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Der Herr Albert. Ein Roman über Einsteins Gedankenexperimente [Gebundene Ausgabe]

Frank Vermeulen , Rolf Erdorf
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

2003


Roman für kluge Köpfe


Als Esther 15 wird, bekommt sie ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk, nämlich ein Foto, das niemand anderen als Albert Einstein zeigt und das er ihrem Großvater Jan einmal persönlich gewidmet hat. Mit dem Foto beginnt Esthers "Albertisierungsprozess", ihre wachsende Faszination von dem Denken Einsteins. Es beginnt damit, dass Opa Jan ihr erklärt, dass auf dem Bild noch jemand anders zu sehen ist als "der Herr Albert", nämlich ein Herr, der nachts aus dem Foto steigt und Einsteins Theorien erklärt. Schritt für Schritt macht er Esther zunächst mit den Schwindel erregenden Folgerungen aus der zwingenden Annahme vertraut, dass die Lichtgeschwindigkeit immer dieselbe - konstant - ist, und weist sie immer weiter in die ganze Breite des Albertischen Denkens ein. Nach und nach lernt Esther sich in der irren und doch absolut logischen Welt Einsteins zu bewegen - und mit ihr die Leser dieses Buches. Der Herr Albert verlangt vom Leser mitzudenken. Wer das Buch gelesen hat, weiß dafür, was es mit der Relativitätstheorie auf sich hat, von der so viele Leute reden, ohne sie verstanden zu haben, und die doch das physikalische Weltbild unserer Zeit so nachhaltig geprägt hat. Kurz, ein Roman für kluge Köpfe.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Gerstenberg (Gebrüder); Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806749779
  • ISBN-13: 978-3806749779
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 638.271 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Amazon.de

Zeit ist ja bekanntlich relativ. Wer gerne und viel liest, der kann das am eigenen Leibe erfahren: Während die Stunden bei der Lektüre eines guten Buchs wie im Fluge vergehen, ziehen sich die Sekunden beim Lesen eines schlechten unerträglich in die Länge.

Der Herr Albert ist ein Buch der ersten Güteklasse. Es erzählt von der kleinen Esther, die zu ihrem 15. Geburtstag von ihrem Großvater ein Foto Albert Einsteins geschenkt bekommt. Den hat der Opa nämlich gekannt, als er in Princeton, USA, mit dem genialen Physiker befreundet war. Esther ist seit jeher von Einstein fasziniert gewesen -- auch wenn sie seine Ideen nie so richtig begriffen hat. Glücklicherweise gibt es Nils, der ebenfalls auf dem Foto neben Einstein zu sehen ist. Und der macht Esther Schritt für Schritt mit den revolutionären Ideen des "Herrn Albert" vertraut.

Währenddessen erfährt der Leser eine Menge zum Weltbild Galileis und Newtons, zur allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie, zum Doppler-Effekt, dem Zwillingsparadox, den Tücken euklidischer Geometrie und der merkwürdigen Krümmung des Raums. Und wenn er dann zu Ende gelesen hat, dann merkt er verwundert, wie unglaublich schnell die Zeit in Relation zur Dicke des spannenden und informativen Buches vergangen ist. --Thomas Köster

Rezension

Der Philosophieroman "Sofies Welt" von Jostein Gaarder eroberte 1993 auf Anhieb die Spitzenplätze der Bestsellerlisten. Nicht ohne Grund: In einer kunstvollen Konstruktion aus verschiedenen Erzählebenen und ineinander greifenden Handlungen lässt Gaarder die 14-jährige Sofie Philosophie erleben. Ein etwas trocken klingendes Thema hatte so einen breiten Leserkreis gefunden: Populärwissenschaft vom Feinsten.

Knapp zehn Jahre später versucht sich Frank Vermeulen an einer Nachahmung. Seine Esther ist ein Jahr älter als Sofie und lernt ein ähnlich schwieriges Gebiet kennen: die Relativitätstheorie. Offensichtlich will der Autor mit dem gleichen Trick wie Gaarder Leser erreichen, die zwar gerne anspruchsvoll lesen, aber reine Sachbücher zu langweilig finden.

Esthers Lehrmeister sind ihr Großvater, den sie tagsüber besucht, und eine Traumgestalt namens Nils, die ihr nachts auf dem Porträt Einsteins erscheint, das sie zu ihrem 15. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Esther brennt darauf zu verstehen, was das Besondere an Einsteins Theorie ist. Leider muss sie dazu aber erst die Grundlagen kennenlernen. Geduldig erklären ihr Nils und der Großvater die Fallgesetze Galileis, die Newton’sche Mechanik und den Begriff des Inertialsystems. Etwa in der Mitte des Textes lernt Esther die spezielle Relativitätstheorie und im letzten Fünftel sogar die allgemeine kennen.

