Als es den Separatisten mit Hilfe einer neuen Generation Droidensternenjäger gelingt eine ganze Flotte der Republik samt Jedi General zu vernichten wird man auf Coruscant schnell hellhörig. Die Konföderation hat ein neuartiges Antriebssystem von den Valahari gekauft, das ihren Jägern die Überlegenheit gegenüber den Klonen zu sichern scheint. Was die Situation besonders brisant macht, die Valahari sind in den Klonkriegen bisher neutral geblieben und zeigen wenig Interesse daran das zu ändern.
Um die Valahari umzustimmen sollen Obi-Wan und Anakin in einer diplomatischen Mission erreichen dass die Valahari wenigstens die Waffenlieferungen an die Separatisten einstellen, wenn sie sich nicht gar der Republik anschließen wollen. Doch Obi-Wan der Valahari schon als Schüler Qui-Gon Jinns besucht hat sieht sich beim festlichen Bankett damit konfrontiert, dass auch Count Dooku zugegen ist. Ein alter Freund der Familie Vane, die zudem engen Kontakt zu Dookus Adelshaus pflegt.
Da sich die Valahari nicht umstimmen lassen, soll der Planet wie viele andere neutrale Welten die nicht davon ablassen die Separatisten zu beliefern blockiert werden. Doch ein Attentat auf Viscount Harko Vane später sieht sich die Republik in die Enge gedrängt, denn während Count Dooku um die Hand von Vanes Witwe buhlt, hat sich der Sohn des Verblichenen mit einer Gruppe todesmutiger Piloten zusammengeschlossen um die neutralen Welten gegen die Blockaden der Republik zu verteidigen. Doch Tofen Vane ist nicht irgendjemand, er ist machtsensitiv und der beste Pilot von Valahari, ein mehr als ebenbürtiger Gegner für Anakin Skywalker...
Dass sich gerade die The Clone Wars des Themas eines Heldens auf Seiten der Separatisten angenommen haben ist eine achtenswerte Überraschung und beweist dass TCW als Reinkarnation alldessen was schon früher über die Klonkriege publiziert wurde auch einige Geschichten aufbringt die es so noch nicht gegeben hat. In diesem Fall einen waschechten Helden auf Seiten der Konföderation, der sich markant von all den dunklen Jedi, korrupten Bürokraten und grausamen Diktatoren abhebt, mit denen man die Separatisten sonst in Verbindung bringt. Natürlich ist auch Tofen Vane nicht frei von dunklen Flecken, aber das ist immerhin auch Anakin Skywalker und selbst Obi-Wan zweifelt manchmal an seiner eigenen moralischen Integrität.
HERO OF THE CONFEDERACY wirft ein moralisches Dilemma auf. Jemand der eigentlich zu den großen Helden der Republik gehören könnte, schließt sich der Konföderation an, wenn auch nur als eine Art Freischärler und nicht direkt, weshalb es ihm an Rückendeckung durch die Droidenarmeen fehlt. Damit hätte man bei TCW kaum gerechnet und genau das macht diesen Band auch so lesenswert, selbst wenn er kurz ist und dem TCW-Schema von möglichst einfacher Story entspricht.
Aber HERO OF THE CONFEDERACY unterscheidet sich nicht nur in Hinsicht auf das moralische Dilemma der Hauptcharaktere von manch anderen TCW-Comics, sondern auch Brian Koschaks Zeichnungen. Diese sind zwar bewusst an der Serie angelehnt, weshalb diese kaum durch Brillanz überstrahlt werden kann, doch sie sind nicht uninteressant. Koschak gelingt es etwa Obi-Wans Gesichtszüge deutlich weicher darzustellen, wenngleich Mace Windu bei ihm wie eine überzeichnete Holzschnitzerei oder ein Totem aussieht.
Irgendwie ist der vorliegende Comic genau das was ich mir von JEDI: DOOKU damals erwartet hätte und auch doch nicht. Erwartet hätte ich mir damals ein Porträt Count Dookus und dessen korrumpierter Ideale, bekommen hat man eine Geschichte mit Fokus auf Quinlan Vos. Auch in HERO OF THE CONFEDERACY spielt Dooku nur eine wichtige Nebenrolle, doch das Werk zeigt auf andere Weise etwas das man in JEDI: DOOKU und vielen Republic Comics zu den Klonkriegen vermisst hat - dass auch bei den designierten Bösen nicht nur lauter Verbrecher zu finden sind und manch einer sich aus purem Idealismus gegen die korrupte Republik gestellt hat, die im Krieg genauso erbarmungslos handelt wie ihre Gegner. Ganz nebenbei wird jedoch auch Dookus Rolle in den Klonkriegen aufgearbeitet. Dieser Dooku ist auch nur ein Mensch, jemand der sich durchaus zur Vane-Witwe hingezogen fühlt und als Count eben verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehung pflegt, wenn er insgeheim auch Lord Vanes Mörder ist. Auf Valahari gerät in diesem Beziehungsgeflecht auch Dookus Loyalität gegenüber Lord Sidious ins Wanken, immerhin ist Dooku den Vanes auf einzigartige Weise verbunden, hat er doch den machtsensitiven Tofen einst vor den Jedi "gerettet". Als wäre das nicht genug, die Handlung geht wirklich in eine unerwartete Richtung.
Fazit:
Überraschend anspruchsvoll und sehr spannend, obwohl auch relativ kurz.