Überall heißt es, diese in Wirklichkeit gar nicht mal so üble Erweiterung zum D&D-Spiel sei nur was für Neulinge, hätte keinen lohnenswerten Inhalt oder sei gar völlig überflüssig - das ist aber nicht der Fall!!!
Ernsthafte Spieler und Spielleiter erkennen den Wert dieses etwas andersartigen Zubehörs, das mal nicht mit massig neuen Feats, Spells und Gegenständen daherkommt; tatsächlich enthält das "Guidebook" (zum Glück) keinerlei regeltechnisches Material und beleuchtet die ansonsten meistens relativ trocken und pragmatisch behandelte D&D-Charaktererschaffung auf erfrischende Weise von einer anderen Seite - von der des "Rollenspiels" und der Charakterdarstellung.
Wer Horrorgeschichten über die "Tabellen zur Generierung einer Hintergrundstory" gehört hat, kann beruhigt werden - diese Tabellen stellen sich als wirklich nützlicher Ideenspender heraus, der nichts anderes tut, als die Kreativität und den Einfallsreichtum der Spieler zu fördern.
Als auch sehr praktisch erweist sich die relativ große Namenssammlung am Ende des Buches, die Fantasy-mäßig anmutende Vor- und Nachnamen für Charaktere verschiedener Rassen enthält. Wer überhaupt keine Ahnung hat, wie er seinen SC nennen soll, findet hier bestimmt was bzw. wird zu einer Eigenkreation inspiriert; auch das Leben eines Spielleiters können diese Listen erleichtern, denn für all die kleinen, noch unbenannten Randcharaktere können - bei Bedarf - in Sekundenschnelle Namen gefunden werden.
Zuletzt sei noch das Kapitel über die Rassen-Klassen-Kombinationen erwähnt: Wer immer schon mal wissen wollte, wie man denn z.B. auch einen eher exotischen Zwergen-Sorcerer, einen gnomischen Barbaren oder gar einen halborkischen Paladin als SC sinnvoll und einleuchtend erklärt, für den ist dieses Kapitel gedacht.
Dieses und noch mehr Material (z.B. ein spaßiger Gesinnungstest) stellt eine sehr sinnvolle Ergänzung zu den sonstigen D&D-Produkten dar und sollte bei jeder Charaktererschaffung zumindest kurz zu Rate gezogen werden, um schlußendlich einen gut ausgearbeiteten, nuancierten und "begründeten" SC vor sich zu haben. Zugegeben sind diese besonderen Vorzüge des "Guidebooks" nicht gerade leicht für beinharte Powergamer zu erkennen, die im Rollenspiel ohnehin nur eine Ansammlung an Statistiken und Formeln sehen...