Die Dialoge drehen sich zu einem großen Teil um die Gedankenexperimente, die zu den Relativitätstheorien führen: lange, schnell fahrende Züge und Beobachter am Bahnsteig, die Lichtsignale aussenden; fallende Aufzüge und beschleunigende Raketen im Weltall. Am Ende bemerkt Esther, dass sie auf diese Weise tatsächlich Einsteins Physik verstehen kann.

Gilt das auch für den Leser? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich hält er gar nicht bis zur Mitte des Buches durch. Zu schwach ist die Rahmenhandlung, zu sehr liest sich das Buch als Physiksachbuch und zu wenig als Roman. Der Autor versäumt es, neben der Physik einen zweiten thematischen Bogen zu spannen. Obendrein wirken die Gespräche gekünstelt. So stellt Esther immer gerade die weiterführenden Fragen, die ein Lehrer sich wünschen würde. Und die Kernaussagen der Quantenphysik akzeptiert sie nach einer schlichten halben Seite Text. So bleibt dem Leser nur, staunend Esthers "Albertisierungsprozess" zu verfolgen - was zugleich auch das Unwort des Buches ist.

Auch der hartnäckige Albert-Fan wird seinen Entschluss weiterzulesen doch noch einmal überdenken, wenn er auf die in den Fließtext eingearbeiteten mathematischen Herleitungen stößt. Nichts gegen E=mc2; diese Formel gehört in ein Buch über die Relativitätstheorie und wird vom Autor auch gut erklärt. Aber: "Der Wert … ist demnach (7T)2-(7*0.99cT)2/c2 … Wir können durch c kürzen, 72 nach vorne bringen, und es bleibt übrig: T272 (1-0.992). Und das ist tatsächlich gleich T2, … denn 7 ist eigentlich 7.0888." Wem soll eine solche Textpassage etwas bringen?

Die Handskizzen, die illustrieren sollen, was Einstein in Gedanken durchspielte, ähneln fatal den mehr erschreckenden als erklärenden Tafelbildern aus dem Physikunterricht. Manchmal sind sie nicht nur lieblos, sondern auch didaktisch ungeschickt, etwa wenn eine Sonne in einem Koordinatensystem dreißig Meter neben den Ursprung gezeichnet wird und aus dem Text nicht unmittelbar hervorgeht, dass es sich nicht um die echte Sonne handelt, sondern nur ein Punkt durch Strahlen grafisch hervorgehoben wurde.

Fachlich irrt sich Vermeulen in einigen Punkten: Es gibt im Universum sehr wohl ein gegenüber allen anderen ausgezeichnetes Bezugssystem, nämlich das, in dem die Hintergrundstrahlung isotrop erscheint. Es ist auch unpräzise, wenn Nils behauptet: "Der Beobachter im fahrenden Zug sieht, dass die Messlatte des ruhenden Beobachters kürzer ist als seine eigene." Um zu wissen, was ein Beobachter sieht, muss man neben der Längenkontraktion auch die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit der Sehstrahlen berücksichtigen, was kombiniert einen Gegenstand gedreht und nicht verkürzt aussehen lässt. Der Tübinger Astrophysiker Hanns Ruder hat dies in zahlreichen Computeranimationen verbildlicht und gezeigt, dass ältere Darstellungen zur Längenkontraktion irreführend sind.

"Der Herr Albert" verbraucht eine gute Idee. Anders umgesetzt hätte sie gute Chancen gehabt, viele Leser zu begeistern, wie "Sofies Welt" beweist. Vermeulens Nachahmung bleibt weit hinter dem Original zurück. Rezensent: Stefan Gillessen

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Kundenrezensionen

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4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ambitioniertes Vorhaben genial gelöst 21. Mai 2003
Von Ein Kunde
Um es gleich vorwegzunehmen: Vollkommen verstanden habe ich nach der Lektüre dieses Buches die Relativitätstheorie wohl doch noch nicht - ABER: immerhin habe ich einen Einblick gewonnen, worum es Einstein darin eigentlich ging und wo die Anwendungsbereiche davon heute liegen. Ich würde mich als „albertisiert" betrachten, wie es im Buch selbst so schön heißt.

Außerdem hatte ich durch dieses Buch insgesamt gesehen - zugegeben, manchmal hat mir der Kopf ordentlich geraucht - hochinteressante, vergnügliche Lesestunden und anregende Diskussionen mit Freunden. Man kann die faszinierend-geniale Gedankenwelt Einsteins erahnen. Dieses Gefühl des Lesers ist sehr gut ausgedrückt auf S. 327, oben.

