Minami, ein junger Charakterdarsteller, der noch auf seinen großen Durchbruch wartet, bekommt ganz unverhofft die Hauptrolle in einer Science-Fiction-Kinderfernsehserie angeboten. Zwar etwas skeptisch, ob diese Rolle wirklich seiner Karriere förderlich ist, nimmt er sie dann doch an. Anfangs hat er nicht nur mit dem unbekannten Genre und den zum Teil gefährlichen Actionszenen Probleme, es ist vor allem sein Filmpartner Sawada, ein unnahbarer, arroganter Typ, der ihm viel Kopfzerbrechen bereitet. Als Minami herausfindet, dass Sawada schwul ist, fragt er sich, weshalb er darüber so bestürzt und verwirrt reagiert, wo ihm das doch eigentlich egal sein könnte... Die Story ist nicht neu, aber sie läuft doch etwas anders ab als ähnlich gelagerte Plots, z.B. orientieren sich die Hauptcharas erstmal anderweitig, bevor sie ihre Gefühle erkennen.
Hero Heel ist schwer zu beurteilen, es gibt Stärken als auch Schwächen und vieles ist wohl subjektiv zu sehen, je nach Geschmack und Vorliebe des einzelnen Lesers. Im Vergleich zu Yellow, Makoto Tatenos erfolgreichster BL-Serie, ist Hero Heel weniger actionreich, manchen von euch wird sie vielleicht sogar langatmig vorkommen, obwohl es in der Rahmenhandlung um die Dreharbeiten einer Actionserie geht, dafür ist die Serie wesentlich ernster und nachdenklicher als Yellow, auch der Handlungsverlauf und Beweggründe der Protagonisten sind für mich in Hero Heel besser nachvollziehbar. Gut gefällt mir der Uke Minami, der weniger zögerlich als Taki in Yellow agiert, dafür kann ich mit Sawadas undurchsichtigem Verhalten nur wenig anfangen. Die Geschichte wird im 1. Band ausschließlich aus Minamis Sicht geschildert, der Zugang zu Sawadas Charakter bleibt einem versperrt. Er wirkt auf mich distanziert, kühl und wenig sympathisch, wechselnde Perspektiven wie in Yellow hätten eine Identifikation sicherlich erleichtert. Ab Band 2 wird er zwar besser durchleuchtet, trotzdem schaffe ich es nicht richtig, mit ihm warm zu werden, hätte er doch nur ein kleines bisschen von Gos Charme. *seufz*
Bei den Zeichnungen kann man wohl auch geteilter Meinung sein. Minami und Sawada sind handwerklich gut ausgearbeitet, dafür die Nebencharaktere für meinen Geschmack zu einfallslos und schludrig. Es kommen außer Minami mind. 3-4 andere hellhaarige Typen vor, die ihm zum Verwechseln ähneln, außerdem noch ein dunkelhaariger, der wie Sawada aussieht. Mag sein, dass zumindest bei Sawadas diversen Lovern eine äußerliche Ähnlichkeit mit Minami von der Mangaka beabsichtigt ist, um sein stereotypisches Beuteschema zu verdeutlichen, doch auf die beiden Nebendarsteller der Fernsehserie, die ausnahmsweise nicht zu Sawadas "Opfern" gehören, trifft diese Theorie nicht zu. Die Action beim Filmdreh, genauso die futuristischen Kostüme sind dafür perfekt umgesetzt und auch die Yaoiszenen gefallen mir sehr gut, sie sind sexy, ästhetisch, etwas expliziter und vor allem zahlreicher als in Yellow. Anders als Tatenos bisherige Serien, peilt dieser Manga eindeutig eine ältere Lesergruppe an. Ein Mindestalter wird vom Verlag nicht empfohlen, jedoch sind die Bücher in Folie eingeschweißt, was ja auch schon einiges aussagt.
Stärken und Schwächen halten sich in Hero Heel, Vol. 1-3, die Waage, wofür ich 3 mittelmäßige Sterne zücke, aber weil die Auswahl an BL-Mangas für Leser ab 16 J. in Deutschland nicht gerade üppig ist, sollte uns jede Neuveröffentlichung, sofern sie nicht allzu übel ist, herzlich willkommen sein.