages bricht ihre heile Welt zusammen. Scipio, der "Herr der Diebe" erweist sich als Verräter und ein Auftrag, der ihnen viel Geld einbringen soll, wird zu einem gefährlichen Unterfangen, dass die Freundschaft aller Kinder auf eine harte Probe stellt.
Der im April 2000 erschienene Kinderroman von Cornelia Funke ist mittlerweile zu einem Bestseller geworden, der sogar verfilmt wurde.
Die Geschichte baut ganz auf seine sehr unterschiedlichen Charaktere. Neben Bo und Prosper, den Ausreißern, ist es vor allem Scipio und Mosca, die in den Mittelpunkt rücken. Aber auch der Privatdetektiv Victor Getz und seine Ansichten werden thematisiert. Es gelingt Cornelia Funke, jeden einzelnen Charakter so wundervoll zu beschreiben, dass er wie lebendig vor den Augen des Lesers steht. Die inneren Zwänge der Kinder und Erwachsenen, ihre Enttäuschungen und Niederlagen, die wenigen Glücksmomente in ihrem Leben und die unverbrüchliche Freundschaft zwischen ihnen wird ohne Pathos oder vordergründige Moral beschrieben.
Dies alles bettet die Autorin in eine lebendig beschriebene Stadt ein, es wird sogar ein Stadtplan angefügt und einige Fach- und Fremdwörter im Anhang erläutert.
Doch unvermittelt wendet sich der Roman von einer Abenteuergeschichte zu einem Fantasy-Märchen. Die Sehnsüchte der Kinder und die der Erwachsenen scheinen urplötzlich erfüllbar zu sein. Wie die Charaktere auf die Versuchung, all ihre Träume verwirklicht zu sehen, reagieren, ist unnachahmlich beschrieben. Voller Humor, menschlicher Wärme und Mitleid gegenüber den Gescheiterten entsteht das Bild einer kleinen Gruppe Menschen, die sich einem Mythos gegenübersehen, der Jugend oder Alter, Weisheit oder Macht verheißt.
Dieser Roman eignet sich für Kinder ab zehn Jahren. Er ist einfach geschrieben, simpel konstruiert und mit viel Humor und Ernsthaftigkeit ausformuliert. Jugendliche oder Erwachsene könnten einige Szenen kitschig oder allzu sehr einer "heilen Welt" zuordnen, doch unterhalten werden sie sich mit Sicherheit ebenso bestens. Ist das Ende auch gar zu schön und lieb, erhofft man sich für Bo, Prosper, Scipio, Victor, Mosca und Wespe doch genau dies.
Stefan Erlemann
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannendes und phantasievolles Hörbuch, 2. April 2003
Von Ein Kunde
Ich habe das Buch "Herr der Diebe" nicht gelesen, mir jedoch extra für eine lange Urlaubsfahrt das Hörbuch gekauft.Es ist so phantasievoll und unterhaltsam, wie ich es von Cornelia Funke erwartet habe. Am liebsten wäre ich sofort nach Venedig gefahren, statt in mein eigentliches Urlaubsziel! Venedig wird richtig lebendig und ich habe manche Situationen fast "gesehen", obwohl ich während des Hörens Auto fuhr. Allerdings würde ich es erst ab ca. zwölf Jahren empfehlen, für jüngere Kinder ist das offene Ende vielleicht nicht befriedigend oder verständlich. Außerdem wurden für meinen Geschmack die Pflegeeltern zu einseitig dargestellt, zu starke schwarz-weiß-Malerei. Deshalb auch nur vier Punkte. Für Kinder ab 12 oder auch Erwachsenene kann ich das Hörspiel nur empfehlen - mit dem Tipp genug Zeit mitzubringen, denn man möchte es am liebsten in einem Stück zu Ende hören!
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