Aus Asien ist man in den letzten Jahren ja gute Filme gewohnt. Gerade Südkorea hat mit den actionbetonten, trotzdem selbstkritisch-reflektierten Filem Marke Brotherhood, The Guardian oder Joint Security Area stark aufgetrumpft.
Jetzt ist ein sehr beeindruckender Kriegsfilm ("Antikriegsfilme" gibt es nicht!) aus chinesischer Schmiede zu uns geschwappt, den ich allen nur empfehlen kann.
Erzählt wird die Geschichte des rotchinesischen Hauptmannes und Kompanieführers Gu Zidi, der mit dem Rest seiner Kompanie (47 Mann) im Jahre 1948 gegen die Nationalchinesen unter Tschiang Kai Scheck (jaja, überall wird er Name anders geschrieben) kämpft.
Schon die ersten Minuten, der den Kampf in einer Stadt schilert, in der die Kompanie des Zidi bis auf die besagten 47 Mann abgekämpft wird, gehören zu den drastischsten Kriesgszenen, die ich seit Saving Private Ryan oder Band of Brothers gesehen habe. Brutal ist der Krieg, und hier wird er eben so gezeigt. Wer umherfliegende Gedärme und Körperteile nicht verträgt sollte bei den Kampfszenen wegschauen (was sich durch den gesamten Film hinwegzieht).
Der Hauptmann bekommt nach dem Kampf den Befehl, mit seinen 47 Mann und mangelhafter Bewaffnung einen Höhenrücken und einen dahinterliegenden Flußübergang zu halten, bis sich die eigenen Truppen zurückziehen konnten. Nach dem Rückzug sollte ein Trompetensignal "Sammeln" geblasen werden. Dieses Signal kommt nicht, und die Kompanie geht in den Kämpfen nach und nach drauf. (Eben darum heißt der Film im Original "Assembly", also nach dem Signal zum Sammlen. Warum man hier den Film zu "Heroes of war" macht...ein ewiges Rätsel).
Der Hauptmann überlebt, und nun beginnt die eigentlich beeindruckende hndlung nach dem Kampf: Das Umherirren der Überlebenden, das "Abrechnen" der Toten (die Angehörigen bekamen 200 Pfund Mehl für einen Vermissten und 700 Pfund für einen Gefallenen). Zidi wird seine Geschichte nciht geglaubt, er geht als einfacher SOldat nach Korea und wird dort erneut schwer verwundet. Als Veteran versucht er nun, die Ehre seiner 47 Mann wiederherzustellen.
Soviel zur Handlung, den Rest sollte man sich doch bitte selber ansehen.
Kritiken:
Der Film besticht durch eine beeindruckende Handlung, eine sehr gute Kameraführung und einem sehr guten Drehbuch. Die chinesichen Macher haben sich übrigens Hilfe von den Machern von "Brotherhood" geholt, eine fruchbare Zusammenarbeit.
Sammler und Modellbauer werden ihre Freude haben. Die Uniformen und Bewaffnungen sind so, wie man sie aus der Literatur kennt. Kleine Einschränklung: Die Nationalchinesen wurden zwar massiv von den USA unterstützt, aber 1948 wurden keine M26 und Firefelies geliefert. Aber es ist gut für die Dramatik, und den Fehler werden viele nicht bemerken.
Größerer Kritikpunkt: Es ist ein chinesischer Film, bezahlt und beaufsicht von der Roten Agentur. Und das merkt man. Der Politoffizier (genannt "Instrukteur") ist superwichtig, ohne ihn geht nicht. Im Film ist er ein etwas ängstlicher Volksschullehrer, der natürlich in der Schlacht zum Helden wird. Okay. Die Partei hat immer Recht.
Wer gut aufpasst wird auch etwas wohldosierte, systemungefährliche Kritik bemerken, z.B. die stumpfe. teils menschenverachtende Bürokratie (ein sicheres Zeichen für jedes totalitäre Regime). Wie gesagt, der Film (immerhin ein in China vielausgezeichneter Kassenschlager)hat eine politische Aussage, aber die kann ein halbwegs denkender Mensch ausblenden.
Was bleibt ist ein beeindruckender, spannender Film, der auch im ruhigeren letzten Teil immer noch fesselt.