Vermeulens Buch erinnert von der Art her stark an „Sophies Welt" (worauf sogar direkt im Text angespielt wird): die 15-jährige Esther erhält vom Großvater zum Geburtstag ein Foto von Einstein und taucht darauf hin in dessen Denk-Welt ein. Ein „Beobachter", der bei den Gedankenexperimenten Einsteins mitwirkte, tritt aus dem Foto und erklärt ihr dessen geniale Relativitätstheorie. Esther fungiert so als Begleiterin des Lesers.

Dargestellt werden die Inhalte, Geschichte, Möglichkeiten und Grenzen der Relativitätstheorie. Zudem gibt es zahlreiche Exkurse in verwandte Disziplinen wie Mathematik, Wissenschaftstheorie, Philosophie, Logik. Und man erfährt einiges über die Person Einsteins, seine Kollegen, Zeitgenossen und Wegbereiter sowie deren Verdienste.
Vom Aufbau bzw. der Darbietung ist eigentlich alles verwirklicht, was man sich aus didaktischen Gesichtspunkten wünscht (bis auf die Interaktivität, die natürlich in einem Buch nicht vorhanden sein kann): Schrittweises Vorgehen, langsame Hinführung, Anschaulichkeit durch Skizzen und Erläuterungen, Zusammenfassungen und Wiederholung. Sehr häufig ging es mir auch so, dass genau meine Fragen und Zweifel, die mir beim Lesen kamen, dann von Esther an den Beobachter gestellt und von ihm folglich erklärt wurden. Das Ganze ist also mit einem großen Einfühlungsvermögen in den unbedarften Leser geschrieben.

Nicht nur einmal lobte ich beim Lesen auch die enorme übersetzerische Leistung Herrn Erdorfs, die in diesem Buch zum Tragen kommt.

Aufgrund des hohen Maßes an Abstraktionsvermögen und Vorstellungskraft, die trotz aller Bemühungen um Anschaulichkeit vom Leser gefordert werden, ist die Lektüre frühestens ab 14 zu empfehlen, aber dann lohnt sie sich auf jeden Fall!

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
lernt man in diesem spannenden Roman auf unterhaltsame Weise und doch grundsolide aber ohne die vielen gräßlichen Formeln, die einem damals in der Schule schon den Mathematikunterricht verleidet haben.

Zwar ist dies ein Buch, das sich ausdrücklich an aufgeweckte 15-Jährige wendet, doch auch mit über vierzig macht es noch Spaß, den Gedankenexperimenten zu folgen, die Nils, der geheimnisvolle Beobachter und Esther, die junge Schülerin nachts durchführen, um die spezielle und sogar die allgemeine Relativitätstheorie zu verstehen, die schon Esthers Opa so fasziniert hat...

Frank Vermeulen schreibt unterhaltsam und manchmal sogar richtig witzig, argumentiert dabei aber stets präzise und folgerichtig, so daß der Leser am Schluß nicht nur weiß, was die berühmte Formel E = m c² im Einzelnen bedeutet, sondern auch die Herleitung dieser Formel wissenschaftlich korrekt gedanklich erfassen kann.

Vermeulen wagt sich daran, den gekrümmten Raum zu erklären und schafft es, die Zusammenhänge der allgemeinen Relativitätstheorie von der Grundlage der euklidischen Geometrie her und mittels Nachdenken - im Buch heißt das Gedankenexperiment - so anzupacken, daß dem Leser die Auswirkungen der Zusammenhänge von Masse, Beschleunigung, Schwerkraft und Raumzeit klar wird - etwas was man sonst allenfalls mit einer aufwendigen dreidimensionalen Computeranimation aufzeigen kann.

Wer in seinen Kindern echtes Interesse an Physik und Mathematik wecken will, sollte ihnen das Buch zum 15. Geburtstag schenken, es vermittelt Freude am Denken, begeistert und macht Lust auf mehr.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen interessantes und schwieriges buch 16. Mai 2003
Von Ein Kunde
in dem buch wird dem leser-eingebettet in eine geschichte- wichtige physikalische zusammenhänge erklärt.
was am anfang noch sehr leicht zu verstehen ist, wird nach etwa 300 seiten zu einem echten denksport. dieses buch ist wirklich keine leichte lektüre und nicht "nur so zum nebenbei lesen" geeignet. doch wenn man sich an das buch wagt und versucht alles zu befreifen,ist man am ende richtig stolz auf sich und weiß eine riesen menge mehr über physik und mathematik.
ich empfehle dieses buch allen weiter, (auch erwachsenen!) die spass am denken haben und wissbegierig sind.
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