Ich habe mir die CD auf Grund der Besprechung meines Vor-Rezesenten hier gekauft,da auch ich im Bereich der Klassik bis Nachromantik mein "Zuhause" sehe,aber auch gegenüber den Impressionisten wie Debussy,Frederick Delius oder Frank Bridge offen bin.
Es sind für MICH persönlich zwei Werke,die man nicht beim ersten Mal wirklich verinnerlicht.Auch beim zweiten Anhören habe ich nicht das "Aha-Erlebnis" bekommen,was der "Kollege" vor mir sofort für sich entdeckt hatte.Bei mir mag der Funke nicht so recht überspringen,was weder am Dirigenten noch Orchester liegt,sondern am Komponisten selbst.
Im Gegensatz wieder zu meinem Vor-Rezensenten kann ich keine wirklich "neuen" Harmonien erkennen,und ich habe Harmonielehre sowie langjährigen Klavierunterricht genießen dürfen.Sicher,Hermann bewegt sich nicht im Wagnerischen,sondern hat eine eigene Handschrift,die mich teilweise an nordische Komponisten erinnert,aber auch ein wenig an den Briten Ralph Vaughan Williams,aber eben auch nur in Ansätzen.
Ich habe mir die CD vor und nach dem Komponisten Frederick Delius angehört,einem britischen Komponisten,der sehr der französischen Schule Debussys nahe steht,um dann zu Hermann und damit dieser CD zurückzukehren,aber hier liegen letztendlich wiederum Welten.
Beide Sinfonien stammen um die Zeit der Jahrhundertwende (1895 und 1905 geschrieben),sind mit knappen 40 Minuten mehr den Brahms-Sinfonien zuzurechnen,auch was die Orchestergröße angeht,weniger den großen Sinfonien eines Anton Bruckner oder Gustav Mahlers.
Ich war und bin mir in der wirklich fairen Bewertung nicht ganz sicher.Einerseits finde ich die beiden Werke durchaus nicht uninteressant,eben weil hier jemand etwas Eigenes geschaffen hat,was man vielleicht erst nach zehnmaligem Anhören wirklich erst richtig erfassen kann,andererseits vermag mich das Ganze nicht wirklich zu fesseln.
Dass es hierzu erst eines qualitativ hochwertigeren Klangkörpers oder Dirigenten erfordern könnte,läge dadurch nicht weit von der Hand,doch genau DAS wiederum,sehe ich HIER nicht als das Hauptproblem an.Fifield hat unter Sir George Solti in England gearbeitet,dazu in Norwegen und Schweden,ist also auch im nordischen und britischen Repertoire zuhause,so dass ich ihm absolut eine dem Werk angemessene Interpretation zutraue.
Das zusammengefasst,bedeutet für mich vier Sterne,doch eventuell ändere ich zu einem späteren Zeitpunkt diese Bewertung noch einmal ab.Das behalte ich mir in diesem Falle vor,was ich bisher erst ein einziges Mal getan habe,aber das war nicht im klassischen Bereich.Klangtechnisch gibt es nichts an der Aufnahme auszusetzen,auch das möchte ich nicht vergessen zu schreiben.Enstanden sind die Aufnahmen übrigens 2008 und 2009.